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CDU:Laschet: "Mein Platz ist nach der Bundestagswahl in Berlin"

Noch sitzt Armin Laschet auf der Regierungsbank in Düsseldorf. Nach der Bundestagswahl im September will er auf jeden Fall in Berlin bleiben.

Noch sitzt Armin Laschet auf der Regierungsbank in Düsseldorf. Nach der Bundestagswahl im September will er auf jeden Fall in Berlin bleiben.

(Foto: Federico Gambarini/dpa)

Der CDU-Kanzlerkandidat will von einem "Rückfahrticket nach Düsseldorf" nichts wissen. Den Landesparteitag möchte er trotzdem verschieben - aus zwei Gründen.

Von Jana Stegemann, Düsseldorf

Der Aachener Armin Laschet hat sich jetzt offenbar tatsächlich auf die Hauptstadt festgelegt: Ja, er werde in Berlin bleiben - egal, was im September passiere. Das ist die Quintessenz eines Interviews, das die Frankfurter Allgemeine Zeitung mit dem NRW-Ministerpräsidenten und Unions-Kanzlerkandidaten führte.

Auf die Frage, ob er im Fall einer Niederlage bei der Bundestagswahl Ende September für sich "ein Rückfahrticket nach Düsseldorf" beanspruche, um weiter das bevölkerungsreichste Bundesland regieren zu können, sagte Laschet: "Klares Nein. Für mich ist klar: Mein Platz ist nach der Bundestagswahl in Berlin." Er wolle Bundeskanzler werden und "mit aller Kraft dafür kämpfen, dass die Union die Wahl gewinnt", so Laschet, der derzeit in Personalunion Chef der Bundes- und der NRW-CDU ist.

Reaktion auf Medienberichte

Der 60-jährige CDU-Chef reagiert damit auch auf Medienberichte über ein mögliches "Rückfahrticket". So hatten mehrere CDU-Landespolitiker der Süddeutschen Zeitung bestätigt, dass Laschets Wunsch, einen für Frühsommer geplanten CDU-Landesparteitag auf einen Termin erst nach der Bundestagswahl zu verschieben, als Signal für die Rückkehroption verstanden wurde.

Es hieß, so wolle Laschet verhindern, dass NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst, der Favorit für seine Nachfolge, bereits im Juni Landesparteivorsitzender und damit auch designierter NRW-Ministerpräsident werde. Nun sei ein Parteitag im Oktober - und damit nach der Bundestagswahl - angedacht.

Offen ließ Laschet in dem FAZ-Interview, ob er im Fall einer Niederlage Oppositionsführer im Bundestag werden wolle: "Ich trete an, um die Wahl zu gewinnen. Wer was wann wie wird, entscheiden Partei und Fraktion nach dem Votum der Wählerinnen und Wähler."

Für seine Nachfolge als Chef des größten Landesverbandes der Partei, der mächtigen NRW-CDU, gibt es neben dem 45-jährigen Hendrik Wüst noch zwei andere Interessenten: So gilt der langjährige Laschet-Vetraute Herbert Reul als eine mögliche Option. Der 68-Jährige hat sich als NRW-Innenminister deutschlandweit einen Namen gemacht bei der Bekämpfung von Clan-Kriminalität und Kindesmissbrauch. Ebenfalls wird der Name von NRWs Bauministerin Ina Scharrenbach häufiger genannt; die 44-Jährige ist derzeit Vorsitzende der NRW-Frauenunion.

Laschet begründet seinen Wunsch nach Verschiebung des Parteitages dann auch so: "Es gibt aus der Mitte der Partei mehrere qualifizierte Kandidatinnen und Kandidaten, die bereit sind, für den Landesvorsitz und das Amt des Ministerpräsidenten anzutreten." Zudem gebe es in der Partei den "dringenden Wunsch", nicht wochenlange Personaldebatten zu führen, "sondern sich voll und ganz auf die so wichtige Bundestagswahl" zu konzentrieren.

Es gilt als sicher, dass Laschet bei einer Sitzung des NRW-Landesvorstands am kommenden Montag seine Kandidatur für den Bundestag und für Platz eins auf der NRW-Landesliste bekannt geben wird.

© SZ
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