Landtag:Polizistin: Flutwelle im Ahrtal war um 22 Uhr bekannt

Hochwasser
Durch die Wassermassen der Jahrhundertflut im vergangenen Jahr zerstört wurde die historische Ahrbrücke in Rech. Foto: Boris Roessler/dpa (Foto: dpa)

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Mainz (dpa/lrs) - Die Existenz einer großen Flutwelle an der Ahr war der Polizei nach Darstellung einer Koblenzer Hauptkommissarin am 14. Juli gegen 22 Uhr klar. "Ich habe um 22 Uhr meinen Dienst angefangen. Da hatten wir keine Hochwasserlage mehr, da hatten wir eine Flutkatastrophe", sagte Marita Simon von der Führungszentrale des Polizeipräsidiums Koblenz am Freitag im Landtags-Untersuchungsausschuss Flutkatastrophe.

Sie sei zu Dienstbeginn mit den Worten begrüßt worden: "In Schuld sind gerade sechs Häuser von der Flutwelle weggerissen worden", berichtete die 56-Jährige. Im Radio habe sie zuvor gehört, dass die Autobahn 61 gesperrt und eine Mauer zusammengebrochen war. "Wenn sechs Häuser weggerissen werden und man mit Toten und Verletzten rechnen muss, ist das für mich der Beginn einer Katastrophe."

In der Integrierten Leitstelle in Koblenz sei ihr zudem gesagt worden: "Hier ist Land unter." Und: "Das ganze Ahrtal ist mehr oder weniger ein Schwerpunkt."

Sie habe ständig in telefonischem Kontakt zur Integrierten Leitstelle und zum Lagezentrum des Innenministeriums gestanden, sagte Simon. Mit der Einsatzleitung (TEL) im Kreis Ahrweiler habe es in ihrer Dienstzeit nur einen Kontakt gegeben. Dass die TEL eingerichtet worden war, habe sie aus der Integrierten Leitstelle erfahren. Dann seien aber auch bald die Telefonleitungen zusammengebrochen.

In Ahrort Schuld seien die Einsatzkräfte nicht mehr an die Häuser gekommen und die Polizei Adenau habe um Hilfe gebeten. "Das war eine Lage, da mussten wir improvisieren." Wichtig sei vor allem eine Kräftesammelstelle gewesen, die am Nürburgring eingerichtet worden war.

© dpa-infocom, dpa:220715-99-38751/2

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