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Landtag - Kiel:Ministerin: mehr Frauen im Landesdienst in Führungsebenen

Deutschland
Sabine Sütterlin-Waack (CDU), Gleichstellungsministerin. Foto: Carsten Rehder/dpa/Archiv (Foto: dpa)

Kiel (dpa/lno) - Schleswig-Holsteins Gleichstellungsministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU) sieht deutliche Erfolge zu Gunsten der Frauen im Öffentlichen Dienst, aber in einigen Bereichen noch erheblichen Aufholbedarf. "Die Chancengleichheit von Frauen insbesondere auf Führungsebene muss ein Schwerpunkt unserer gleichstellungspolitischen Arbeit sein", sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag im Landtag in Kiel. Sie stellte den fünften Bericht zum Thema Gleichstellungspolitik im Öffentlichen Dienst für 2014 bis 2018 vor.

Der Fokus der Landesregierung liege derzeit auf dem Ziel, innerhalb der Landesverwaltung und den Landesunternehmen mehr Frauen in der obersten Führungsebene zu etablieren. Im Dialog mit den Ressorts und der Zivilgesellschaft will die Ministerin 2020 eine landesweite gleichstellungspolitische Strategie erarbeiten. "In fast allen Besoldungs- und Entgeltgruppen im unmittelbaren Landesdienst ist der Anteil von Frauen gestiegen", sagte die CDU-Politikerin.

Im Landesdienst sind 58,8 Prozent der Beschäftigten Frauen. Im Vergleich zum Bericht von 2015 ist das eine Steigerung von 2,7 Prozent. Allerdings schwanken die Zahlen je nach Ressort. In fünf von acht Geschäftsbereichen sind mehr Frauen als Männer beschäftigt. Weniger Frauen als Männer arbeiten im Innen-, im Umwelt- und im Wirtschaftsministerium. Die Spanne reicht von 25,5 Prozent Frauenanteil im Wirtschaftsministerium bis 70,3 Prozent im Bildungsministerium.

Der Frauenanteil in herausgehobenen Führungspositionen im Landesdienst wächst langsam. Im Bereich der hohen B-Besoldung ist jede fünfte Beschäftigte weiblich (19,8 Prozent) - eine Steigerung von vier Prozentpunkten. Auf der Ebene der obersten Landesbehörden sind 35,2 Prozent der Referatsleitungen mit einer Frau besetzt - ein Plus von sechs Punkten. Im Bereich der Abteilungsleitungen liegt der Frauenanteil bei 20,5 Prozent. Die Leitungspositionen in Finanzämtern sind geschlechterparitätisch besetzt und rund 54 Prozent der Schulen werden von Frauen geleitet. In der Polizei wurde nach dem Stichtag der Erhebung die erste Behördenleitung mit einer Frau besetzt.

Noch nicht zufriedenstellend ist laut Sütterlin-Waack die schwache Repräsentanz von Frauen in Führungspositionen der Unternehmen, an denen das Land beteiligt ist. Der Anteil von Frauen an Geschäftsführungen oder Vorständen beträgt lediglich 9,5 Prozent. Hier bestehe Steuerungsbedarf, sagte die Ministerin. Die meisten Teilzeitbeschäftigten sind Frauen (86,8 Prozent) und 93,5 Prozent der Eltern, die in Elternzeit gehen.

Die SPD-Abgeordnete Beate Raudies betonte, eine Teilzeitbeschäftigung und eine Führungsposition dürften sich nicht ausschließen. Notfalls müssten verschärfte Quotenregelungen gefunden werden. Die Grünen-Abgeordnete Amita Touré erinnerte daran, dass Schleswig-Holstein vor 25 Jahren als erstes Bundesland ein Gleichstellungsgesetz beschlossen hatte. "Die Entwicklung ist positiv, aber wir sind lange nicht am Ziel", sagte Touré.

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