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Strache-Video:Kurz schließt offenbar weitere Zusammenarbeit mit Strache aus

Österreich - Ministerrat tagt - Kurz und Strache

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (links) und Vizekanzler Heinz Christian Strache anlässlich eines Ministerrats Anfang Mai.

(Foto: dpa)

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz will sich laut Medienberichten von seinem Vizekanzler Heinz-Christian Strache trennen und sich für Neuwahlen aussprechen.

Österreichs Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) steht offenbar vor dem Aus: Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) schließt Medienberichten zufolge eine weitere Zusammenarbeit mit dem FPÖ-Chef aus. Ein Rücktritt oder eine Entlassung des 49-jährigen Strache dürfte damit die logische Folge sein.

Dem Kurier zufolge spricht sich Kurz für Neuwahlen aus. Er wolle nicht mit dem mutmaßlichen Nachfolger von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, dem ehemaligen Präsidentschaftskandidaten Norbert Hofer, weiterregieren, berichtet die Tageszeitung am Samstag. Hofer gilt als möglicher Nachfolger Straches, er ist im Kabinett aktuell Verkehrsminister.

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Strache-Video

In der Falle

Er bot staatliche Aufträge, sie Wahlkampfhilfe: Bei etlichen Dosen Red Bull, jeder Menge Alkohol und Zigaretten diskutierte FPÖ-Politiker Heinz-Christian Strache im Jahr 2017 mit einer angeblichen Millionärin fragwürdige Geschäfte. Die Rekonstruktion eines denkwürdigen Abends.

Strache hat am späten Vormittag einen Termin im Kanzleramt. Am Samstagmittag wird eine Pressekonferenz erwartet, Strache will laut der Nachrichtenagentur Reuters um 12 Uhr eine Erklärung abgeben. Von Kurz wird für den frühen Nachmittag eine Stellungnahme erwartet.

Hintergrund der Regierungskrise in Österreich sind Videoaufnahmen, in denen FPÖ-Chef Strache einer vermeintlichen Investorin Staatsaufträge für Parteispenden in Aussicht stellt. Die Aufnahmen, die Strache schwer belasten, wurden der Süddeutschen Zeitung und dem Spiegel zugespielt. Oppositionsparteien hatten nach Bekanntwerden des Videos nicht nur Straches Rücktritt gefordert, sondern auch Neuwahlen.

Auf den brisanten Aufnahmen ist zu sehen, wie Strache vor seiner Regierungsbeteiligung 2017 einer angeblichen russischen Oligarchen-Nichte mutmaßlich illegale Geschäfte anbot, falls sie ihm zum Wahlsieg verhelfe. Das Video entstand wenige Monate vor der Nationalratswahl 2017. Damals hatte die ÖVP unter Sebastian Kurz gerade die Koalition mit der SPÖ beendet. Bei der Wahl kam die FPÖ auf 26 Prozent. Seit Dezember 2017 regieren ÖVP und FPÖ gemeinsam.