Reaktionen auf US-Vergeltung Von "mutige Entscheidung" bis "gefährlich und schädlich"

Iran verurteilt den amerikanischen Angriff auf einen Luftwaffenstützpunkt in Syrien scharf. Aus anderen Ländern, auch aus Europa, kommt hingegen Unterstützung für die USA.

Nach dem Raketenangriff der USA auf einen syrischen Armeestützpunkt reagieren Politiker weltweit.

Der mit dem syrischen Präsidenten Assad eng verbundene Iran verurteilt den US-Angriff in Syrien scharf, berichtet die Nachrichtenagentur Insa. "Diese militärischen Alleingänge sind gefährlich und schädlich", sagte Außenamtssprecher Bahram Ghassemi. Solche Angriffe würden Terroristen in Syrien stärken und die Lage in dem Bürgerkriegsland und der Region schwieriger machen.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat den Raketenbeschuss durch die USA verurteilt. "Präsident Putin hält die amerikanischen Angriffe für eine Aggression gegen einen souveränen Staat unter Verletzung internationalen Rechts, dazu noch mit einem ausgedachten Vorwand", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau. Die syrische Armee besitze keine Chemiewaffen mehr. Deren Vernichtung sei schließlich durch die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) dokumentiert. Derweil werde der "Einsatz von Chemiewaffen durch die Terroristen komplett ignoriert".

Der Chef des Verteidigungsausschusses im russischen Parlament, Viktor Oserow, sagte, der US-Luftangriff könnte als Akt der Aggression der USA gegen ein UN-Mitglied gewertet werden. Russland fordere deswegen eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates. Zudem könnte die Aktion den Kampf gegen den Terrorismus erschweren.

Zustimmung bekommt die US-Regierung hingegen aus dem Vereinigten Königreich: Das Vorgehen sei eine angemessene Antwort auf den "barbarischen Chemiewaffenangriff" der syrischen Regierung, sagte ein Sprecher von Premierministerin Theresa May.

Frankreichs Außenminister Jean-Marc Ayrault nannte den US-Angriff eine Warnung an ein "kriminelles Regime". Die Zukunft Syriens sei nicht mit dem Präsidenten Baschar al-Assad verbunden. Die Amerikaner begännen damit, ihre Position klarzustellen.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu lobte die Aktion: Trump habe eine "starke und klare Botschaft" ausgesendet, dass der Gebrauch und die Verbreitung von Chemiewaffen nicht toleriert werde. Israel unterstütze die Entscheidung Trumps "voll" und hoffe, dass die Botschaft "nicht nur in Damaskus, sondern auch in Teheran, Pjöngjang und anderswo" gehört werde.

Auch die türkische Regierung begrüßt den Angriff. Vize-Ministerpräsident Numan Kurtulmuş sagt dem Sender Fox TV, die internationale Gemeinschaft müsse an ihrer Haltung gegenüber der "Barbarei" Assads festhalten. "Wir begrüßen das als positiv, aber wir denken, dass das Assad-Regime vollständig auf der internationalen Ebene bestraft werden muss", erklärte der Regierungsvize. Der Friedensprozess müsse beschleunigt werden. Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu bekräftigte die türkische Forderung, die Regierung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad müsse abgesetzt und eine Übergangsregierung eingesetzt werden. Ein Sprecher von Präsident Recep Tayyip Erdoğan forderte die Einrichtung einer Flugverbotszone und von Schutzzonen, um weitere Massaker in Syrien zu verhindern.

Auch Saudi-Arabien stellt sich auf die Seite der USA. Das Außenministerium habe den USA die volle Unterstützung zugesichert, teilt die Regierung in Riad mit. Es sei eine "mutige Entscheidung" Trumps. Der Angriff sei eine Antwort auf die Verbrechen des syrischen Regimes gegen sein Volk. Saudi-Arabien gehört zu den schärfsten Gegnern der syrischen Regierung und fordert seit langem einen Sturz von Präsident Baschar al-Assad. Das sunnitische Königreich unterstützt auch syrische Rebellen.

China äußert sich zurückhaltend und warnt vor einer weiteren Verschlechterung der Lage in Syrien. Man verurteile den Einsatz von Chemiewaffen - egal von wem und zu welchem Zweck, erklärt das Außenministerium in Peking. Ob der Angriff eine Wende in der Syrien-Politik der USA bedeute, könne nur die Regierung in Washington selbst beantworten. Die jüngsten Entwicklungen in Syrien zeigten, dass es dringend eine politische Lösung des Bürgerkriegs geben müsse. "Die Menschen in Syrien leiden sehr. Wir fordern alle Seiten dazu auf, ruhig zu bleiben und die Probleme durch Dialog und politische Maßnahmen zu lösen", sagte die Sprecherin des Außenministeriums, Hua Chunying. Friedensgespräche müssten vorangetrieben werden, um in der Region wieder Stabilität zu schaffen.

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