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Präsidentschaftswahl:Sozialdemokrat Milanović wird Kroatiens neuer Präsident

Zoran Milanović bei der Stimmabgabe in Zagreb, begleitet von seiner Frau.

(Foto: AFP)
  • In Kroatien unterliegt die bisherige konservative Präsidentin Kolinda Grabar-Kitarović dem Sozialdemokraten Zoran Milanović.
  • Milanović hatte bereits die erste Runde der Präsidentenwahl vor zwei Wochen für sich entschieden.
  • Die Wahl gilt als Indikator für die Stärke des rechten und des linken Lagers vor den Parlamentswahlen voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte.

Der Sozialdemokrat Zoran Milanović hat einer Prognose zufolge die Präsidentenwahl in Kroatien gewonnen. Der Herausforderer der konservativen Amtsinhaberin Kolinda Grabar-Kitarović kam demnach bei der Stichwahl am Sonntag auf 53 Prozent der Stimmen, wie die kroatische Wahlkommission am Sonntagabend nach Auszählung von 97 Prozent der Stimmen in Zagreb mitteilte. Im Hauptquartier des Wahlkampfstabes von Milanović brandete Jubel auf, als das Prognoseergebnis auf einer Großleinwand erschien. Grabar-Kitarović erhielt demnach nur etwas mehr als 47 Prozent der Stimmen.

Milanović, der bereits Ministerpräsident war, hatte bereits die erste Runde der Präsidentenwahl vor zwei Wochen mit 29,6 Prozent der Stimmen für sich entschieden. Grabar-Kitarović hatte 26,7 Prozent der Wähler auf sich vereint. Die amtierende Präsidentin hoffte aber noch auf Stimmen aus der Anhängerschaft des ultra-rechten Volksliedmusikers Miroslav Škoro. Er war in der ersten Runde mit 24,4 Prozent der Stimmen als Drittplatzierter knapp ausgeschieden.

Stimmungstest vor den Parlamentswahlen

Im Wahlkampf spielten Themen wie die ineffiziente Regierungsführung und massive Auswanderung eine große Rolle. Grabar-Kitarović war mit dem Bonus der amtierenden Präsidentin ins Rennen gegangen. Kritiker bemängelten jedoch, sie mache nicht einzuhaltende Versprechungen und biedere sich an.

Der Sozialdemokrat Milanović wiederum versprach "Normalität" angesichts der von der politischen Rechten geführten "Scheindebatten" über die Landesgeschichte. Kroatien müsse den Krieg gegen Serbien, der dem Land von 1991 bis 1995 Tod und Verwüstung, aber auch die Unabhängigkeit gebracht hatte, endlich hinter sich lassen.

Das Staatsoberhaupt hat in Kroatien vor allem zeremonielle Befugnisse, da die Regierungsgeschäfte vom Ministerpräsidenten geführt werden. Die Wahl galt auch als Indikator für die Stärke des rechten und des linken Lagers vor den Parlamentswahlen voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte. Das jüngste EU-Mitgliedsland übernahm außerdem zur Jahreswende den Ratsvorsitz in der Europäischen Union. Kroatien ist seit 2013 in der EU.

Die Wähler konnten ihre Stimme bis 19.00 Uhr abgeben. Die Wahlkommission will das Ergebnis noch am Sonntagabend bekanntgeben.

© SZ.de/dpa/sks/fie
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