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Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen:An Rhein und Ruhr gehen deutlich mehr Menschen wählen

Landtagswahl NRW

Im Nordrhein-Westfalen sind noch bis 18 Uhr mehr als 13,1 Millionen Menschen zur Stimmabgabe aufgerufen.

(Foto: dpa)
  • Bis zum Mittag gaben bei der Landtagswahl in NRW nach Stichproben etwa 34 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab - fünf Prozentpunkte mehr als bei der vergangenen Wahl.
  • Im bevölkerungsreichsten Bundesland sind bis 18 Uhr mehr als 13,1 Millionen Menschen zur Stimmabgabe aufgerufen.
  • Es wird ein knapper Wahlausgang erwartet. Als wahrscheinlichste Regierungsoption nach der Wahl gilt eine Große Koalition.

Bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen zeichnet sich eine höhere Wahlbeteiligung als vor fünf Jahren ab. Bis zum Mittag gaben nach Mitteilung des Landeswahlleiters nach Stichproben etwa 34 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Das waren fünf Punkte mehr als bei der Landtagswahl 2012. In der Landeshauptstadt Düsseldorf lag die Wahlbeteiligung bis zum Mittag bei mehr als 41 Prozent.

Im bevölkerungsreichsten Bundesland sind noch bis 18 Uhr mehr als 13,1 Millionen Menschen zur Stimmabgabe aufgerufen. Die Wahl gilt auch als letzter und zugleich wichtigster Stimmungstest vor der Bundestagswahl im September.

In Nordrhein-Westfalen wird ein knapper Wahlausgang erwartet. In den Umfragen lieferten sich zuletzt die SPD unter Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und die oppositionelle CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Armin Laschet ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit wechselnder Führung. Als wahrscheinlichste Regierungsoption nach der Wahl gilt eine Große Koalition, die das derzeitige rot-grüne Landesbündnis ablösen könnte. Der Einzug der AfD gilt als ebenso wahrscheinlich wie der Abschied der Piraten-Partei aus dem letzten Landesparlament. Die FDP könnte mit ihrem Spitzenkandidaten Christian Lindner dritte Kraft werden.

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz sagte bei seiner Stimmabgabe in Würselen, wo er einst Bürgermeister war, Landtagswahlen hätten zwar immer einen stimmungsbildenden Charakter, am Ende seien sie aber Abstimmungen über das jeweilige Bundesland. Amtsinhaberin Kraft widersprach dem Eindruck, ein nachlassender "Schulz-Effekt" könne sie den Wahlsieg kosten. Sie sei zuversichtlich, nachdem die SPD bis zuletzt gekämpft habe. CDU-Spitzenkandidat Armin Laschet sagte, es gebe eine reale Chance auf einen Sieg seiner Partei.

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