Krieg in NahostFür Trump ist die Straße von Hormus wieder offen

Nach einer Minenräumung sei die Meerenge für Schiffe wieder befahrbar und werde „zu 100 Prozent“ von den USA kontrolliert. Von Iran fordert der US-Präsident Schadenersatz für den Konflikt.

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Wichtige Updates
Bericht: Zwei Pumpen von saudi-arabischer Ost-West-Pipeline beschädigt 
Militär: Saudi-Arabien wehrt Huthi-Drohne bei Mekka ab
US-Minister: Saudische Pipeline „sehr bald“ wieder in Betrieb
Bericht: Saudi-Arabien drosselt Rohöllieferung nach Europa
Tanker laut Iran in Straße von Hormus nach Minen-Kollision in Brand geraten – USA widersprechen
Ulrike Putz

Irans Außenminister macht sich über US-Verluste lustig

Der Munitionsmangel des US-Militärs und die Verluste im Krieg gegen Iran sind von der Führung in Teheran mit reichlich Spott quittiert worden. Hunderte US-Militärstützpunkte in der Region seien „in Stücke geschossen“ worden, Dutzende US-Flugzeuge verbrannt, höhnte der iranische Außenminister Abbas Araghchi auf der Plattform X. Er bezog sich dabei auf Angaben des US-Verteidigungsministeriums. Die Behauptung, Iran sei wehrlos, sei nichts als „Fiktion“, schrieb Araghchi.

Zuvor hatte das US-Militär in einem Bericht an das Parlament in Washington eingeräumt, dass iranische Angriffe „Hunderte Gebäude und Strukturen“ auf US-Militärstützpunkten in den verbündeten Staaten Kuwait, Bahrain, Katar, den Vereinigten Arabischen Staaten, Saudi-Arabien, Irak, Oman und Jordanien beschädigt oder zerstört hätten. Zudem seien im Verlauf des Krieges Dutzende Kampfjets und andere Flugzeuge des US-Militärs zerstört oder beschädigt worden, hieß es. Das sei „nur die Spitze des Eisberges“, höhnte Araghchi.

Bericht: Zwei Pumpen von saudi-arabischer Ost-West-Pipeline beschädigt 

Bei dem Drohnenangriff auf die wichtige Ost-West-Pipeline in Saudi-Arabien in der vergangenen Woche sind Insiderangaben zufolge zwei Pumpstationen beschädigt worden. Wann die Reparatur abgeschlossen werden könne, sei unklar, sagen drei Insider aus der Öl- und Sicherheitsbranche der Nachrichtenagentur Reuters. Die vom Staatskonzern Saudi Aramco betriebene 1200 Kilometer lange Pipeline verfügt über insgesamt elf Pumpstationen und zwei Druckentlastungsstationen. Sie verläuft quer über die Arabische Halbinsel und dient als Hauptroute für Öl aus dem Nahen Osten, da die Straße von Hormus wegen des Iran-Krieges weitgehend gesperrt ist. 

Der Angriff, der saudi-arabischen Angaben zufolge aus dem Irak erfolgte, hatte das Land am Freitag zu einer vorübergehenden Stilllegung der Pipeline gezwungen. Die Regierung in Riad macht bislang keine genauen Angaben zum Ausmaß der Schäden oder zur Dauer der Reparatur. 
Anna Schimpp

China fordert Öffnung der Straße von Hormus und Mäßigung von Iran und USA

China ruft Iran und die USA zur Mäßigung auf und dringt auf eine rasche Wiederöffnung der Straße von Hormus. Beide Staaten müssten besonnen bleiben, Zurückhaltung üben und zum „Memorandum von Islamabad“ zurückkehren, sagt der chinesische Außenminister Wang Yi bei einem Treffen mit seinem iranischen Amtskollegen in Peking mit Verweis auf eine Grundsatzvereinbarung zur Beendigung des Krieges, wie das chinesische Außenministerium mitteilt. China wolle zudem verhindern, dass die Spannungen in der Region weiter auf Jemen und das Rote Meer übergriffen, erklärt Wang. Die Politik Pekings gegenüber Iran bleibe unverändert. 
Ulrike Putz

Militär: Saudi-Arabien wehrt Huthi-Drohne bei Mekka ab

Die saudi-arabische Luftabwehr hat nach Militärangaben nahe der für Muslime heiligen Stadt Mekka eine Drohne der jemenitischen Huthi-Miliz abgefangen. Das unbemannte Flugobjekt wurde demnach im Süden der Stadt zerstört. Turki al-Maliki, der Sprecher des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses, das in Jemen an der Seite der Regierung gegen die Huthi-Miliz kämpft, bezeichnete den Angriff auf der Plattform X als „schändliche Tat“. 

