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Linksextremismus:Ermittler fahnden mit Videoaufnahmen nach früheren RAF-Mitgliedern

  • Ernst-Volker Staub, Burkhard Garweg und Daniela Klette leben seit Jahrzehnten im Untergrund.
  • Mit der Veröffentlichung bislang unter Verschluss gehaltener Videos unternimmt das Landeskriminalamt Niedersachsen einen neuen Vorstoß, sie aufzuspüren.
  • Die Ex-RAF-Terroristen könnten sich mittlerweile auch im europäischen Ausland aufhalten.

Seit mehr als einem Vierteljahrhundert sucht die Polizei nach ihnen: Ernst-Volker Staub, Burkhard Garweg und Daniela Klette sind die letzten noch zur Fahndung ausgeschriebenen - im Falle von Garweg und Klette mutmaßlichen - Mitglieder der Rote-Armee-Fraktion (RAF). Nun haben Ermittler neue Videobilder der drei Untergetauchten veröffentlicht.

Die seit Montag vom niedersächsischen Landeskriminalamt (LKA) im Internet bereitgestellten Filmsequenzen zeigen Aufnahmen aus Überwachungskameras, die bei einem Raubüberfall in Hildesheim im vergangenen Jahr und in einem Linienbus in Osnabrück entstanden.

Die Behörden hoffen auf Hinweise von Menschen, die die Gesuchten darauf anhand der Kleidung oder der typischen Bewegungsabläufe wiedererkennen. Sie machen das Trio für eine ganze Serie professionell organisierter Raubüberfälle auf Supermärkte und Geldtransporter in Norddeutschland verantwortlich. Hinweise auf aktuelle terroristische Aktivitäten der drei Gesuchten gibt es aber nicht.

Staub, Garweg und Klette hielten sich den Erkenntnissen der Ermittler zufolge offenbar häufig in der Gegend um die Städte Bielefeld, Porta Westfalica und Osnabrück in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen auf. Die Polizei ist sich jedoch nicht sicher, dass die Gesuchten immer noch in Deutschland sind.

Es sei nicht auszuschließen, dass sie mittlerweile im Ausland "Unterschlupf" gefunden haben, schreibt das LKA. Die Ermittler nennen insbesondere Italien, Frankreich, Spanien und die Niederlande.

Mit Panzerfaust den Geldtransporter überfallen

Ernst-Volker Staub, 63 Jahre, Burkhard Garweg, 49, und Daniela Klette, 59, sollen zur dritten Generation der linksterroristischen RAF gehört haben. Nach Jahren im Untergrund rückten sie im vergangenen Jahr erneut ins Visier der Ermittler, nachdem sie durch DNA-Spuren mit Überfällen auf Geldtransporter in Verbindung gebracht werden konnten. Seither läuft eine großangelegte Fahndung, es wurde eine Belohnung von 80 000 Euro ausgesetzt.

Die Beute der Überfälle soll insgesamt mehrere Hunderttausend Euro betragen. Zuletzt schlugen die drei Gesuchten der Polizei zufolge im Juni 2016 in Cremlingen bei Braunschweig zu. Mit Panzerfaust und Automatikgewehr überfielen zwei Männer und eine Frau einen Geldtransporter und ein Geschäft.

© SZ.de/AFP/dpa/gal/ees/cat

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