Die US-Regierung hat Deutschland vorab nicht über die Einstufung des linksextremen deutschen Netzwerks „Antifa-Ost“ als Terrorgruppe informiert. Das machten am Freitag mehrere Ministeriumssprecher deutlich. Bei dem Netzwerk „Antifa-Ost“, das auch unter dem Namen „Hammerbande“ bekannt ist, handele es sich um ein linksextremistisches Netzwerk, dem Gewalttaten zugeschrieben werden, unter anderem in Ungarn. Nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden hat sich das Gefährdungspotenzial der Gruppe zuletzt deutlich verringert. Die Rädelsführer und besonders gewaltbereite Teile der Gruppierung seien entweder bereits rechtskräftig verurteilt oder in Haft. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hatte die deutsche „Antifa-Ost“ am Donnerstag auf die Terrorliste gesetzt. Die Vereinigung habe zwischen 2018 und 2023 „zahlreiche Angriffe gegen Personen verübt, die sie als ‚Faschisten‘ oder Teil der ‚rechten Szene‘ in Deutschland ansieht“, hieß es.
In Deutschland hatte die Bundesanwaltschaft im Juli in Düsseldorf Anklage gegen sechs mutmaßliche Mitglieder der Gruppe erhoben. Die Karlsruher Behörde wirft ihnen vor, an Angriffen auf tatsächliche und vermeintliche Rechtsextremisten in Budapest im Februar 2023 beteiligt gewesen zu sein. Den Beschuldigten werden unter anderem Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, gefährliche Körperverletzung sowie versuchter Mord zur Last gelegt. Sieben weitere Mitglieder sind vor dem Oberlandesgericht Dresden angeklagt, einige von ihnen auch wegen versuchten Mordes.