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Kriegsende 1945:Die tödliche Dynamik der Diktatur

Zur Weltherrschaft konnten die Nazis es nicht bringen. Indes haben ihre Untaten das Erinnern auf allen Kontinenten stark geprägt.

Von Dietmar Süß

In der raschen Abfolge der Jahrestage macht sich das Jahr 2015 seltsam aus. Denn: kein Streit, nirgends. 70 Jahre nach Kriegsende scheinen die großen Deutungsschlachten geschlagen zu sein. Die Erinnerung an den "Tag der Befreiung" vom Nationalsozialismus hat nichts mehr Anstößiges wie noch vor dreißig Jahren. Damals hatte Bundespräsident Richard von Weizsäcker nicht nur an die deutsche Schuld und den inneren Zusammenhang von "Machtergreifung" und Krieg erinnert, sondern auch der Opfergruppen des NS-Terrors gedacht: der europäischen Juden, Sinti und Roma, Homosexuellen und Behinderten. Kaum jemand kann sich heute noch vorstellen, dass es damals aus der Kohl-Regierung erhebliche Widerstände gegen die Pläne des Bundespräsidenten gab, im Bundestag des Kriegsendes in einer Zeremonie zu gedenken.

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