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Interview am Morgen: Frauen in der CDU:"Ich bin für eine verbindliche Quote"

Auftakt Kommunal-Wahlkampf der CDU Ruhr

Zum Auftakt des Kommunal-Wahlkampfes der CDU Ruhr kam auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (Mitte) nach Castrop-Rauxel. Dort entstanden die Fotos mit den Parteifreunden, die für Aufsehen sorgten.

Für ein Wahlkampf-Foto ließ sich CDU-Vize Laschet mit männlichen Kandidaten fotografieren - und erntete dafür reichlich Spott. Oliver Wittke hat den Termin organisiert. Ein Gespräch über Frauenförderung, einen Krankheitsfall und den Unterschied zu Innenminister Seehofer.

Interview von Cristina Marina

Ein Foto von einem Wahlkampftermin der CDU Ruhr in Castrop-Rauxel hat im Netz für Spott und Kritik gesorgt. Das Bild zeigt Armin Laschet, den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten und Kandidaten für den CDU-Bundesvorsitz, zusammen mit Oberbürgermeister- und Landratskandidaten der CDU. Allein: Unter ihnen ist keine einzige Frau. Oliver Wittke, Bezirksvorsitzender der CDU Ruhr und Abgeordneter im Bundestag, hat den Termin organisiert.

SZ: Herr Wittke, das Foto der Herrenrunde um Armin Laschet hat für großes Aufsehen gesorgt. Warum war keine Frau dabei?

Oliver Wittke: Die zwölf Oberbürgermeister- und Landratskandidaten sind allesamt in Einzelwahl nominiert worden. Und wenn in Essen und Dortmund Männer aufgestellt wurden, kann man schlecht sagen, jetzt muss es in Bochum eine Frau sein. Unsere OB-Kandidatin in Mülheim an der Ruhr musste leider aus gesundheitlichen Gründen ihre Kandidatur zurückgeben.

Haben Sie nicht damit gerechnet, dass es dann Spott und Kritik gibt? Schon Horst Seehofer sorgte für Aufsehen, als er 2018 als neuer Bundesinnenminister sein Team vorgestellt hatte, das nur als Männern bestand.

Es ist ein Unterschied, ob ich acht Staatssekretäre ernenne und alle Männer sind oder zwölf verschiedene Großstädte und Kreise jeweils einen Kandidaten aufstellen.

Wie viele Frauen hat die CDU in Nordrhein-Westfalen für die Kommunalwahl aufgestellt?

Auf der Liste für die erste Direktwahl des Ruhrparlaments steht bei der CDU spätestens auf jedem dritten Platz eine Frau. Bei der letzten Bundestagswahl waren acht von 20 und bei der Landtagswahl 13 der 38 Kandidatinnen und Kandidaten Frauen.

Haben die Reaktionen auf das Foto den Effekt, dass Frauen in der CDU jetzt motivierter sind, sich zu zeigen?

Wir haben, nicht zuletzt Dank Angela Merkel, Annegret Kramp-Karrenbauer, Ursula von der Leyen und einer ganzen Reihe weiterer Frauen in Spitzenpositionen viele, viele hochmotivierte Frauen in der CDU.

Könnte eine Frauenquote verhindern, dass in Zukunft ähnliche Fotos entstehen?

Ganz sicher! Wir brauchen mehr aktive Frauenförderung in der Union. Deshalb bin ich für eine verbindliche Quote. Die hätte aber das OB-Kandidatenfoto allein auch noch nicht geändert.

Hat einer der Männer auf dem Foto eigentlich einen Migrationshintergrund?

Anders als der amtierende CDU-Oberbürgermeister von Bonn, Ashok-Alexander Sridharan, haben wir leider unter den zwölf OB- und Landratskandidaten im Ruhrgebiet keinen mit Migrationshintergrund. Als Gründer des Deutsch-Türkischen Forums freue ich mich aber über eine Vielzahl von Rats- und Kreistagskandidatinnen und -kandidaten.

© SZ.de/oh/odg
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