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Litauen:In seiner Freizeit übt der Unternehmer schießen

Dass Litauen als Nato-Mitglied Teil des mächtigsten Militärbündnisses der Welt ist, reicht dem jungen Mann nicht. Er hat sich entschieden, selbst aktiv zu werden: "Verteidigung beginnt bei jedem Einzelnen", sagt er.

Vizbaras ist unmittelbar, nachdem Wladimir Putin die Krim annektieren ließ, der Lietuvos Šaulių Sąjunga beigetreten, der Litauischen Schützenunion. Die Bürgerwehr veranstaltet einerseits Sommerlager für Kinder, ähnlich wie die Pfadfinder. Aber dass sie ihre Mitgliederzahlen in den vergangenen zwei Jahren nach Angaben der Zentrale in Kaunas um etwa ein Drittel auf gut 10 000 erhöht hat, liegt vor allem an der Sorge, Russlands Präsident könne sich eines Tages überlegen, auch in Litauen einzumarschieren.

Viele Litauer greifen zur Waffe, lassen sich wie Kristijonas Vizbaras militärisch schulen. "Für mich ist das eine Notwendigkeit", sagt Vizbaras. Schließlich lasse Putin in Manövern genau solche Invasionsszenarien erproben, habe Russland seine Propaganda im Baltikum ausgedehnt. Er habe gar nichts gegen das russische Volk, aber Moskau sei schon seit Längerem "unberechenbar und irrational".

Natürlich ist das alles eine Frage der Perspektive. Moskau empfindet seinerseits die großen Nato-Manöver im Baltikum und in Polen als Provokation und nennt seine eigenen Übungen eine bloße Reaktion auf den westlichen Aggressor. Mindestens einmal in der Woche trifft sich Vizbaras mit seiner Einheit von der Schützenunion. Sie erhalten taktische Anweisungen von pensionierten Soldaten, hören sich Vorträge über Patriotismus an.

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"Für ein kleines Land wie Litauen zählen jeder Mann und jede Frau"

Und regelmäßig verbringen die 15 Mitglieder der Einheit ihre Wochenenden im Wald, um ihre Fähigkeiten in der Guerilla-Kriegsführung zu trainieren. "Falls Russland angreifen sollte, wäre es unsere Aufgabe, den Kampf hinter feindlichen Linien zu führen", sagt Vizbaras.

Die litauische Armee nimmt die Schützenunion ernst, sie hält immer wieder mal gemeinsame Übungen mit ihr ab. "Für ein kleines Land wie Litauen zählen jeder Mann und jede Frau, die helfen, unsere Nation zu verteidigen", sagt Dalius Polekauskas, Stabschef der Landstreitkräfte.

Kristijonas Vizbaras hat 5000 Euro aus eigener Tasche für seine Ausrüstung ausgegeben. An diesem Tag lässt er sich von einem Afghanistan-erprobten litauischen Soldaten die Technik am Maschinengewehr genauer erklären. Der Schießstand, ein paar Kilometer außerhalb von Vilnius, ist vor allem an Wochenenden gut besucht, die Mitglieder der Schützenunion trainieren dann ihre Zielgenauigkeit.

Sandwälle säumen die Schießbahn, Vizbaras feuert Dutzende Salven ab. Stehend, liegend, erst mit dem Maschinengewehr, danach noch mit der Pistole - mit echter Munition. Danach schaut er sich die Einschüsse auf der Zielscheibe an, der Trainer lobt seine Genauigkeit. Für Kristijonas Vizbaras ist das hier kein Spiel.

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