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Linken-Politiker:Lafontaine erteilt Bundespolitik eine Absage

Oskar Lafontaine, Die Linke, Bundestag

Oskar Lafontaine: Absage an die Bundespolitik

(Foto: Stefan Boness/Ipon)

Seit Monaten kokettierte Oskar Lafontaine mit einer Rückkehr in die Bundespolitik: Jetzt hat sich die graue Eminenz der Linken entschieden, nicht mehr bei der Bundestagswahl anzutreten. Die Partei rechnet dennoch mit seiner Unterstützung.

Oskar Lafontaine will nicht in die Bundespolitik zurückkehren. Der frühere Parteichef der Linken werde sich bei der kommenden Bundestagswahl nicht um ein Mandat bewerben, berichtet die Saarbrücker Zeitung. Über seine Entscheidung wolle er die Fraktion seiner Partei im saarländischen Landtag am Montag informieren. Das bestätigte der stellvertretende Fraktionssprecher Michael Schlick. Zu den Gründen lagen zunächst keine näheren Angaben vor.

Lafontaine war in den vergangenen Wochen von Teilen seiner Partei zur Rückkehr nach Berlin aufgefordert worden. Sie versprachen sich davon bessere Wahlchancen vor allem im Westen der Bundesrepublik.

Trotz des Verzichts von Lafontaine rechnet die Parteiführung der Linken mit dem Engagement des Ex-Parteichefs im Bundestagswahlkampf. "Ich bin mir sicher, dass Herr Lafontaine auch ohne Kandidatur in den nächsten Monaten für die Linke unterwegs sein wird", sagte der Bundesgeschäftsführer der Linken, Matthias Höhn. Lafontaine bleibe "eine öffentliche Person für die Linke, wie er das in den letzten Jahren ohne Bundestagsmandat auch schon war".

Vor zehn Jahren: Lafontaine und der Rücktritt

Oskars Paukenschlag

Lafontaine war mehr als 20 Jahre in der Bundespolitik aktiv - zunächst für die SPD, dann für die von ihm mitgegründete Linke. Er hatte sich nach der Bundestagswahl 2009 wegen einer Krebserkrankung aus der Bundespolitik zurückgezogen und auch sein Bundestagsmandat niedergelegt. Eine mögliche Kandidatur für Platz 1 der saarländischen Linke-Landesliste hatte der 69-Jährige bislang immer offengelassen.