Litauen:Staatsbürgerschaft von Abramowitsch-Kindern wird geprüft

Litauens Regierung will die Umstände der Vergabe litauischer Pässe an zwei Kinder des russischen Oligarchen Roman Abramowitsch untersuchen. Die Ankündigung am Donnerstag erfolgte in Reaktion auf einen investigativen Medienbericht, wonach ein Sohn und eine Tochter des Milliardärs die Staatsbürgerschaft des baltischen EU-Landes besitzen und ihrem Vater womöglich geholfen haben sollen, internationale Sanktionen zu umgehen. Die Einbürgerung der beiden Kinder vor etwa zehn Jahren wurde von den litauischen Behörden bestätigt. "Die Verleihung der Staatsbürgerschaft darf kein Geheimnis sein und ein litauischer Pass kann kein Vorwand für die Umgehung von Sanktionen oder andere Missbräuche sein", sagte Innenministerin Agne Bilotaite und kündigte zudem Gesetzesänderungen an. Damit soll Personen die Staatsbürgerschaft entzogen werden können, wenn sie eine Bedrohung für Litauens nationale Sicherheit darstellen. Abramowitsch wurde nach Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine im März 2022 auf die EU-Sanktionsliste gesetzt. Anders als bei engen Kreml-Vertrauten wurden die Familienmitglieder des Oligarchen aber nicht mit Sanktionen belegt. Nach einem früheren Bericht des britischen Guardian soll Abramowitsch kurz vor dem Einmarsch seines Heimatlandes in die Ukraine einen Teil seines Vermögens auf seine Kinder übertragen haben. Dass zwei von ihnen einen litauischen Pass besitzen, geht der neuen Untersuchung zufolge aus gehackten Daten eines in Zypern ansässigen Unternehmensdienstleister hervor. Der Oligarch selbst besitzt nach Angaben der Migrationsbehörde aber keinen litauischen Pass.

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