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Landtag - Schwerin:Neues Lehrerbildungsgesetz soll Seiteneinsteigern helfen

Bildung
Bettina Martin (SPD) spricht bei einer Veranstaltung. Foto: Frank Hormann/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

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Schwerin (dpa/mv) - Mecklenburg-Vorpommern ist nach Einschätzung von Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) auch in Zukunft auf Seiteneinsteiger angewiesen, um den eigenen Lehrerbedarf decken zu können. "Wir werden die Qualifizierungsmaßnahmen ausbauen, um so die inhaltliche und pädagogische Befähigung kontinuierlich weiterzuentwickeln", kündigte Martin am Mittwoch im Schweriner Landtag an. Das neue Lehrerbildungsgesetz, das nun zur Beratung dem Parlament vorliege, stelle dafür die Weichen.

"Wir brauchen in den kommenden Jahren zahlreiche neue Lehrerinnen und Lehrer im Land. Daher ist es nur selbstverständlich, den Beruf auch für diejenigen interessant zu machen, die nicht den klassischen Weg des Lehramtsstudiums eingeschlagen haben", erklärte Martin. Um fehlende pädagogische Kenntnisse zu erlangen, sollen Seiteneinsteiger eine zweijährige Qualifizierung absolvieren, vergleichbar dem Referendariat. Zudem werde die Frist für die Anerkennung der Lehrbefähigung verkürzt. Das hat Auswirkungen auch auf die Entlohnung. Laut Martin sind derzeit 11 Prozent der landesweit etwa 11 300 Lehrer sogenannte Seiteneinsteiger.

Linksfraktionschefin Simone Oldenburg erneuerte ihre Kritik am Vorgehen des Ministeriums. Die neue Qualifizierung komme nur wenigen Seiteneinsteigern zugute, da nur wenige über die geforderte Eignung für zwei Fachbereiche verfügten. Und die Verkürzung der Bewährungszeit bis zur Lehrbefähigung von zehn auf sieben Jahre für Nicht-Akademiker und von sieben auf fünf für Seiteneinsteiger mit Hochschulabschluss sei noch lange keine Qualitätsverbesserung. Oldenburg forderte Reformen des Lehramtsstudiums, damit mehr Studenten auch einen Abschluss erreichen.

Jüngsten Erhebungen zufolge brechen in Mecklenburg-Vorpommern mehr als zwei Drittel der Lehramtsstudenten für Regionale Schulen das Studium ab oder wechseln in ein anderes Bundesland.

© dpa-infocom, dpa:210127-99-193693/2

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