Ku-Klux-Klan Brennende Kreuze

Nach Einschätzung der Bundesregierung gibt es immer noch vier Klan-Gruppierungen in Deutschland. Allzu viele Mitglieder haben diese rechtsradikalen Rassistenclubs nicht, gefährlich werden können sie dennoch.

Von Frederik Obermaier

Weiße Masken über dem Kopf, Fackeln in der Hand: Diese Szenerie bei einem nächtlichen Treffen von Anhängern des Ku-Klux-Klans auf Video hatte ein Insider der Süddeutschen Zeitung zugespielt, als vor einigen Jahren das Ausmaß der Verbrechen des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) öffentlich wurde. Auch Beate Zschäpe, Hauptangeklagte im Münchner NSU-Prozess, soll an mindestens zwei Klan-Zusammenkünften teilgenommen haben. Man weiß auch, dass zwei Kollegen der vom NSU ermordeten Polizistin Michèle Kiesewetter zeitweise Mitglieder des Rassistenklubs waren.

Noch immer gibt es nach Einschätzung der Bundesregierung vier Klan-Gruppierungen in Deutschland. Das geht aus einer Antwort auf die Anfrage der Linken-Abgeordneten Martina Renner hervor, die der SZ vorliegt. Die Klubs nennen sich "Militant Knights of the Ku-Klux-Klan - Realm of Germany", "United Northern and Southern Knights of the Ku Klux Klan", "European White Knights of the Burning Cross" und "Teutonische Ritter des Ku Klux Klan in Deutschland - Distrikt Nordrhein-Westfalen". Der Regierung sind demnach auch mehrere deutsche Klan-Internetseiten bekannt, dazu zwei Facebook-Gruppen, "deren Benennung auf eine Nähe zum 'Ku-Klux-Klan' schließen lässt".

2017 wurden sechs Straftaten im Zusammenhang mit dem Klan registriert

Der Klan ist in Deutschland keine Massenbewegung. Die Behörden gehen vielmehr von "sehr geringen Mitgliederzahlen" aus. Doch hat der NSU gezeigt, wie gefährlich sogar kleinste Rassistengruppen sein können. 2016 registrierten die Behörden fünf, 2017 sechs Straftaten im Zusammenhang mit dem Klan, es ging um das Zeigen verbotener Symbole und Bedrohung. Auch Kreuze brennen wieder, etwa 2016 und 2017 bei rechtsextremistischen Veranstaltungen "ohne Ku-Klux-Klan-Bezug", wie die Behörden notierten. Nach wie vor sei der Klan bei deutschen Neonazis "als Folie für ihre rassistischen Überlegenheits- und Allmachtsfantasien" sehr beliebt, sagt die Linken-Politikerin Martina Renner.