Künftige US-Außenpolitik Poroschenko bittet Trump um Beistand gegen Russland

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat den designierten US-Präsidenten Trump um Unterstützung gegen "die russische Aggression" gebeten.

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  • Poroschenko hat Trump in einem Telefonat um Unterstützung in der Auseinandersetzung mit Russland gebeten.
  • Doch dem Wunsch des ukrainischen Präsidenten stehen andere Interessen entgegen.
  • Auch Russlands Präsident Putin und Syriens Machthaber Assad erhoffen sich eine Neuausrichtung ihrer Beziehungen mit den USA unter dem neuen Präsidenten.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat von der künftigen US-Führung Beistand im Konflikt mit Russland gefordert. Sein Land brauche eine "entschlossene Unterstützung gegen die russische Aggression", sagte Poroschenko am Dienstag dem künftigen US-Präsidenten Donald Trump in einem Telefonat. Beide hätten sich auf ein bilaterales Treffen verständigt, teilte das Präsidialamt in Kiew mit.

Die ukrainische Regierung arbeitet auf einen Besuch Poroschenkos in den USA Anfang kommenden Jahres hin und erhofft sich eine stärkere Unterstützung durch die USA. Wie sich Amerika unter einem Präsidenten Trump im Ukraine-Konflikt verhält, ist aber noch unklar. Denn Trump hatte im Wahlkampf mehrfach angedeutet, nach seiner Wahl ein besseres Verhältnis zu Russland suchen zu wollen.

Erst am Montag hatte Trump mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin telefoniert. In dem Gespräch hat auch Putin Trump einen partnerschaftlichen Dialog angeboten. Die Grundlage dafür seien gegenseitiger Respekt und die Nichteinmischung in die jeweiligen internen Angelegenheiten. Die Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland und dessen Unterstützung der separatistischen Rebellen im Osten der Ukraine haben die Beziehungen zwischen Russland und den USA in den vergangenen Jahren belastet.

Auch Assad kann sich eine Zusammenarbeit vorstellen

Neben Poroschenko und Putin hat sich auch der vom Westen geächtete syrische Machthaber Baschar al-Assad dem künftigem US-Präsidenten als potenzieller Verbündeter im Kampf gegen den Terrorismus angedient.

Voraussetzung für eine solche Zusammenarbeit sei allerdings, dass sich Trump über entgegengesetzte Strömungen innerhalb der US-Regierung durchsetze, sagte Assad dem portugiesischen Fernsehsender RTP in einem am Dienstagabend ausgestrahlten Interview. Trump hatte im Wahlkampf angedeutet, die Syrien-Politik der USA nicht mehr so stark wie bislang an einer Bekämpfung des Assad-Regimes ausrichten zu wollen.

Allzu hohe Erwartungen an eine bessere Zusammenarbeit mit den USA habe er allerdings nicht, sagte Assad weiter. Schließlich bestehe die amerikanische Regierung nicht nur aus dem Präsidenten. Trumps Ankündigung, die Terrormiliz Islamischer Staat eisern zu bekämpfen, sei zwar vielversprechend, "aber kann er auch liefern?", fragte Assad. Er fügte hinzu, Syrien sei zusammen mit Russland, Iran und vielen anderen Ländern ein "natürlicher Verbündeter" für Trump.

Sollte Trump dies genauso sehen, wäre das eine radikale Abwehr von der Außenpolitik seines Vorgängers. Die Regierung von Barack Obama hatte sich für ein Ende von Assads Herrschaft eingesetzt.

In einer TV-Debatte sagte kürzlich zwar auch Trump, er möge Assad nicht, doch dann schränkte er ein: "Aber Assad tötet den IS. Russland tötet den IS und Iran tötet den IS." Gleichzeitig kritisierte er mehrfach die Unterstützung der USA für Rebellen, mit der "Millionen verschwendet" würden.