Krieg in NahostFür Trump ist die Straße von Hormus wieder offen

Nach einer Minenräumung sei die Meerenge für Schiffe wieder befahrbar und werde „zu 100 Prozent“ von den USA kontrolliert. Von Iran fordert der US-Präsident Schadenersatz für den Konflikt.

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Wichtige Updates
USA und Iran beschießen gegenseitig Schiffe 
US-Militär: Nehmen niemals Zivilisten ins Visier
USA greifen Ziele in Iran an
Ölpreise ziehen nach neuen US-Angriffen in Iran weiter an 
USA: Haben mit Angriffen auf Korps der Revolutionsgarden begonnen – Banken im Visier von Sanktionen

Schiffsverkehr in Straße von Hormus bricht nach Angriffen ein

Nach gegenseitigen Angriffen der USA und Irans auf Tanker ist der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus auf den niedrigsten Stand seit Mai eingebrochen. In den vergangenen zehn Tagen passierten im Durchschnitt nur noch zehn Frachtschiffe pro Tag die Meerenge, wie aus Daten des Analyseunternehmens Kpler hervorgeht. Am Samstag durchquerten demnach lediglich zwei Schiffe die wichtige Handelsroute, am Sonntag waren es sechs. Ein Tanker aus Saudi-Arabien habe beim Versuch, die Meerenge zu verlassen, umkehren müssen, zeigten LSEG-Daten. Zudem habe laut Kpler seit Mittwoch kein einziger Supertanker die Straße von Hormus verlassen.

Iran plant Sperrgebiet außerhalb der Straße von Hormus

Iran wird Staatsmedien zufolge in den kommenden Tagen ein neues Sperrgebiet vor der Straße von Hormus ankündigen. Die Zone beginne an der Blockadelinie der US-Marine und erstrecke sich über Teile des Golfs, zitieren die Medien den Sekretär des Nationalen Sicherheitsrats, Mohsen Resai. Jedes Schiff, das diese Gewässer befährt, werde auf eine Sanktionsliste gesetzt.
Luzia Geier
Luzia Geier

US-Militär: Angegriffener iranischer Öltanker versenkt

Ein von den USA angegriffener iranischer Öltanker ist nach Angaben des US-Militärs im Golf von Oman gesunken. Das Versenken der M/T Kylo sei der „Präzision und der Professionalität“ der US-Soldaten zu verdanken, erklärte das zuständige US-Regionalkommando Centcom in der Nacht auf der Plattform X. Der Tanker war demnach nicht mit Öl beladen. Ein vom US-Militär veröffentlichter Videoclip schien das getroffene Schiff zunächst mit Schlagseite zu zeigen, dann ging es unter. 
Das US-Militär hatte bereits am Samstag mitgeteilt, drei iranische Öltanker angegriffen zu haben. Die M/T Kylo  sei dabei an „mehreren entscheidenden Stellen“ getroffen worden, um es unbrauchbar zu machen. Die Besatzung sei zuvor angewiesen worden, den Tanker zu verlassen, hieß es. Die Angaben des Militärs ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Luzia Geier
Luzia Geier

Iran will US-Flugzeugträger mit Raketen angegriffen haben

Die iranischen Revolutionsgarde (IRGC) hat nach eigenen Angaben einen US-Flugzeugträger und einen Zerstörer mit ballistischen Raketen angegriffen. Eine Bestätigung der USA lag dazu zunächst nicht vor.

USA und Iran beschießen gegenseitig Schiffe 

Das US-Militär hat nach einem iranischen Angriff auf zwei seiner Kriegsschiffe eigenen Angaben nach drei iranische Öltanker angegriffen. Die iranische Revolutionsgarde habe zuvor ballistische Raketen auf US-Schiffe abgefeuert, teilte das US-Zentralkommando mit. "Die Botschaft an die Revolutionsgarde muss klar sein: Wenn sie auf zwei unserer Schiffe schießt, werden wir ihr einen noch höheren wirtschaftlichen Preis auferlegen - indem wir drei ihrer Schiffe ausschalten", sagte Admiral Brad Cooper, der Chef des für den Nahen Osten zuständigen US-Zentralkommandos. 

