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Konflikt im Jemen:Rotes Kreuz befürchtet humanitäre Katastrophe

Zerstörungen durch die Luftangriffe der von Saudi-Arabien geführten Allianz.

(Foto: AP)
  • Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) spricht von einer katastrophalen humanitären Situation im Jemen und fordert die Konfliktparteien zu einer Feuerpause auf.
  • Russland beantragt im UN-Sicherheitsrat eine Dringlichkeitssitzung. Eine Resolution soll die Luftschläge der von Saudi-Arabien geführten Allianz vorrübergehend stoppen.
  • Ein saudischer General kündigte an, Hilfe werde geleistet, sobald die Zeit reif sei. Genaue Angaben machte der Offizier nicht.
  • Die UN gehen von einer steigenden Zahl von getöteten Zivilisten aus. Bislang sollen die Luftschläge 519 Todesopfer gefordert haben.

Rotes Kreuz spricht von katastrophaler humanitärer Situation

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat an die Konfliktparteien im Jemen appelliert, die Kampfhandlungen für 24 Stunden einzustellen. In dieser Zeit sollten lebenswichtige Medikamente ins Land gebracht werden, erklärte das IKRK.

Alle Wege zu Wasser, zu Lande und zur Luft müssten ohne Verzögerungen geöffnet werden. Durch die Luftangriffe und Bodenkämpfe seien viele Menschen seit mehr als einer Woche von der Außenwelt abgeschnitten. Verletzte würden sterben, die humanitäre Lage sei katastrophal.

Beratungen im UN-Sicherheitsrat

Russland brachte derweil im UN-Sicherheitsrat einen Resolutionsentwurf zur Aussetzung der Luftangriffe der arabischen Militärkoalition gegen die Huthi-Rebellen in Jemen ein. Die Kampfpause soll demnach erlauben, Ausländer aus dem Jemen in Sicherheit zu bringen und bedürftigen Menschen Hilfe zukommen zu lassen.

Der UN-Sicherheitsrat beriet in New York hinter geschlossenen Türen über den Resolutionsentwurf. Moskau hatte eine Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrats zur Krise im Jemen beantragt.

Der saudiarabische Brigadegeneral Ahmed Assiri sagte, Hilfe werde geleistet, sobald die Zeit reif sei. Die Hilfsgüter dürften allerdings nicht in die falschen Hände, etwa die der Huthi-Rebellen, fallen.

Der britische UN-Vizebotschafter Peter Wilson sagte, sein Land unterstütze trotz der hohen Zahl ziviler Opfer weiter die Militärintervention. Diese erfolge als "Antwort auf eine legitime Anfrage" des jemenitischen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi.

Steigende Zahl ziviler Opfer

Die UNO hatte sich zuletzt besorgt über die steigende Zahl getöteter Zivilisten im Jemen gezeigt. Die UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos hatte am Donnerstag erklärt, binnen zwei Wochen habe es 519 Todesopfer sowie rund 1 700 Verletzte gegeben, viele davon bei den Luftangriffen der Militärallianz unter Führung Saudi-Arabiens und Beteiligung Ägyptens.

Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi erklärte, eines der vorrangigen Ziele der Militärintervention im Jemen sei die Sicherung der Meeresstraße Bab al-Mandab zwischen dem Roten Meer und dem Golf von Aden. "Die Sicherung des Schifffahrtsverkehrs im Roten Meer und der Schutz der Meerenge Bab al-Mandab ist eine der obersten Prioritäten für Ägyptens nationale Sicherheit", sagte Sisi. Ein Großteil des weltweiten Schifffahrtsverkehrs führt durch die Meerenge im Süden des Jemen, um über den Suezkanal ins Mittelmeer zu gelangen.

Saudi-Arabien und seine arabischen Verbündeten starteten die Luftangriffe am 26. März, da die Huthi-Rebellen auf die südliche Hafenstadt Aden vorrückten. Präsident Hadi war im Februar dorthin geflohen, nachdem die Rebellen die Hauptstadt Sanaa unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Nach dem Angriff auf Aden floh Hadi weiter nach Saudi-Arabien und bat das Königreich um Hilfe. Riad begründet die Intervention unter anderem damit, dass der Iran die Huthi-Rebellen unterstütze. Bisher gibt es dafür aber nur vage Hinweise.

© SZ.de/AFP/dpa/cmy
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