Krise in der Ukraine Italienischer Journalist in Ostukraine getötet

Nahe der Separatisten-Hochburg Slawjansk ist eine Gruppe von Reportern unter Beschuss geraten. Ein italienischer Fotograf kam dabei ums Leben, teilt das Außenministerium in Rom mit.

Im Osten der Ukraine sind am Samstag mehrere ausländische Journalisten unter Beschuss geraten. Nach Angaben des Außenministeriums in Rom wurde dabei der Italiener Andrea Ronchelli getötet. Zwar sei seine Leiche noch nicht identifiziert worden, alles deute jedoch darauf hin, dass Ronchelli tot sei, sagte ein Ministeriumssprecher der Nachrichtenagentur AFP.

Die Reporter gerieten den Angaben zufolge nahe der Separatisten-Hochburg Slawjansk unter Mörserbeschuss. Nach Angaben der moskautreuen Kräfte wurden dabei neben dem Italiener auch sein russischer Übersetzer getötet sowie ein französischer Fotograf verletzt. Eine unabhängige Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.

Die Gewalt überschattet die Präsidentschaftswahl in der Ukraine an diesem Sonntag. Als aussichtsreichster Kandidat galt nach Umfragen des Schokoladenfabrikanten Petro Poroschenko. Mit weitem Rückstand lag die ehemalige Regierungschefin Julia Timoschenko demnach auf Platz zwei.

Geschlossene Wahllokale im Osten

Die prowestliche Führung in Kiew, die EU und die USA hoffen, dass die Abstimmung die Lage in der Ukraine stabilisiert. Die Ukraine ist seit der Amtsenthebung und Flucht von Präsident Viktor Janukowitsch ins russische Exil Mitte Februar ohne gewählten Staatschef.

Im Osten des Landes öffnete allerdings nur ein Bruchteil der Wahllokale. Örtliche Medien berichteten von vereinzelten Übergriffen moskautreuer Kräfte auf Wahlstellen. Viele Einwohner der Gebiete Donezk und Lugansk, die von Separatisten kontrolliert werden, trauten sich demnach nicht zur Wahl oder fanden keine Möglichkeit zur Stimmabgabe vor.

Das Wahlergebnis soll nach einem Parlamentsbeschluss in Kiew aber in jedem Fall Gültigkeit haben. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte vor der Abstimmung bekräftigt, Moskau werde das Votum respektieren, sprach aber nicht ausdrücklich von einer "Anerkennung".