Iran erklärte seinerseits kurz danach, drei Tanker auf nicht genehmigten Routen in der Straße von Hormus angegriffen zu haben. 

Druck auf Iran: USA sanktionieren türkische Bank

Die USA verhängen im Rahmen des angekündigten verstärkten wirtschaftlichen Drucks auf Iran Sanktionen gegen eine türkische Bank. Die Golden Global Bank sowie Tochterunternehmen mit Sitz in Istanbul hätten Transaktionen im Wert von mehreren Millionen US-Dollar für die iranischen Revolutionsgarden ermöglicht, hieß es in einer Mitteilung des Finanzministeriums in Washington. Zudem hätten sie den internationalen Zahlungsverkehr der iranischen Führung unterstützt.

Durch die Sanktionen werden sämtliche Vermögenswerte der genannten Personen und Unternehmen in den USA gesperrt und Geschäfte mit ihnen untersagt. Finanzinstitute müssten „auf die harte Tour“ lernen, dass es die USA mit ihrer wirtschaftlichen Isolation Irans ernst meinten, sagte US-Finanzminister Scott Bessent laut der Mitteilung. 
Luzia Geier
Luzia Geier

Vance: Konflikt mit Iran ist kein Krieg

US-Vizepräsident J. D. Vance wertet die militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und Iran nicht als Krieg. „Ich würde es nicht als Krieg bezeichnen“, sagt Vance im Weißen Haus. Derzeit gebe es keine aktiven Gefechte, auch wenn der Konflikt an einigen Orten wieder aufgeflammt sei. Die USA hätten ihre großen Kampfeinsätze beendet.

Israel meldet Eroberung einer unterirdischen Hisbollah-Basis in Südlibanon

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben die Kontrolle über unterirdische Stellungen der libanesischen Hisbollah-Miliz im Südlibanon übernommen. Im Gebiet des strategisch wichtigen Hügels namens Ali al-Taher hätten die Soldaten „operative Kontrolle“, sowohl oberirdisch als auch unterirdisch, teilte die Armee mit. Sie hätten das Gebiet „von Terroristen befreit“. Einige seien getötet worden und andere geflohen. Die Hisbollah äußerte sich zunächst nicht. Nach israelischen Medienberichten hatten sich dort wochenlang Hisbollah-Kämpfer verschanzt. 

Nach Darstellung der israelischen Armee umfassen die unterirdischen Anlagen Kommandozentralen, Waffenlager, Räume für Generatoren, Schlaf- und Aufenthaltsräume, Duschen sowie eine Küche. „Damit konnten die Terroristen Kampfhandlungen organisieren und über längere Zeit unter der Erde bleiben“, hieß es weiter. Das Netzwerk sei über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg aufgebaut und von der iranischen Führung finanziert und geplant worden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. 
Anna Schimpp

Bürgerkrieg in Jemen spitzt sich weiter zu

In der Provinz Taiz in Jemen ist es erneut zu schweren Gefechten zwischen der Huthi-Miliz und den Truppen der international anerkannten Regierung gekommen. Die mit dem Regime in Teheran verbündete Huthi-Miliz soll mehr als ein Dutzend Raketen auf Ziele der Regierungstruppen an der Küste zum Roten Meer geschossen haben, hieß es aus Militärkreisen. Die Armee schoss dem staatlichen Fernsehsender Saba TV zufolge mehrere Drohnen ab. Der Sender berichtete von „heftigen Kämpfen“ an mehreren Fronten im Westen von Taiz. Mehrere Regierungssoldaten wurden örtlichen Berichten zufolge getötet. 

Der Iran-Krieg entflammte den Krieg in Jemen, der schon eingefroren schien, erneut. Die von Iran unterstützte Huthi-Miliz kämpft seit mehr als zehn Jahren gegen die Regierung Jemens, die von Saudi-Arabien unterstützt wird. Seit 2022 herrschte eine inoffizielle Waffenruhe und der Krieg schien wie eingefroren, es gab keine größeren Gefechte, aber auch keine Aussicht auf ein Kriegsende: „Kein Krieg, kein Frieden“, fasste die britische Jemen-Expertin Helen Lackner zusammen. 

