Kuba:Der letzte Funken Hoffnung ist erloschen

Kuba: Ein junger Mann schwenkt an der Uferpromenade Malecón eine Nationalflagge, während er auf die Parade zum 65. Jahrestag des Einzugs Fidel Castros in Havanna wartet.

Ein junger Mann schwenkt an der Uferpromenade Malecón eine Nationalflagge, während er auf die Parade zum 65. Jahrestag des Einzugs Fidel Castros in Havanna wartet.

(Foto: YAMIL LAGE/AFP)

Benzin und Bohnen, Eier und Zucker - das sind in Kuba nun Luxusgüter. Das Volk lebt in Ruinen, wer aufbegehrt, riskiert Gefängnis, Hunderttausende verlassen das Land. Ein Besuch in der einstigen Traumreise-Stadt Havanna.

Von Martina Scherf, Havanna

Ein kühler Wind pfeift durch die Altstadt von Havanna, der Regen hat Pfützen in den Schlaglöchern hinterlassen. An diesem grauen Vormittag zum Ende des alten Jahres bietet sich Passanten eine Szene, die das ganze Ausmaß der Krise in einem einzigen Bild widerspiegelt. Ein Lieferwagen hält an einer Straßenecke unweit der Kirche San Nicolás. Ein junger Mann springt heraus, öffnet die Hecktür, breitet eine Plastikfolie auf dem Gehsteig aus und wirft ein paar Kilo Hackfleisch auf den Boden. Im Nu stürzt sich eine Million Fliegen darauf. Und fast ebenso schnell ist eine Menschenmenge da, die dem Verkäufer ihre Peso-Scheine entgegenstreckt. "Es ist beschämend", sagt eine grauhaarige Frau in zerschlissener Bluse, nimmt ihre Plastiktüte und schaut, dass sie wegkommt.

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