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Lübeck:Gewalttat im Linienbus

Messerattacke in Lübecker Linienbus

Die Umgebung im Stadtteil Kücknitz war am Freitagnachmittag weiträumig abgesperrt.

(Foto: Markus Scholz/dpa)

Ein Verdächtiger hat am Freitag neun Menschen mit einem "Stichwerkzeug" verletzt, so die Polizei. Das Motiv ist noch völlig unklar.

In einem Linienbus in Lübeck hat ein Mann am Freitag andere Fahrgäste attackiert und insgesamt neun Menschen verletzt. Sechs Personen seien durch Messerstiche verletzt worden, drei weitere auf andere Weise, sagte Schleswig-Holsteins Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU). Der Busfahrer habe einen Faustschlag abbekommen. Der Täter habe ein "Stichwerkzeug" benutzt, "wir wissen noch nicht genau, ob es tatsächlich ein Messer war", sagte ein Polizeisprecher.

Wie Augenzeugen den Lübecker Nachrichten berichteten, soll der Angreifer in dem vollbesetzten Bus der Linie 30 Richtung Travemünde unmittelbar vor der Attacke plötzlich seinen Rucksack fallen gelassen haben. "Eines der Opfer hatte gerade seinen Platz einer älteren Frau angeboten, da stach der Täter ihn in die Brust", zitiert die Zeitung eine Frau. Der Fahrer soll geistesgegenwärtig seinen Bus gestoppt und alle Türen geöffnet haben, so dass viele Fahrgäste den Bus verlassen konnten. Die Lübecker Staatsanwaltschaft sucht einige dieser Fahrgäste nun als Zeugen. Weitere Passagiere sollen den Täter überwältigt haben. Die Polizei hingegen wollte zum Tathergang noch keine Angaben machen. "Es ist noch nicht gesichert, wie sich der Vorfall tatsächlich abgespielt hat", sagte ein Polizeisprecher. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass auch der Kampfmittelräumdienst gerufen wurde, um den verdächtigen Rucksack zu untersuchen. Womöglich sei dieser mit brennbarem Material gefüllt gewesen. Augenzeugen berichteten den Lübecker Nachrichten, es solle aus dem Rucksack geraucht haben. Die Umgebung im Stadtteil Kücknitz war am Freitagnachmittag weiträumig abgesperrt.

Bei dem Festgenommenen handelt es sich laut Staatsanwaltschaft um einen 34 Jahre alten Deutschen mit Wohnsitz in Lübeck, der nicht in Deutschland geboren wurde. Berichten örtlicher Medien zufolge stammt er aus Iran. Es lägen keine Hinweise auf eine Radikalisierung des Mannes und auch keinerlei Anzeichen auf einen terroristischen Hintergrund vor, so die Polizei. Innenminister Grote sagte seine Teilnahme an der Eröffnung der Travemünder Woche ab.

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