bedeckt München 17°
vgwortpixel

Libyen-Krise: Das Kriegsaufgebot:Wer die Truppen gegen Gaddafi stellt

Der Militäreinsatz in Libyen wird wahrscheinlich vor allem von französischen, britischen und US-Streitkräften getragen - mehrere andere Staaten haben aber zugesagt, sich mit Schiffen und Flugzeugen zu beteiligen oder Luftwaffenstützpunkte zur Verfügung zu stellen. Der Überblick.

FRANKREICH verfügt über rund 100 Kampfflugzeuge, vorwiegend vom Typ Rafale und Mirage 2000, sowie AWACS-Flugzeuge zur Luftraumüberwachung. Zunächst kamen rund 20 Kampfflugzeuge zum Einsatz. Paris schickte zudem den Flugzeugträger "Charles de Gaulle" vom südfranzösischen Hafen Toulon auf den Weg vor Libyens Küste. Die Stützpunkte Solenzara auf Korsika und N'Djamena im Tschad können als Basis benutzt werden.

The French aircraft carrier 'Charles De Gaulle'  is seen on the quay of the naval base in Toulon

Französischer Flugzeugträger Charles De Gaulle: Auf dem Weg ins Kriegsgebiet

(Foto: REUTERS)

GROSSBRITANNIEN hat Kampfflugzeuge vom Typ Tornado und Eurofighter in die Nähe von Libyen, möglicherweise nach Zypern, verlegt. Dort sind auch AWACS-Maschinen stationiert. Zudem befinden sich die Fregatten "Westminster" und "Cumberland" im Mittelmeer. In Großbritannien gestartete Tornados feuerten am Samstag Marschflugkörper des Typs Storm Shadow auf Ziele in Libyen ab.

DIE USA haben auf dem Stützpunkt Sigonella auf Sizilien F-15- und F-16-Kampfflugzeuge stationiert. Der Helikopterträger "Bataan" und zwei weitere Kriegsschiffe sollen am Mittwoch von den USA ins Mittelmeer aufbrechen, wo sie die Helikopterträger "Kearsarge" und "Ponce" ablösen sollen. Außerdem befinden sich derzeit die Zerstörer "Barry und "Stout" im westlichen Mittelmeer. Beide haben Marschflugkörper vom Typ Tomahawk an Bord. Außerdem verfügt die US-Navy im Mittelmeer über drei U-Boote, die bei Operationen gegen Libyen eingesetzt werden sollen.

DIE NATO hat noch keine direkte Beteiligung zugesagt, Frankreich ist gegen einen Einsatz des Bündnisses. Es hat jedoch eine Reihe von Awacs-Flugzeugen rund um die Uhr zur Überwachung des Luftraums über Libyen im Einsatz. Außerdem entsandte die Nato kürzlich drei Marineschiffe in die Region und hat einen Verband von Minenjagdbooten in der Nähe.

ITALIEN hat die Nutzung von sieben Luftwaffenstützpunkten angeboten. Möglicherweise beteiligt sich das Land auch mit eigenen Einheiten der Luftwaffe und der Marine.

SPANIEN stellt vier F-18-Kampfjets, ein Flugzeug für die Luftbetankung, ein Marineüberwachungsflugzeug, eine Fregatte und ein U-Boot ab. Eine Beteiligung am Einsatz ist laut Verteidigungsministerium ab Sonntag vorgesehen.

KANADA hat die Beteiligung von sechs Jagdbombern des Typs CF-18 zugesagt. Außerdem befindet sich die Fregatte "Charlottetown" in der Region.

DEUTSCHLAND will sich nicht direkt beteiligen. Kanzlerin Angela Merkel hat aber vorbehaltlich eines Bundestagsbeschlusses deutsche Awacs-Aufklärungsflüge über Afghanistan angeboten, um die anderen Staaten dort zu entlasten. Außerdem dürfen die US-Stützpunkte in Deutschland für den Einsatz benutzt werden.

DÄNEMARK entsandte vier F-16-Jagdflugzeuge, zwei Reservekampfjets und ein Transportflugzeug auf einen Stützpunkt auf Sizilien.

NORWEGEN will "binnen weniger Tage" sechs F-16-Maschinen zur Durchsetzung der Flugverbotszone über Libyen bereitstellen.

BELGIEN hat eine Beteiligung von vier seiner sechs bei der Nato eingesetzten F-16-Jagdflugzeuge und den Einsatz eines Minenjagdboots angeboten.

DIE NIEDERLANDE wollen sich militärisch beteiligen, die Form ist aber noch offen.

GRIECHENLAND stellt Stützpunkte zur Verfügung.

KATAR hat eine nicht genauer benannte Beteiligung zugesagt.

DIE VEREINIGTEN ARABISCHEN EMIRATE haben über einen UN-Diplomaten ebenfalls eine Teilnahme versprochen - doch wurde diese bisher nicht offiziell bestätigt.

© sueddeutsche.de/AFP/plö/tob

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite