Kritik an SPD-Vorschlag Sarrazin wettert gegen Migranten-Quote

Das Parteiausschlussverfahren ist passé, nun schießt Thilo Sarrazin gegen die geplante Migranten-Quote der SPD: "Migrantische" Genossen seien durch ihre subjektive Sicht eingeschränkt.

Thilo Sarrazin bleibt ein Stachel im Fleisch der SPD: Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach dem Stopp eines Parteiordnungsverfahrens kritisierte der Ex-Bundesbanker und frühere Berliner Finanzsenator die von der SPD geplante Migrantenquote.

Unbeirrbar: Der umstrittene SPD-Politiker Thilo Sarrazin hat seine fragwürdigen Thesen zur vererbbaren Intelligenz bei einem Auftritt im Ruhrgebiet einmal mehr bekräftigt.

(Foto: dapd)

"Der Verstand kommt oder geht ja nicht damit, dass man Migrant ist", sagte der umstrittene Buchautor am Dienstagabend bei einer Veranstaltung in Waltrop im Ruhrgebiet. In der Berliner SPD gebe es bereits Vorsitzende mit ausländischen Wurzeln. "Je migrantischer diese Leute eingestellt sind, desto weniger neigen sie dazu, Probleme oder Schwierigkeiten objektiv zu sehen."

Eine Migrantenquote für SPD-Führungsämter hatten Parteichef Sigmar Gabriel und Generalsekretärin Andrea Nahles am Vortag in Berlin als Reaktion auf die parteiinterne Sarrazin-Debatte angekündigt.

Teile der Partei kritisieren den Verzicht auf einen Parteiausschluss Sarrazins scharf. So warf etwa die Nord-SPD Sarrazin am Dienstag vor, seine Thesen von vererbbarer Intelligenz und fehlendem Integrationswillen der Muslime seien menschenunwürdig und widersprächen sozialdemokratischen Grundwerten.

Sarrazin sagte dagegen in Waltrop, wer die Erblichkeit von Intelligenz leugne, sei "strohdumm oder auf kriminelle Weise denkfaul". In seiner Erklärung vor der SPD-Spitze habe er von den Aussagen seines Buches kein Wort zurückgenommen. Dies habe auch niemand von ihm verlangt.

Sarrazins Sprüche

"Kalt duschen ist viel gesünder"