LandtagswahlHessisches Roulette

In Hessen wird gewählt - und selten waren so viele Koalitionsoptionen am Tisch. Kann Bouffier Ministerpräsident bleiben? Oder kommt ein Konkurrent zum Zug? Die Kandidaten im Überblick.

Von Juri Auel

Volker Bouffier, 66, CDU

Der amtierende Ministerpräsident gab sich früher als harter Hund, inzwischen inszeniert sich Volker Bouffier gerne als fürsorglicher Landesvater. Der Vize-Chef der CDU ist ein Befürworter der liberalen Linie Angela Merkels. Die Wahl in Hessen dürfte also auch größere Auswirkungen auf die Zukunft der Kanzlerin haben.

Bouffiers Chancen, die nächste Koalition anzuführen, galten vor einigen Wochen noch als sehr gut. Mittlerweile sind alle Optionen am Tisch. Aktuell sieht es so aus, als ob es für Schwarz-Grün in Hessen keine Mehrheit mehr geben könnte. Dabei arbeitet die anfangs als gewagtes Experiment eingestufte Konstellation bislang recht geräuschlos. Beide Parteien ließen sich gegenseitig genug Platz, um sich zu entfalten. Bouffier wirbt daher für eine Fortsetzung des Regierungsbündnisses. "Es geht um Hessen, es geht darum, dass das Land stark bleibt, dass wir kein Durcheinander kriegen", sagt er. Um an der Macht zu bleiben, bliebe Bouffier noch ein Bündnis mit der SPD oder eine Jamaika-Koalition mit FDP und Grünen. Doch auch ein rein linkes Bündnis aus Grünen, SPD und Linken ist nicht unrealistisch. Selten dürfte es vor einer Wahl in Hessen so viele denkbare Möglichkeiten einer Regierungsbildung gegeben haben.

Bild: dpa 23. Oktober 2018, 16:022018-10-23 16:02:47 © SZ.de/dpa/lalse/stein