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Leutheusser-Schnarrenberger über Brüderle:"Ach, das war doch ein Kompliment"

Erste Kabinettssitzung im neuen Jahr

"Ach das war doch ein Kompliment", verteidigt Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger ihren Parteikollegen Brüderle in der Sexismus-Debatte

(Foto: dpa)

Ein Dirndl ausfüllen können - wo ist denn da die Beleidigung, fragt sich FDP-Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger. Ihr Parteikollege Rainer Brüderle verhalte sich zu den Sexismus-Vorwürfen völlig richtig.

Die starke Frau der FDP, Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, hält die Sexismus-Vorwürfe gegen den Fraktionsvorsitzenden der Liberalen, Rainer Brüderle, offensichtlich für haltlos: "Ach, das war doch ein Kompliment", sagte sie dem Deutschlandfunk.

Brüderle steht seit vergangener Woche in der Kritik, der Journalistin Laura Himmelreich gegenüber verbal übergriffig gewesen zu sein. Sie hatte im Stern einen Artikel veröffentlicht, in dem sie beschreibt, wie Brüderle sich Anfang 2012 über ihre Brüste geäußert habe: "Sie können ein Dirndl ausfüllen", zitierte Himmelreich den FDP-Politiker. Der Artikel hat parteiübergreifend Kritik an Brüderle ausgelöst und sich zu einer gesellschaftlichen Debatte über Sexismus ausgeweitet.

"Wenn ich auch ein Dirndl tragen kann und das steht mir gut, wo ist denn da die Beleidigung. Also ich möchte wirklich, dass man hier mal die Kirche im Dorf lässt", sagte nun Leutheusser-Schnarrenberger. Zudem betonte die Justizministerin, sie lasse sich als Frau nicht in die potenzielle Opferrolle drängen. Die FDP stehe geschlossen hinter Brüderle. Er verhalte sich in der Debatte richtig. Die Diskussionen, die nun geführt werden, seien mit dem Verhalten Brüderles nicht mehr in Einklang zu bringen.

Brüderle schweigt zu den Vorwürfen Himmelreichs beharrlich. Hochrangige FDP-Politiker nahmen ihren Fraktionsvorsitzenden öffentlich in Schutz: Die Berichterstattung sei ein Jahr "nach dem angeblichen Vorfall zutiefst unfair", sagte Außenminister Guido Westerwelle. Parteichef Rösler kritisierte, die Vorwürfe gegen Brüderle seien durchsichtig und haltlos.