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Kritik am Islam:Zentralrat der Muslime lädt Frauke Petry ein

Campaign for an Independent and Neutral Switzerland event in Inte

Keine Minarette: Frauke Petry am 23. April 2016 bei einer Pressekonferenz in Interlaken in der Schweiz.

(Foto: dpa)

Der Verband will die AfD-Vorsitzende fragen, warum sie Muslime "hasse". Sie nimmt die Einladung an - spricht sich aber vor dem Parteitag gegen Minarette aus.

Der Zentralrat der Muslime hat die AfD-Vorsitzende Frauke Petry zur nächsten Vorstandssitzung seines Verbandes eingeladen, um über die Flüchtlingskrise, aber auch über Islamfeindlichkeit zu diskutieren. "Wir wollen wissen: Warum hassen Sie uns Muslime?", sagte der Vorsitzende des Verbands, Aiman Mazyek, der Neuen Osnabrücker Zeitung. Petry sagte daraufhin im Deutschlandfunk, ihr liege die Einladung zwar nicht persönlich vor, sie würde aber annehmen. "Miteinander reden ist wichtiger als übereinander reden", sagte Petry.

Zugleich stellte sie die islamische Religion als Bedrohung dar. Der Islam versuche, "sich in Europa immer mehr auszubreiten". Sie sei der Meinung, "dass ein friedliches Zusammenleben mit Menschen aus aller Welt in unserem Land möglich ist". Allerdings müssten die Deutschen die Regeln dafür festlegen.

AfD will Minarette verbieten

In einem Interview mit der Rheinischen Post sprach sich die AfD-Chefin klar gegen Minarette in Deutschland aus: "Wer privat Muslim sein will, braucht dafür kein Minarett." In Minaretten komme der "Herrschaftsanspruch" des Islam zum Ausdruck, sagte Petry zur Begründung: "Der ist grundgesetzwidrig und den müssen wir von privater Religionsausübung trennen."

Auf ihrem Bundesparteitag am Wochenende in Leinfelden-Echterdingen will die AfD über ein Grundsatzprogramm entscheiden. In einem vom Bundesvorstand getragenen Entwurf heißt es unter anderem: "Der Islam gehört nicht zu Deutschland." Minarette und Muezzin-Rufe sollen verboten werden. Als Reaktion darauf hatte Mazyek die Partei mit der NSDAP verglichen.

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