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Liberalismus:Ex-FDP-Mitglieder wollen neue liberale Partei gründen

In der FDP erkennen sie nur noch die "Perversion des Liberalismus". Frustrierte Ex-Mitglieder wollen mit einer neuen liberalen Partei nun alles besser machen. Und das schon ab September.

  • Frühere FDP-Politiker kündigen die Gründung einer neuen liberalen Partei an. Sie fühlen sich von ihrer ehemaligen Partei enttäuscht.
  • Der Gründungsparteitag ist für Ende September geplant.

Gruppe aus 35 Mitgliedern gründet neue Partei

Manche flüchten sich noch in die "Alternative für Deutschland", andere enttäuschte Ex-FDP-Mitglieder wollen es nun mit einer eigenen Alternative versuchen. Wie Welt Online berichtet, strebt eine Gruppe aus 35 Liberalen die Gründung einer neuen Partei an. Zu den Initiatoren gehören dem Bericht zufolge der ehemalige stellvertretende Hamburger FDP-Landesvorsitzende Najib Karim und der ehemalige zweite Hamburger Bürgermeister Dieter Biallas, der jahrzehntelang der FDP angehörte. Beide zählten dem Bericht zufolge zum sozialliberalen Flügel der FDP. Der erste Parteitag ist für Ende September geplant.

Ausblick auf die Landtagswahl in Sachsen

Sachsen ist nicht Berlin. U

(Foto: dpa)

Die Gründungsmitglieder seien bewusst vor der Landtagswahl in Sachsen an die Öffentlichkeit gegangen, weil die angestrebte Parteigründung nicht im Lichte des Wahlergebnisses beurteilt werden solle, sagte Karim Welt Online. "Wir sehen, unabhängig vom Wahlergebnis in Sachsen, unser Verständnis von Liberalismus in der Partei nicht vertreten", fügte er hinzu.

Anderes Verständnis von Liberalismus

In ihrem Aufruf mit dem Titel "Wir brauchen eine neue liberale Partei!" kritisieren die Gründungsmitglieder massiv die Politik der inzwischen nicht mehr im Bundestag vertretenen ehemaligen Regierungspartei. "Mit dem Wechsel von der sozialliberalen zur christlichliberalen Koalition hat der Liberalismus, soweit er politisch von der FDP vertreten wurde, durch das kritiklose Aufgreifen rein wirtschaftlicher Wunschvorstellungen geradezu zu einer Perversion des Liberalismus geführt und Besitzstandsdenken über die Ermöglichung von Chancen gestellt", heißt es in dem Aufruf.

© süddeutsche.de/AFP/dpa/kfu/segi

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