Kyoto-Nachfolgeabkommen bis 2009 Einigung über Arbeitsprogramm

Vertreter von mehr als 160 Ländern haben sich am späten Freitagabend zum Abschluss ihrer Beratungen in Bangkok auf einen Fahrplan für ein Kyoto-Nachfolgeabkommen bis 2009 geeinigt.

Das auf der UN-Klimakonferenz im Dezember beschlossene Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll soll mit Hilfe eines Arbeitsprogramms bis Ende 2009 unter Dach und Fach sein. Darauf einigten sich Vertreter von mehr als 160 Ländern am späten Freitagabend zum Abschluss ihrer Beratungen in der thailändischen Hauptstadt Bangkok.

Sie vereinbarten insgesamt drei Sitzungen im laufenden Jahr zu Themen wie Abholzung, Aufbringung von Mitteln für den Klimaschutz und einen umstrittenen japanischen Vorschlag zur Setzung von Industriestandards. Im kommenden Jahr soll es dann vier Sitzungen geben, die acht statt sechs Wochen wie im Jahr 2008 dauern sollen.

Insbesondere die Diskussion über den japanischen Vorstoß sorgte dafür, dass die fünftägige Konferenz in Bangkok erst Stunden nach ihrem eigentlich geplanten Abschluss mit einer zweiten Erklärung zu dem Arbeitsplan zu Ende ging.

Vertreter von Entwicklungsländern äußerten die Befürchtung, für ihre jeweiligen Industriesparten möglicherweise Obergrenzen bei Schadstoffemissionen festlegen zu müssen, was kostspielige Investitionen erforderlich machen würde. Zuvor hatten die Delegierten einvernehmlich eine erste Erklärung verabschiedet. Darin vereinbarten sie eine Überprüfung darüber, wie sich der CO2-Ausstoß in Luft- und Schifffahrt reduzieren lässt.

Vom Kyoto-Protokoll, das Ende 2012 ausläuft, waren die Luft- und Schifffahrtbranche noch ausgenommen. Sie gilt inzwischen jedoch als starker Erzeuger von Treibhausgasen, die für die Erderwärmung verantwortlich gemacht werden. Nach Angaben von Umweltschützern, die die Beratungen verfolgten, drängten vor allem die Europäische Union und Norwegen darauf, in der Erklärung von Bangkok über eine Selbstregulierung der Luft- und Schifffahrtindustrie hinauszugehen.

Widerstand kam von Ländern mit starken Reisebranchen oder Staaten in abgelegenen Teilen der Welt wie Australien, Kanada, Japan und Singapur. Die Beratungen in Bangkok waren der Auftakt zu den Verhandlungen über ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll, die im im Dezember auf Bali beschlossen worden waren.

An den Beratungen in Thailand nahmen Gesandte der Unterzeichnerstaaten der UN-Konvention zum Klimawandel (UNFCCC) teil, Delegierte von Umweltschutzorganisationen, Forscher sowie Vertreter aus Wirtschaft und Industrie. Auch die USA, die das Kyoto-Protokoll nicht ratifiziert haben, waren vertreten. Im Anschluss an Bangkok soll es im Juni weitere Beratungen in Bonn geben, Ende des Jahres dann ein hochrangig besetztes Treffen in Polen.