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Landtag - Düsseldorf:SPD beklagt Rufschädigung für Wuppertaler Karneval

Düsseldorf (dpa/lnw) - Fast sieben Wochen nach dem Ende der Karnevalssaison beschäftigt der Wuppertaler "Rosensonntagsumzug" die Politik. Die Polizei habe die traditionelle Karnevalsparade kleingerechnet, empört sich der SPD-Landtagsabgeordnete Andreas Bialas in einer Anfrage an die Landesregierung. Nach "vorsichtigen Schätzungen" von Teilnehmern sei von bis zu 50 000 Karnevalisten auf der knapp fünf Kilometer langen Strecke auszugehen - die Wuppertaler Polizei habe aber nur 4500 vermeldet. Da sei wohl "eine 0 vergessen" worden.

Innenminister Herbert Reul (CDU) teilte die Aufregung in seiner am Dienstag veröffentlichten Antwort nicht. "Nein", entgegnete er der Aufforderung, die Zahlen zu überprüfen und gegebenenfalls zu korrigieren. "Eine gesetzliche Regelung zur Zählung von Teilnehmern bei Karnevalsumzügen oder anderen Großveranstaltungen außerhalb von Versammlungsstätten besteht nicht."

Für Bialas ist es damit aber nicht getan: "Sind sich die Verantwortlichen für die Weitergabe darüber klar, dass die Nennung möglicher falscher Zahlen geeignet ist, den Zug in Verruf zu bringen und damit unter anderem auch mögliche Unterstützungsleistungen seitens der Stadt, städtischer Tochterunternehmen, der Karnevalsvereine oder privater Spender in Zukunft erschweren?", mahnte der Ex-Polizist.

Reuls Gemütslage scheint das Wuppertaler Zahlenrätsel indes nicht zu beschweren. Die Polizei berücksichtige stets alle Wechselwirkungen ihres Handelns, antwortete er lakonisch.