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Radikalislamischer Prediger im Jemen:Terrorist al-Awlaki getötet

Einer der meistgesuchten Terroristen ist bei einem Luftangriff ums Leben gekommen: Der radikalislamische Prediger Anwar al-Awlaki galt als Strippenzieher mehrerer Anschläge und rief zur Tötung von Amerikanern auf - obwohl er selbst US-Staatsbürger war.

Im Jemen ist der in den USA geborene und der Terrororganisation al-Qaida nahestehende radikale Prediger Anwar al-Awlaki getötet worden. Das teilte das jemenitische Verteidigungsministerium auf seiner Website mit. Nähere Einzelheiten wurden nicht genannt. Aus jemenitischen Sicherheitskreisen hieß es, es habe am Morgen einen Luftangriff im Osten des Landes gegeben. Stammesälteste berichteten, Ziel des Angriffs sei eine Wagenkolonne von Al-Qaida-Kämpfern gewesen.

Die Nachrichtenagentur AP meldete unter Berufung auf das jemenitische Verteidigungsministerium, dass bei dem Angriff ein weiteres Al-Quaida-Mitlglied getötet worden sei. Der pakistanisch-stämmige Amerikaner Samir Khan sei für ein englischprachiges Online-Magazin verantwortlich gewesen, in dem zu Angriffen auf US-Ziele aufgerufen wird.

Die US-Regierung hat nach einem Bericht der Tageszeitung New York Times den Tod des Al-Kaida-Predigers al-Awlaki inzwischen bestätigt. Unklar sei aber weiterhin, ob jemenitische Truppen oder US-Spezialkräfte den 40-Jährigen getötet haben, berichtete das Blatt in seiner Online-Ausgabe unter Berufung auf einen ranghohen Regierungsmitarbeiter in Washington.

Der Nachrichtensender Al-Arabija meldete, al-Awlaki sei in einem Gebiet an der Grenze zwischen den Provinzen Al-Dschauf und Marib im Norden bei einem Luftangriff ums Leben gekommen. Dort seien zwei Fahrzeuge bombardiert worden. Offenbar handelte es sich um einen Drohnenangriff.

Der jemenitische Hass-Prediger mit US-Pass hatte mehrfach zur Tötung von Amerikanern aufgerufen. Die USA führen ihn auf einer schwarzen Liste, nach der er "tot oder lebendig" gefasst werden sollte.

Erst im vergangenen Mai sollen die USA versucht haben, ihn mit einer Kampfdrohne zu töten. Al-Awlaki hatte Islamisten im Jemen rekrutiert, um Anschläge im Ausland auszuführen. Er soll auch im Kontakt mit dem Amokläufer von Fort Hood gestanden haben, der Ende 2009 auf einem Militärstützpunkt in Texas 13 Menschen getötet hatte.

Lesen Sie hier ein SZ-Porträt von Anwar al-Awlaki, "Der bin Laden des Internets".

© dapd/dpa/odg/sebi
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