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Landtagswahl 2013:Ude hat nur eine Chance

Ude hat nur eine Chance: Er muss sich endlich vom Münchner Oberbürgermeister zu einer bayerischen Autorität entwickeln, hinter der sich ein sehr breites Spektrum versammeln kann. Da bleibt noch viel zu tun.

Seit einem Jahr laufen die Linien in der bayerischen Politik aufs Interessanteste auseinander. Die spannende Frage ist, ob Udes Bündnis noch einmal die Chance bekommt, Union und Liberale zu überflügeln. Ausgeschlossen ist das nicht, zumal die Gegner von den CSU-immanenten Sprengkräften profitieren könnten. Seehofers größter Gegner ist Seehofer selbst. Erst im Sommer hat der CSU-Chef bei seinen verschiedenen Drohungen mit dem Koalitionsbruch bewiesen, wie schnell der parteiinterne Rüpel bei ihm durchkommt.

Seehofer schwenkt auf Griechenland-Kurs Merkels ein

Heute ist seine Politik erkennbar darauf ausgerichtet, Problemfelder abzuräumen, bevor sie ihm gefährlich werden könnten. Für Seehofer steht viel auf dem Spiel: Eine Niederlage der CSU in Bayern könnte der Anfang vom Ende ihrer Eigenständigkeit sein. So erklärt sich auch sein jüngster Schwenk vom Wochenende: weg von den sprichwörtlichen roten Linien in der Europolitik, hin zum pragmatischen Kurs der Kanzlerin. Fragt sich nur, ob Seehofer es schafft, ein Jahr lang jede Eigenständigkeit der Wahlkampfdisziplin unterzuordnen.

Für die Perspektive im Bund wird die Wahl in Bayern von nun an mit jedem Tag wichtiger - dafür spricht schon der Zeitplan. Die Landtagswahl wird wohl nach erbittertem Ringen der Parteien am Ende in den September des Jahres 2013 terminiert werden, kurz vor der Bundestagswahl. Die Entscheidung im größten Flächenland der Republik wird Klarheit schaffen, ob die Zielmarke von 40 Prozent, wie sie Seehofer für die Union bundesweit vorgab, annähernd realistisch ist.

Für die SPD wäre ein Verharren auf den zuletzt desaströs niedrigen Werten in Bayern und in Baden-Württemberg zum Verzweifeln. Wenn die Genossen es nicht schaffen, im Süden nach oben zu kommen, kann ihr Kanzlerkandidat Peer Steinbrück seine Ambitionen wohl begraben. Anders gewendet: Siegt die Union in Bayern, dann ist Kanzlerin Angela Merkel ihre größten Sorgen los.