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Der getötete Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke

(Foto: dpa)

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Von Tobias Dirr

Der Tag kompakt

Tatverdächtiger im Fall Lübcke drohte im Netz: "Es wird Tote geben." Der Verdacht eines rechtsextremistischen Hintergrunds hat sich im Fall des getöteten Kasseler Regierungspräsidenten erhärtet, der Generalbundesanwalt übernimmt die Ermittlungen. Der 45-jährige Stephan E. soll in den Neunzigern Geflüchtete angegriffen und jüngst im Internet Gewalt angekündigt haben, berichten Florian Flade, Susanne Höll, Georg Mascolo und Ronen Steinke. Bundespräsident Steinmeier fordert eine schnelle Aufklärung und ein entschiedenes Vorgehen gegen Hass und Hetze im Netz: "Wo die Sprache verroht, ist die Straftat nicht weit". Warum Lübcke zum Ziel rechter Hetze wurde, beschreibt Zita Zengerling.

Widerstand in der SPD gegen Grundsteuer-Kompromiss. Teile der SPD-Fraktion kritisieren den größeren Gestaltungsspielraum für die Länder und attackieren den Koalitionspartner CSU. In der Übergangsspitze der Sozialdemokraten ist man dagegen optimistisch. Von Mike Szymanski

Deutsche Bank plant offenbar milliardenschwere Bad Bank. Dorthin will das Unternehmen Wertpapiere im Volumen von bis zu 50 Milliarden Euro auslagern. Das Geldinstitut hat bereits Erfahrung damit: Ihre letzte Bad Bank hat die Deutsche Bank Ende 2016 geschlossen. Der Aktienkurs reagiert verhalten positiv auf die Nachricht. Er legte am Montag zeitweise um mehr als zwei Prozent zu. Von Meike Schreiber

Iran kündigt stärkere Urananreicherung an. Das Land will sich nicht mehr an zentrale Auflagen aus dem 2015 geschlossenen Atomabkommen halten. Teheran werde am 27. Juni den darin vereinbarten Grenzwert für Uranvorräte überschreiten, sagt ein Sprecher der nationalen Atomenergiebehörde. Zudem droht er, dass sein Land Uran künftig wieder auf bis zu 20 Prozent anreichern werde, wodurch es in Reichweite einer Atombombe kommen könnte. Von Matthias Kolb

3 aus 24 - Meistempfohlen heute

Rechter Abweg. Die Führungen von CDU und CSU tun Debatten über Koalitionen mit der AfD als irrelevant ab. Doch es gibt Parteimitglieder, die das Publikum auf genau solche Bündnisse vorbereiten. Kommentar von Detlef Esslinger

Das Einlenken Deutschlands ist auch ein Erfolg der Straße. Zögerlich willigt Berlin in das Ziel der EU ein, bis 2050 klimaneutral zu werden. Doch damit werden die Proteste der jungen Generation nicht überflüssig, denn es drohen riesige Hintertüren. Kommentar von Michael Bauchmüller

Wenn der Kampf kein Ende hat. Nur jede zehnte Vergewaltigung in München wird angezeigt. Und nur jeder elfte Tatverdächtige wird am Ende auch verurteilt. Für die Opfer kann es zur erneuten Tortur werden, wenn sie zur Polizei gehen - trotzdem raten Experten und Helfer dazu. Von Martin Bernstein und Elisa Britzelmeier

SZ-Leser diskutieren​

Zusammenarbeit der CDU/CSU mit der AfD - ausgeschlossen? "Dass es Stimmen in der CDU/CSU gibt, die es überhaupt in Erwägung ziehen, mit der AfD in ihrer jetzigen Form zusammenzuarbeiten, stimmt mich mehr als nachdenklich", schreibt Zahlendreher. Tom meint, die CDU sei der AfD "schon viel zu nahegekommen": "In den letzten Jahren ist die Politik immer weiter nach rechts gerückt." LITTLE JACK meint: CDU/CSU würden sich mit einer Zusammenarbeit nur "unglaubwürdig machen". Diskutieren Sie mit uns.