Al-Maliki zufolge war die versuchte Drohnen-Attacke der erste Huthi-Angriff auf die für Muslime heilige Stadt seit 2017. Damals hatte die Miliz demnach versucht, Mekka mit einer ballistischen Rakete anzugreifen. 
Ulrike Putz

US-Minister: Saudische Pipeline „sehr bald“ wieder in Betrieb

Die nach Drohnenangriffen in Saudi-Arabien abgeschaltete Ost-West-Pipeline wird nach Einschätzung von US-Energieminister Chris Wright „sehr bald“ wieder in Betrieb sein. „Dies wird eine kurze und vorübergehende Unterbrechung sein. Sie wird sich in Tagen bemessen“, sagte er dem US-Sender CNBC. Die wichtige Pipeline, die unter Umgehung der faktisch blockierten Straße von Hormus große Mengen Öl vom Persischen Golf zum Roten Meer bringen kann, war kürzlich nach Angriffen auf die Leitung vorsorglich stillgelegt worden. 

Seit Beginn des Iran-Kriegs und der darauffolgenden weitestgehenden Blockade der für den globalen Ölhandel wichtigen Meerenge durch iranische Drohungen und Angriffe auf Schiffe versucht das Königreich, mithilfe der Pipeline einen noch größeren Einbruch seiner Ölexporte zu verhindern. 
Ulrike Putz

US-Militär: Iranische Attacke auf unbemanntes Wasserfahrzeug abgewehrt

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben eine von Iran versuchte Übernahme eines unbemanntes Wasserfahrzeug der USA abgewehrt. Zwei iranische Kleinboote hätten kürzlich erfolglos versucht, die Kontrolle über das unbemannte Boot zu übernehmen, teilte ein Sprecher des für die Region zuständigen US-Kommandos Centcom mit. Wann und wo sich die Attacke genau ereignete, machte das US-Militär nicht bekannt.

Das Fahrzeug ist nach Angaben des Portals Axios unter Berufung auf US-Beamte für Patrouillen in der Straße von Hormus im Einsatz. Die iranische Revolutionsgarde hätten hinter der versuchten Übernahme am Montag gesteckt. Die Boote seien zerstört und die Menschen auf den Booten getötet worden.
Barbara Klimke

Bericht: Saudi-Arabien drosselt Rohöllieferung nach Europa

Saudi-Arabien storniert Insidern zufolge einige für Ende September geplante Rohöllieferungen an europäische Kunden. Der weltgrößte Rohölexporteur reagiere damit auf die Schließung seiner Ost-West-Pipeline nach einem Angriff in der vergangenen Woche, sagen drei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Die Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz im Roten Meer belasten das Geschäft, auch der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus wird weiter behindert. Der staatliche Ölkonzern Saudi Aramco lehnt eine Stellungnahme ab. 
Anna Schimpp

Mehr als 100 000 Vertriebene durch neue Kämpfe in Jemen

Infolge der erneut ausgebrochenen Kämpfe zwischen der von Iran unterstützten Huthi-Miliz und der international anerkannten jemenitischen Regierung sind nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR mehr als 100 000 Menschen innerhalb des Landes vertrieben worden. 

Tausende weitere seien über den Seeweg über das Rote Meer nach Dschibuti geflohen, teilt die Organisation in Genf mit. Der Zugang für humanitäre Hilfslieferungen sei wegen der unsicheren Lage, zerstörter Straßen und blockierter Kommunikationswege extrem schwierig. 

