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Landtag - Erfurt:Weitere Hilfen wegen Waldschäden: Kritik von CDU-Fraktion

Erfurt (dpa/th) - Die CDU-Fraktion im Thüringer Landtag hat die geplanten weiteren Hilfen für Thüringens Wälder als zu gering kritisiert. "Das ist nicht annähernd das, was erforderlich ist, um dem Ausmaß der Katastrophe gerecht zu werden", sagte der CDU-Abgeordnete Egon Primas am Mittwoch im Plenum. Er ist Vorsitzender des Ausschusses für Infrastruktur, Landwirtschaft und Forsten.

Der Landtag beriet am Mittwoch in erster Lesung das Gesetz zur Aufstockung des Personals bei Thüringenforst. Es soll bereits am Freitag zum zweiten Mal beraten und am selben Tag verabschiedet werden. Die Pläne sehen vor, dass die Landesforstanstalt 4 Millionen Euro noch im Jahr 2019 zusätzlich bekommt. Nächstes Jahr sollen es weitere 4 Millionen Euro sein. Hält die Sondersituation in Thüringens Wäldern an, sollen 2021 noch einmal 4 Millionen Euro und 2022 erneut 4 Millionen Euro bereitgestellt werden können.

Tilo Kummer von der Linken-Fraktion sagte, dass das Gesetz zur Aufstockung des Personals nur ein Baustein sei, um die Waldschäden zu bekämpfen. Es brauche weitere Maßnahmen, die etwa über außerplanmäßige Ausgaben finanziert werden können.

"Es gibt nicht wenige, die sagen, wir befinden uns am Beginn einer der größten Katastrophen in unseren Wäldern seit Menschengedenken", sagte Forstministerin Birgit Keller (Linke). Das Schadensausmaß sei verheerend. 2018 seien in Thüringen 800 000 Festmeter wertgemindertes Käferholz bei der Fichte angefallen. Bis zum Jahresende sei von weiteren 2,5 bis 3 Millionen Festmetern Käferholz auszugehen.

Hinzu kämen "in dieser Form nie beobachtete, flächige und rasant verlaufende Trockenheitsausfälle bei der Buche", so die Ministerin. Das habe bislang zu 440 000 Festmetern Schadholz geführt.

Seit längerem klagen Waldbesitzer über große Verluste wegen der Dürreschäden des vergangenen Jahres und des daraus resultierenden Schädlingsbefalls, vor allem durch den Borkenkäfer. Aus einem Landesprogramm stehen dieses Jahr nach Informationen des Landwirtschaftsministeriums weitere 8,5 Millionen Euro außerplanmäßige Ausgaben für Kommunal- und Privatwaldbesitzer bereit.