Libanon Libanesischer Premier Hariri schiebt Rücktritt auf

Damit sei er einer Bitte des libanesischen Präsidenten Aoun nachgekommen, erklärte Hariri. Ursprünglich hatte er vor knapp drei Wochen im saudischen Riad seinen Rücktritt erklärt.

Saad Hariri bleibt vorerst Ministerpräsident des Libanon. Damit komme er der Bitte von Staatspräsident Michel Aoun nach, mit seinem endgültigen Rücktritt noch zu warten. Das erklärte Hariri in einer Fernsehansprache in der libanesischen Hauptstadt Beirut.

Ursprünglich hatte der 47-Jährige vor knapp drei Wochen im saudischen Riad seinen Rücktritt erklärt. Seither gab es Gerüchte, er habe auf Druck der Golfmonarchie hin gehandelt, andere behaupteten, Hariri stünde in Saudi-Arabien unter Hausarrest. Die genauen Umstände sind nach wie vor unklar.

Hariri, der zwischen 2009 und 2011 schon einmal Ministerpräsident des Libanon war, steht momentan einer breiten Koalition vor, die alle wichtigen politischen Kräfte des Landes vereint. Mit diesem Bündnis gelang es der Regierung bislang, nicht in den Sog der Kriegswirren im Nachbarland Syrien zu geraten.

Dies schien durch Hariris Rücktritt gefährdet, den er mit der Angst vor einem Attentat begründet hatte. Einem solchen war schon sein Vater - ebenfalls Ministerpräsident in Libanon - 2005 zum Opfer gefallen.

Hariri hatte zudem schwere Vorwürfe gegen Iran und die Hisbollah erhoben, die als enger Verbündeter Teherans in Beirut im Parlament sitzt und an Hariris Einheitskabinett beteiligt war. Sie dominiert mit ihrer Miliz militärisch das kleine Land am Mittelmeer.

Beobachter hatten angesichts der Spannungen befürchtet, dass die Rivalität zwischen Saudi-Arabien und Iran nun in Libanon einen neuen Schauplatz finden könne.

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