Die mit Iran verbündeten Huthi verstärken derzeit ihre Angriffe auch auf saudi-arabische Städte sowie die Energieinfrastruktur und rücken entlang der Küste des Roten Meeres in Richtung der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab vor. Die Luftstreitkräfte Saudi-Arabiens und Jemens fliegen Luftangriffe auf Stellungen der Miliz. 
Binnenvertriebende in einer Notunterkunft im Süden Jemens.
Binnenvertriebende in einer Notunterkunft im Süden Jemens. AFP
Anna Schimpp

Warnsirenen in Mekka: Menschen sollen ruhig bleiben

Im Zuge der Angriffe der von Iran unterstützen Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien haben Behörden auch in der für Muslime heiligen Stadt Mekka eine Warnung ausgegeben. Die Menschen dort sollten ruhig bleiben und offizielle Anweisungen befolgen, teilte der saudische Zivilschutz mit. Auch in der Küstenstadt Dschidda am Roten Meer, dem wichtigsten kommerziellen Zentrum neben der Hauptstadt Riad, wurde Alarm ausgelöst. Bald darauf wurden die Warnungen wieder aufgehoben. 

Es ist das erste Mal seit der neuen Eskalation mit der Huthi-Miliz, dass in der muslimischen Pilgerstätte Mekka Alarm ausgelöst wird - Attacken dort gab es in vergangenen Jahren nicht. Vor Beginn der vergangenen großen Wallfahrt Hadsch im Mai hatte das Verteidigungsministerium bereits Videos der Flugabwehr in Mekka veröffentlicht. Das saudische Militärbündnis in Jemen teilte zuletzt mit, man werde „entschlossen“ auf Angriffe reagieren. 
Erstmals seit der neuen Angriffswelle steigt auch die Gefahr in der muslimischen Pilgerstätte Mekka.
Erstmals seit der neuen Angriffswelle steigt auch die Gefahr in der muslimischen Pilgerstätte Mekka. REUTERS
Die Huthi-Miliz beschießt bei der Eskalation in Jemen auch wieder verstärkt Ziele im benachbarten Saudi-Arabien. Das Königreich ist mit der international anerkannten Regierung in Jemen verbündet und bombardiert Ziele der Iran-treuen Miliz.

US-Bericht räumt Munitionsmangel infolge des Iran-Kriegs ein

Eine Aufsichtsbehörde des US-Verteidigungsministeriums hat in einem offiziellen Bericht an den Kongress Munitionsengpässe infolge des Iran-Kriegs eingeräumt. Der Munitionsverbrauch im Rahmen der „Operation Epic Fury“ (auf Deutsch etwa: „Operation epische Wut“) habe „strategische Bestandslücken“ verursacht und „Engpässe in der Rüstungsindustrie bei der Nachschubversorgung offenbart“, hieß es in dem am Montag (Ortszeit) erschienenen Bericht.

Um diese Engpässe zu verringern, arbeite das Verteidigungsministerium daran, Beschaffungsprozesse und Produktionsvorlaufzeiten zu straffen und kritische Materialien, Komponenten und ausgewählte Munition einzulagern, „um im Notfall schnell reagieren zu können“, hieß es. Verfasst wurde der Bericht von der Generalinspektion des Pentagons, einer unabhängigen Behörde innerhalb des Ministeriums. Er deckt den Zeitraum vom 1. April bis 30. Juni ab.

UN-Sicherheitsrat befasst sich mit Lage an Meerenge Bab al-Mandab 

Der UN-Sicherheitsrat kommt zu einer Sitzung über die Lage an der Meerenge Bab al-Mandab zusammen. Das von Frankreich beantragte Treffen soll am Nachmittag (New Yorker Ortszeit) stattfinden, wie zwei französische Diplomaten der Nachrichtenagentur Reuters sagen. 

Iran-Krieg verteuert Öl und Waren im Großhandel

Die Ölpreise haben im frühen Handel nach einem Rückgang am Vorabend wieder Boden gutgemacht. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee zur Lieferung im November kletterte am Morgen um gut 1,7 Prozent auf 107,48 Dollar. 

Die sogenannte Ost-West-Pipeline, eine wichtige saudische Ölroute und eine Ausweichroute für Transporte durch die Straße von Hormus, war in der vergangenen Woche nach Angriffen stillgelegt worden. Der Staatskonzern Saudi Aramco hat bislang keinen Termin für eine Wiederaufnahme genannt. Brent-Öl hat sich in diesem Jahr bislang um fast 76 Prozent verteuert, während sich der US-Iran-Krieg über die ölreiche Region ausgebreitet hat, Schiffe in der Straße von Hormus attackiert wurden und Ölfelder stillgelegt werden mussten. Diplomatisch bleibt die Lage angespannt. Während Trump jüngst mal wieder erklärte, Iran wolle ein Abkommen, nennt Iran die Erfüllung seiner Bedingungen als Voraussetzung für Gespräche.
 
