Krise in der Ukraine Gefechte in der Ostukraine

Von Waffenruhe keine Spur: Im Osten der Ukraine dauern die blutigen Kämpfe zwischen Armee und Separatisten weiter an. Beide Seiten werfen sich gegenseitig vor, die Feuerpause zu missachten. Russland versetzt Truppen im Landesinneren in Gefechtsbereitschaft.

  • Im Osten der Ukraine kommt es weiterhin zu Gefechten zwichen Armee und prorussischen Separatisten - beide Seiten werfen sich gegenseitig vor, sich nicht an die vereinbarte Feuerpause zu halten.
  • Russland versetzt Truppen in Gefechtsbereitschaft.
  • Die USA und die EU fordern die Einhaltung der Feuerpause und drohen Moskau mit weiteren Sanktionen.

Blutige Gefechte in der Ostukraine

Im Osten der Ukraine sind ungeachtet der von der Regierung ausgerufenen einseitigen Waffenruhe neue Kämpfe zwischen der Armee und den prorussischen Separatisten ausgebrochen.

Ein Armeesprecher erklärt in Kiew, zwei Posten an der Grenze zu Russland seien von Heckenschützen und mit Granatwerfern angegriffen worden. Dabei seien neun Soldaten verletzt worden. Im Landesinneren seien weitere zwei Posten mit Maschinengewehren sowie Granatwerfern beschossen worden. Auch im Umland der Separatistenhochburg Slawjansk versuchten demnach die Rebellen, einen von der Armee gehaltenen Hügel zu stürmen. "In all diesen Vorfällen wurden die Rebellen abgewehrt", sagte der Sprecher.

Die Rebellen warfen dagegen der Regierung vor, sich nicht an ihren Waffenstillstand zu halten. "Ich habe mit unserem Kommandeur Igor Strelkow gesprochen, und er sagte, die Kämpfe wurden am Morgen fortgesetzt", sagte der Rebellenführer Pawel Gubarew dem russischen TV-Sender Rossiya-24. Entweder würden die Truppen dem Präsidenten nicht Folge leisten oder Poroschenko lüge.

Russland versetzt Truppen in Gefechtsbereitschaft

Russlands Präsident Wladimir Putin versetzt einem Bericht der Nachrichtenagentur Itar Tass zufolge seine Truppen im Zentrum des Landes in volle Gefechtsbereitschaft. Damit solle die Einsatzbereitschaft der rund 2000 Kilometer von der Ukraine entfernt stationierten Truppen im Wehrbezirk Tscheljabinsk am Ural an der Grenze zu Sibirien überprüft werden, heißt es. Verteidigungsminister Sergej Schoigu erkläre, es gehe unter anderem darum, die Verlegung von Truppen über große Entfernungen zu üben. Auch Fallschirmjäger seien an den Manövern beteiligt.

Kremlchef Putin hat die einseitige Feuerpause im Ukraine-Konflikt begrüßt, drängt aber auf einen Dialog der Kiewer Führung mit den Separatisten. "Ohne praktische Taten, die auf den Beginn eines Verhandlungsprozesses gerichtet sind, wird der Plan unrealistisch und nicht lebensfähig sein", betont Putin in Moskau in einer ersten öffentlichen Reaktion auf den Friedensplan des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko. Die Initiative trage leider Züge eines Ultimatums an die Aufständischen, kritisierte Putin. Alle Seiten sollten die einwöchige Waffenruhe zu einem konstruktiven Dialog nutzen.

Westen ruft zur Deeskalation auf

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Frank-Walter Steinmeier rufen Regierung wie Separatisten dazu auf, die Waffenruhe einzuhalten. Steinmeier bezog am Rande einer Türkei-Reise ausdrücklich Russland mit ein: "Wir erwarten, dass dieser Friedensplan unterstützt wird, auch aus Moskau, das die Grenze zur Ukraine sichern und auf die Separatisten in der Ost-Ukraine einwirken muss."

Die USA und die EU haben Russland mit empfindlichen Wirtschaftssanktionen gedroht, sollte es nicht zur Deeskalation beitragen. Am Freitagabend hatte US-Präsident Barack Obama darüber mit Merkel und dem französischen Präsidenten François Hollande telefoniert. Die Sanktionsentscheidung könnte auf dem EU-Gipfel kommende Woche in Brüssel fallen.

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