Katz droht bei Angriff Iran in „Steinzeit zurückzuversetzen“

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hat Iran im Fall eines Angriffs mit einer massiven Reaktion gedroht. „Wir würden die gesamte nationale militärische und zivile Infrastruktur in Iran treffen – auch die Energieinfrastruktur – und Iran tief in die Steinzeit und das Zeitalter der Finsternis zurückversetzen“, sagte Katz laut Angaben seines Büros. „Ein iranischer Angriff auf Israel würde uns von jeglichen bestehenden Beschränkungen befreien.“

Weiter erklärte er: „Wir beobachten Anzeichen dafür, dass der enorme wirtschaftliche Druck, unter dem Iran steht, sowie die Angst vor einem Aufstand und dem Zusammenbruch des Regimes das Land zu verzweifelten Maßnahmen treiben könnten.“

Am Mittwoch hatte Katz laut einem Medienbericht bereits gesagt, dass sich Israel auf die Möglichkeit eines iranischen Angriffs während der anstehenden jüdischen Feiertage vorbereite. Teheran „greift gerne an Feiertagen an“, zitierte die Nachrichtenseite ynet den israelischen Verteidigungsminister. Ab dem Abend des 11. September wird das jüdische Neujahrsfest Rosch Haschana gefeiert. Am Abend des 20. September beginnt Jom Kippur, der höchste jüdische Feiertag. Im April hatte es während des jüdischen Pessach-Festes im Zuge des Iran-Kriegs in Israel Angriffe aus Teheran gegeben. 
Israels Verteidigungsminister Israel Katz (links) bei einem Truppenbesuch in Südlibanon (Archivbild).
Israels Verteidigungsminister Israel Katz (links) bei einem Truppenbesuch in Südlibanon (Archivbild). Ariel Hermoni/Verteidigungsministerium/dpa

Trump: Haben Irans neue Ausrüstung zerstört

Die erneute US-Militäroffensive gegen Iran wird nach den Worten von Präsident Donald Trump nicht "zu lange" andauern. Iran versuche, eine Rakete zum Abwurf von Minen zu bauen, sagt Trump vor Journalisten im Oval Office. Die USA hätten diese jedoch zerstört. Zudem habe Iran an der Instandsetzung seiner Radar- und Raketensysteme gearbeitet, die ebenfalls Ziel der US-Angriffe gewesen seien. "Wir haben das gesamte neue Gerät ausgeschaltet, das sie entlang der Straße von Hormus in Stellung zu bringen versuchten", sagt der Präsident. Es sei ein sehr schwerer Angriff gewesen, und die USA seien jederzeit zu einem weiteren bereit. 

"Trump-Straße“ statt Hormus-Straße? US-Präsident provoziert mit möglicher Umbenennung

US-Präsident Donald Trump hat auf der Plattform Truth Social eine Umbenennung der Straße von Hormus nach sich selbst ins Spiel gebracht. „Jetzt, da wir sie unter US-amerikanischer Kontrolle haben, sollten wir den Namen Hormus-Straße in TRUMP-STRASSE ändern???“, fragte er provozierend. „Genau wie Amerika selbst wäre sie dann „heißer“ als je zuvor!“, fügte Trump hinzu. 
Trump hat wiederholt die Umbenennung geografischer Orte angekündigt oder verfügt – zuletzt den US-kanadischen Grenzsee Lake Ontario in „Lake America“. Kanada lehnt die Umbenennung ab.

Im Fall der Straße von Hormus blieb unklar, wie sich Trump eine Umbenennung der Meerenge vorstellt. Iran hat Hoheitsgewässer an ihrer Nordseite, der Oman an ihrer Südseite. An ihrer schmalsten Stelle misst die Straße nur etwa 39 Kilometer. Da Iran und der Oman jeweils eine Zwölf-Seemeilen-Zone (etwa 22,2 Kilometer) beanspruchen, überschneiden sich die Hoheitsgewässer beider Anrainer. Internationale Gewässer existieren in diesem Bereich nicht. Dennoch konnten Handelsschiffe die Meerenge vor Beginn des Kriegs ungehindert passieren. Die Straße von Hormus ist für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger zentral.

