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Kurdenkonflikt:PKK kündigt Rückzug aus Türkei an

Kurdenführer Öcalan hatte seine Anhänger bereits im März zu Waffenstillstand und Rückzug aufgefordert. Nun wollen die PKK-Kämpfer offenbar tatsächlich in kürzester Zeit die Türkei verlassen.

Die Rebellen der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) wollen den Rückzug ihrer Kämpfer in kürzester Zeit beginnen. Der Militärchef der Organisation, Murat Karayilan kündigte den 8. Mai als Rückzugstermin an.

Sirri Süreyya Önder, der Parlamentsabgeordnete der legalen Kurdenpartei BDP hatte zuvor angekündigt, der Rückzug starte bereits am heutigen Donnerstag. Önder hatte in den vergangenen Wochen mehrmals mit dem inhaftierten PKK-Chef Abdullah Öcalan sowie mit Mitgliedern der PKK-Führung im Nordirak gesprochen.

Ende März hatte Öcalan seine Anhänger zu einem Waffenstillstand und einem Rückzug ihrer Kämpfer aus der Türkei aufgerufen. Öcalan verhandelt seit Ende vergangenen Jahres in der Haft mit dem türkischen Geheimdienst MIT über eine friedliche Beilegung des Kurdenkonflikts, dem seit 1984 mehr als 40.000 Menschen zum Opfer gefallen sind. Im Gegenzug für das Ende des bewaffneten Kampfes fordert Öcalan die Garantie kurdischer Rechte durch den türkischen Staat.

Duran Kalkan, ein Mitglied der im Nordirak verschanzten PKK-Führung, hatte am Dienstag der Zeitung Vatan gesagt, dem Rückzug der Kämpfer aus der Türkei stünden keine ernsthaften Probleme mehr im Wege.

Türkische Zeitungen meldeten am Mittwoch, die türkische Armee habe mit der Verlegung schwerer Waffen aus dem Kurdengebiet in westliche Landesteile begonnen. Die Militärführung erklärte demnach aber, dies habe nichts mit dem angekündigten PKK-Rückzug zu tun.

© Süddeutsche.de/AFP/sana
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