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Infektionsherd in NRW:Äußerung über ausländische Arbeiter - Maas fordert Entschuldigung von Laschet

- Wien 18.06.2020 - Heute zu Mittag gaben der österreichische Aussenminister und sein deutscher Amtkollege im Aussenmin

Außenminister Heiko Maas übt scharfe Kritik an NRW-Ministerpräsident Armin Laschet.

(Foto: imago images/photonews.at)

Der NRW-Ministerpräsident gieße "Öl ins Feuer", wenn er Rumänen und Bulgaren für den Corona-Ausbruch in einer Fleischfabrik verantwortlich mache, so der Außenminister.

Außenminister Heiko Maas hat die Äußerung von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet über rumänische und bulgarische Arbeiter in dem vom Coronavirus schwer getroffenen Schlachtbetrieb Tönnies als "höchst gefährlich" kritisiert. Bei einem Besuch in Bulgarien forderte der SPD-Politiker den stellvertretenden CDU-Vorsitzenden auf, sich dafür zu entschuldigen.

Laschet, der auch Kandidat für den CDU-Vorsitz ist, hatte auf die Frage, was der Corona-Ausbruch über die bisherigen Lockerungen aussage, geantwortet: "Das sagt darüber überhaupt nichts aus, weil Rumänen und Bulgaren da eingereist sind und da das Virus herkommt. Das wird überall passieren."

Maas sagte, für die Äußerung gebe es keine sachliche Grundlage. "Es ist höchst gefährlich über solche Schuldzuweisungen, die in der Sache auch noch absurd sind, Diskussionen, die wir auch in Deutschland haben, zu verstärken und auch zu verschärfen." Laschet gieße damit "Öl ins Feuer", wie es "niemand, der verantwortliche Politik macht, tun darf".

"Mit einer Entschuldigung würde er sich den größten Gefallen tun"

Auf die Frage, ob Laschet sich entschuldigen solle, sagte Maas bei einer Pressekonferenz in Sofia: "Herr Laschet hat sich, glaube ich, bereits korrigiert. Aber ich glaube, mit einer Entschuldigung würde er sich selber den größten Gefallen tun."

Laschet hatte zuvor auf Kritik an seiner Aussage reagiert. "Menschen gleich welcher Herkunft irgendeine Schuld am Virus zu geben, verbietet sich. Mir ist wichtig klarzumachen, dass das für mich wie für die gesamte Landesregierung selbstverständlich ist", hatte er mitgeteilt.

© SZ.de/dpa/jobr
Armin Laschet

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