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US-Militär: Nehmen niemals Zivilisten ins Visier

Das US-Militär hat Berichte über einen tödlichen Raketeneinschlag auf eine Hochzeitsfeier in Iran weder bestätigt noch dementiert. Man sei sich der Berichte bewusst, die von iranischen Staatsmedien stammten, teilte der Sprecher des zuständigen US-Regionalkommandos Centcom, Tim Hawkins, auf Anfrage mit. „Das US-Militär nimmt niemals Zivilisten ins Visier“, betonte er und stellte das als Unterschied zum Vorgehen der iranischen Revolutionsgarde dar.

US-Streitkräfte hatten vergangene Nacht Ziele in Iran angegriffen. Iranischen Medien zufolge wurden bei den Luftangriffen mindestens 18 Menschen getötet. Für besonders viel Aufmerksamkeit sorgte, dass demnach bei Sirik nahe der iranischen Küste ein Gebäude einer Hochzeitsfeier getroffen wurde. Dabei seien mindestens vier Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen ein kleines Kind. Andere Medienberichte sprachen von fünf Todesopfern. Das Außenministerium in Teheran warf den USA Kriegsverbrechen vor.

USA: Deutlich mehr Öl durch Straße von Hormus

Nach Angaben von US-Energieminister Chris Wright ist zuletzt deutlich mehr Öl durch die blockierte Straße von Hormus verschifft worden als in den Monaten zuvor. Am Montag hätten Tanker mehr als 17 Millionen Barrel Öl transportiert, sagte er in einem Interview des US-Senders CNBC. Dies sei seit Beginn des Iran-Krieges ein Rekord. 

Die genannte Summe an angeblich transportiertem Öl überrascht: Experten der Internationalen Energie-Agentur (IEA) schätzten im Juni dieses Jahres die Menge an verschifftem Öl in den Monaten März bis Mai auf durchschnittlich 2,7 Millionen Barrel am Tag. Vor dem Kriegsausbruch Ende Februar lag die Menge dagegen bei rund 20 Millionen Barrel. Ähnliche Zahlen finden sich bei der US-Energieinformationsbehörde EIA, die im ersten Halbjahr 2025 täglich noch knapp 21 Millionen Barrel durch die Meerenge verzeichnete.

USA greifen Ziele in Iran an

Die USA attackierten nach eigenen Angaben in der Nacht Militäreinrichtungen der iranischen Streitkräfte. Die US-Streitkräfte griffen Ziele der iranischen Revolutionsgarde an, darunter Luftabwehrstellungen, Radarsysteme sowie Geräte zum Verlegen von Seeminen, wie das für die Region zuständige US-Militärkommando Centcom auf der Plattform X mitteilte. Die Angriffe seien eine Folge der versuchten iranischen Angriffe auf Handelsschiffe und US-Ziele in der Region. Die mehr als 50 000 US-Streitkräfte in der Region des Persischen Golfs seien weiterhin bereit, Angriffe durchzuführen, hieß es.

Infolgedessen reagierte Iran mit Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Ziele im Irak, Jordanien, Kuwait und Bahrain. Der Konflikt spielt sich dabei vor allem an der Straße von Hormus und den iranischen Südprovinzen ab. Bei den Luftangriffen wurden iranischen Medien zufolge mindestens 19 Menschen getötet. Auf der Insel Lawan kamen demnach drei Mitglieder einer paramilitärischen Einheit ums Leben, in der Provinz Kermanschah sieben Soldaten der Luftstreitkräfte der Revolutionsgarde. Bei Sirik nahe der iranischen Küste sei ein Gebäude einer Hochzeitsfeier getroffen worden. Dabei kamen vier Menschen ums Leben, unter ihnen ein kleines Kind. In der Industrieprovinz Chusestan meldeten Behördenvertreter sieben Tote. Der Leiter der iranischen Rothalbmond-Gesellschaft, Pirhussein Koliwand, verurteilte den Angriff auf die Hochzeitsfeier. In einem Brief an den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag forderte er eine Untersuchung, wie die Hilfsorganisation mitteilte. Inzwischen bezeichnet Irans Außenministerium den Angriff auf die Hochzeitsgesellschaft als Kriegsverbrechen.
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