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Linke:Wagenknecht braucht keine Hilfe aus der Rentner-Loge

Sahra Wagenknecht

Sahra Wagenknecht bei einem Auftritt in Berlin.

(Foto: dpa)

Gysi zankt sich mit der Linken-Fraktionschefin um Europapolitik, Lafontaine springt ihr bei. Die Herren erinnern dabei an die beiden Kauze aus der Loge der Muppet-Show. Die Linke sollte sich von diesen grauen Eminenzen emanzipieren.

Kommentar von Constanze von Bullion

Politik und Privatleben lassen sich trennen, hat Sahra Wagenknecht 2011 gesagt. Damals wurde bekannt, dass sie mit Ex-Linken-Chef Oskar Lafontaine zusammen lebt. Wagenknecht, heute Fraktionschefin, mag es gar nicht, wenn man ihr unterstellt, sie sei nur Sprachrohr ihres Ehemanns. Das ist zu verstehen. Nicht zu verstehen ist, warum sie es sich dann nicht verbittet, dass ihr Oskar dauernd aus dem Off zwischenruft und ihr Schützenhilfe bei politischen Machtkämpfen in Berlin gibt. So als schaffte sie das nicht allein.

Im Streit um die Flüchtlingspolitik sagt die Sahra gern, was der Oskar schon gesagt hat. In Wagenknechts Gerangel mit Gregor Gysi um die Europapolitik und um dessen Rolle im Parlament wiederum ist Lafontaine jetzt seiner Frau beigesprungen. Gysi soll in der zweiten Reihe bleiben, findet Lafontaine. Echt?

Gysi und Lafontaine erinnern inzwischen an Waldorf und Statler, die beiden Kauze in der Loge der Muppet-Show, die immerfort dazwischenquaken. Nur, dass sie sich eben nicht kaputtlachen, sondern einander in den Haaren liegen. Für die Jüngeren in der Linken wird es Zeit, sich von den grauen Eminenzen zu emanzipieren. Wagenknecht aber sei ein Blick auf andere Polit-Paare empfohlen: Bei den Honeckers redete meistens er, und sie schlug mit der Handtasche drein. Bei den Clintons redet jetzt sie, und er hält meistens den Mund. Das ist die etwas bessere Variante. Dann weiß das Publikum wenigstens, wer da für welchen Unfug verantwortlich ist.

© SZ.de/ghe
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