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Krieg in Syrien:Deutscher UN-Vertreter kritisiert schwaches Ergebnis der Geberkonferenz

Achim Steiner

Achim Steiner hätte sich mehr Geld für Syrien gewünscht.

(Foto: dpa)
  • Achim Steiner, Spitzendiplomat für Deutschland bei den UN, kritisiert das Ergebnis der Geberkonferenz für Syrien.
  • Die Organisatoren in Brüssel verfehlten ihr Ziel um mehr als eine Milliarde Euro.
  • Deutschland ist der größte Einzelgeber, aus den USA fehlen bislang feste Zusagen.

Der deutsche UN-Spitzendiplomat Achim Steiner ist mit dem Ergebnis der Geberkonferenz für Syrien nur bedingt zufrieden. Bei der Syrien-Konferenz in Brüssel war am Mittwoch deutlich weniger Geld zusammengekommen als erwartet. Die Teilnehmer des Treffens sagten für 2018 nach UN-Rechnung lediglich 3,5 Milliarden Euro für die notleidende Zivilbevölkerung zu. Gehofft hatten die Organisatoren auf mindestens 4,9 Milliarden Euro.

Gerade in den Nachbarländern Syriens, die viele Bürgerkriegsflüchtlinge aufgenommen haben, steige der Bedarf an Hilfe, sagte Steiner, der auch der Leiter des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen ist. Staaten wie die Türkei, Libanon oder Jordanien müssten letztlich eine viel höhere Bürde tragen als der Rest der internationalen Gemeinschaft. Die volkswirtschaftlichen Kosten der Aufnahme von Flüchtlingen seien dort um ein Vielfaches höher als das, was an Unterstützung aus dem Ausland komme. Dies drohe die Länder in ihrer Entwicklung um Jahre zurückzuwerfen.

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Das Geld sei für notleidende Menschen aus der Krisenregion, erklärt Außenminister Maas. Er fordert, die Verantwortlichen für den Bürgerkrieg zur Rechenschaft zu ziehen.

Rund ein Viertel der Summe von rund 3,5 Milliarden Euro versprach die Bundesregierung zu übernehmen. Nach Angaben von Bundesaußenminister Heiko Maas wird Deutschland 2018 mindestens eine Milliarde Euro an Hilfsgeldern zur Verfügung stellen. Laut Rechnung der EU und der UN belaufen sich die bislang gemachten festen Zusagen allerdings nur auf einen Betrag von rund 830 Millionen Euro.

Deutschland war aber auch damit der mit Abstand größte Geber bei der Konferenz. Auf Platz zwei folgte die EU-Kommission, die aus dem europäischen Gemeinschaftshaushalt 560 Millionen Euro fest zusagen konnte. Platz drei belegte Großbritannien, das umgerechnet rund 514 Millionen Euro versprach.

UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock erklärte das vergleichsweise schwache Gesamtergebnis damit, dass unter anderem die USA noch keine festen Zusagen gemacht hätten. Zudem seien geplante EU-Hilfen für die Unterstützung von Syrien-Flüchtlingen in der Türkei noch nicht eingerechnet. Vermutlich bis Ende 2019 will die EU dafür weitere drei Milliarden Euro zur Verfügung stellen.

Nach Zahlen der Vereinten Nationen sind nach mittlerweile mehr als sieben Jahren Bürgerkrieg rund 13 Millionen Syrer auf humanitäre Hilfe angewiesen, Millionen sind in Nachbarländer geflohen. "Fast 70 Prozent der syrischen Bevölkerung leben heute in extremer Armut", sagte Steiner.

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