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Krieg in Syrien:Rebellen in Aleppo berichten von schwersten Luftangriffen seit Monaten

Syrien Weißhelme Israel Armee Jordanien

Weißhelme in Aleppo retten am Mittwoch einen Verwundeten aus den Trümmern. Das Foto wurde von der Organisation bereitgestellt.

(Foto: AP)
  • Die syrische Stadt Aleppo steht Berichten zufolge wieder unter massivem Beschuss.
  • Rebellen berichten von zahlreichen Angriffen mit unterschiedlichsten Waffen.
  • Die USA und Deutschland bringen unterdessen den Vorschlag einer Flugverbotszone ins Spiel.

Auf die syrische Stadt Aleppo sind offenbar die schwersten Luftangriffe seit Monaten geflogen worden. Die britische BBC schreibt von mindestens sieben Toten, drei von ihnen Kinder. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet unter Berufung auf einen Arzt von mindestens 45 Todesopfern. Attackiert wurden die von Rebellen gehaltenen Gebiete der Stadt.

Einen solch heftigen Beschuss habe es seit April nicht mehr gegeben, teilten Rebellen mit. "Es gab keine Waffe, die sie nicht eingesetzt haben", sagte der in der Türkei ansässige Chef des politischen Arms der Rebellengruppe Fastakim. Ein Vertreter einer weiteren Rebellengruppe sprach von allein 15 Angriffen auf zwei Gebiete der Stadt.

Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtet der BBC zufolge, dass seine Straße im Distrikt Bustan al-Qasr nach dem Abwurf von Brandbomben komplett in Flammen stand.

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Von der syrischen Armee gab es zunächst keine Stellungnahme. Auch in Staatsmedien wurden die Luftangriffe nicht erwähnt.

Die von den Regierungstruppen gehaltenen Stadtteile wurden von den Aufständischen ihrerseits mit Mörsergranaten beschossen, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London mitteilte, die ihre Informationen von einem Netz aus Informanten in Syrien bezieht.

Dramatische Lage in Aleppo

Weite Teile der Stadt, die einst das kommerzielle und industrielle Zentrum des Landes war, sind durch den seit 2012 andauernden Bürgerkrieg zerstört worden. Die Regierung kontrolliert den westlichen, die Rebellen den östlichen Teil der Stadt.Etwa zwei Millionen Menschen sitzen im umkämpften Aleppo fest.

Dringend benötigte Hilfslieferungen dringen nicht durch. Die UN hatten all ihre ihre Hilfslieferungen in Syrien eingestellt, nachdem am Montag ein Konvoi in der Nähe der Stadt unter Beschuss geraten war (was die USA den Russland zur Last legen, Moskau aber bestreitet). Inzwischen nahmen die UN ihre Hilfslieferungen wieder auf, sie hoffen, dass sie bald auch wieder in die Gebiete um Aleppo gehen können.

Vorschlag Flugverbotszone

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Eigentlich sollte es bei dem Treffen um die deutsch-russischen Handelsbeziehungen gehen. Doch dann funkte die Weltpolitik dazwischen - nicht zum ersten Mal.

Nach dem Zusammenbruch der Waffenruhe Anfang der Woche wollen die USA und Deutschland die neu aufgeflammte Gewalt mit einer Flugverbotszone eindämmen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier unterstützte den Vorschlag seines US-Kollegen John Kerry. "Wenn der Waffenstillstand überhaupt noch eine Chance haben soll, führt der Weg nur über ein zeitlich begrenztes, aber vollständiges Verbot aller militärischen Flugbewegungen über Syrien - mindestens für drei, besser für sieben Tage", sagte er am Mittwochabend in New York. Der Vorschlag soll auch dazu dienen, verheerende Angriffe wie auf den UN-Konvoi zu verhindern.

Vize-Kanzler Sigmar Gabriel begrüßte bei seinem Moskau-Besuch den Vorschlag einer Flugverbotszone. Er sagte aber: "Wir alle wissen, dass das nur zwei Nationen, die in diesem Konflikt beteiligt sind, durchsetzen können. Und das sind die USA und Russland."