Auch die Verkaufspreise im deutschen Großhandel sind im August so stark gestiegen wie seit dreieinhalb Jahren nicht. Verglichen mit dem Vorjahresmonat lagen die Preise um 6,8 Prozent höher, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Einen größeren Sprung binnen Jahresfrist gab es zuletzt im Februar 2023 mit damals 9,5 Prozent. „Ausschlaggebend für den Preisanstieg im August 2026 waren noch immer die Kriegshandlungen in Iran und im Nahen Osten, in deren Folge sich insbesondere die Großhandelspreise für Energieprodukte und Rohstoffe erhöhten“, erläuterte die Behörde in Wiesbaden.
Luzia Geier
Luzia Geier

Schiffsverkehr in Straße von Hormus bricht nach Angriffen ein

Nach verstärkten Angriffen im Nahen Osten geht der Schiffsverkehr in der strategisch wichtigen Straße von Hormus zurück. Am Montag passierten dem Analysehaus Kpler zufolge nur noch vier Rohstoff-Frachtschiffe die Meerenge, nachdem es am Vortag zehn gewesen seien. Die iranische Revolutionsgarde hatte zuvor von der Explosion eines Öltankers nach einer Kollision mit Minen berichtet. Auch in der Meerenge Bab el-Mandab nimmt der Schiffsverkehr ab.

Tanker laut Iran in Straße von Hormus nach Minen-Kollision in Brand geraten – USA widersprechen

In der Straße von Hormus ist nach Angaben der iranischen Revolutionsgarde ein Öltanker auf eine Seemine gefahren und explodiert. Der Tanker El Gaia sei auf der vom Iran verminten südlichen Route durch die Meerenge unterwegs gewesen, berichtete der staatliche Rundfunk Irib unter Berufung auf die Revolutionsgarde. Das gesamte Schiff sei nach der Detonation der Mine in Flammen aufgegangen.
„Die Straße von Hormus ist geschlossen und bleibt unter unserer Kontrolle“, teilte demnach die Marine-Führung der Revolutionsgarden mit. Sie habe zuvor vor dem Befahren der südlichen Route gewarnt. Die Marine hat die südliche Passage vermint, lediglich eine nördliche Route entlang der iranischen Küste für sicher erklärt und verlangt Gebühren für die Durchfahrt.
 Das US-Militär wies die Darstellung der Revolutionsgarde zurück. El Gaia sei vielmehr bereits im vergangenen Monat von einer iranischen Rakete getroffen worden, teilte das für die Region zuständige Zentralkommando der US-Streitkräfte (Centcom) mit. Am Wochenende habe Iran das Schiff dann vor der Küste des Omans erneut mit einer Drohne angegriffen. Gegenwärtig werde der manövrierunfähige Tanker von einem regionalen Partner abgeschleppt.

Die Straße von Hormus ist im Iran-Krieg zum zentralen Streitpunkt zwischen Teheran und Washington geworden. Vor dem Krieg lief rund ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung durch die Meerenge. Auch Flüssiggas und Dünger aus den Golfstaaten werden über die Route exportiert. Ein für diesen Montag geplantes Außenministertreffen der Staaten am Persischen Golf über die Straße von Hormus wurde kurzfristig abgesagt. 
Anna Schimpp

USA verhindern Teilnahme von Irans Atomchef an IAEA-Konferenz 

Die USA haben die Teilnahme des iranischen Atomchefs Mohammad Eslami an der Generalkonferenz der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien verhindert und damit Protest aus Teheran ausgelöst. Die US-Regierung legte ihr Veto gegen eine Ausnahmegenehmigung von UN-Sanktionen ein, die Eslami die Reise ermöglicht hätte. Iran sprach von einem „politischen Akt“, der die Arbeit der Organisation untergrabe.

Österreich als Gastland hatte nach eigenen Angaben eine Ausnahme beantragt, die nach einem Einspruch der USA abgelehnt wurde. Ein US-Diplomat bestätigte den Einspruch. Eslamis Teilnahme hätte die Konferenz zu einer „Bühne für Propaganda“ gemacht und die Glaubwürdigkeit der IAEA untergraben, sagte er zur Begründung.
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