Krieg in Syrien:Deutsche stirbt im Kampf gegen den IS

  • Im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat ist eine Deutsche im Nordosten Syriens getötet worden.
  • Die junge Frau soll mehrere Monate mit der kurdischen Einheit YPJ gekämpft haben.
  • Bei Angriffen gegen Stellungen des IS im Irak und in Syrien erzielen irakische Armee und kurdische Peschmerga kleine Fortschritte.
  • In Libyen hat ein Ableger des IS bei einem Angriff auf ein Ölfeld mehrere Ausländer entführt. Die Ölarbeiter sollen aus Österreich, Tschechien, den Philippinen, Bangladesch und dem Sudan kommen.

Tote war Anhängerin der kommunistischen Partei MLKP aus der Türkei

Im Nordosten Syriens ist eine Deutsche im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat getötet worden. Die Frau habe mit der Einheit YPJ gekämpft und sei am Wochenende nahe der Stadt Tel Tamr im Nordosten des Landes umgekommen, sagte ein Kurdenvertreter. Sie habe sich bereits vor zwei oder drei Monaten der Einheit angeschlossen. Ein Sprecher der Kurdenpartei PYD bestätigte den Tod der Deutschen. Der kurdischen Nachrichtenagentur ANF zufolge handelt es sich bei der Toten um eine 19-Jährige mit afrikanischen Wurzeln.

Das Auswärtige Amt bestätigte den Tod der Deutschen nicht. "Ich kann auch zu den Details nichts sagen", erklärte eine Sprecherin. Die Stadt Duisburg geht davon aus, dass die Frau zuletzt in der Ruhrgebietsstadt gemeldet war. Eine Sprecherin der Stadt Duisburg sagte, dass in Duisburg eine Frau dieses Namens und Alters gemeldet sei. "Wir gehen davon aus, dass es sich um diese Frau handelt."

Sie soll Anhängerin der kommunistischen Partei MLKP aus der Türkei gewesen sein. Ein im Internet verbreitetes Video soll die Frau zeigen. Darin sagt sie, sie sei nach Nordsyrien gekommen, "weil man hier für die Menschlichkeit kämpft". Einer Mitteilung der Syrischen Beobachterstelle für Menschenrechte zufolge seien damit inzwischen drei Ausländer aufseiten der Kurden in Syrien getötet worden. Die in England ansässige Gruppe geht davon aus, dass sich rund 100 westliche Ausländer den Kurden angeschlossen haben, darunter Amerikaner, Franzosen, Spanier und Dänen.

Luftangriffe gegen den IS vor Kirkuk

Im Nordirak haben kurdische Kämpfer mehrere Stellungen des IS vor der Stadt Kirkuk angegriffen. Unterstützt wurden sie dabei von Kampfflugzeugen der Anti-IS-Allianz unter Führung der USA. Im lokalen Fernsehen sagte der Gouverneur von Kirkuk, Nadschmaldin Karim, mit der Offensive sollten die IS-Kämpfer aus der Umgebung der Öl-Metropole vertrieben werden.

Ein Reporter der Nachrichtenagentur Reuters berichtete vom Ort des Geschehens, kurdische Peschmerga-Kämpfer hätten die Stellungen der Islamisten unter Beschuss genommen. An mehreren Frontabschnitten westlich der Stadt erzielten sie Geländegewinne. In den Gebieten Mala Abdullah und Tel Ward eroberten die Peschmerga mehrere Dörfer. Auch in Charabarut, nordwestlich von Kirkuk, sei es zu heftigen Gefechten zwischen der Peschmerga und den IS-Kämpfern gekommen, berichtete ein Informant aus der Stadt.

Die Kurden hatten die Kontrolle über Kirkuk im August übernommen, nachdem die irakische Armee dem IS im Norden Iraks gewichen war. Die IS-Kämpfer waren bis auf 20 Kilometer an Kirkuk herangerückt. Die Stadt war daher ständig bedroht. Ende Januar hatte der IS kurzzeitig einige Verteidigungsstellungen der Peschmerga vor Kirkuk überrannt.

Offensive vor Tikrit

In der Nähe der Stadt Tikrit kommt außerdem eine Offensive der irakischen Armee Militärangaben zufolge voran. Soldaten und schiitische Milizen hätten am Sonntag das Zentrum des Ortes Al-Dur in unmittelbarer Nähe von Tikrit eingenommen, teilten Kommandeure mit. Die Rückeroberung Tikrits ist ein wichtiges Etappenziel in der bisher größten Offensive gegen den IS.

Des Weiteren sind bei Luftangriffen der internationalen Koalition auf eine Ölraffinerie unter IS-Kontrolle im Norden Syriens mindestens 30 Menschen umgekommen.

Österreicher von IS in Libyen entführt

Bei einem Angriff auf ein Ölfeld in Libyen ist eine Gruppe von Ausländern in die Hände des IS geraten. Es lägen nun gesicherte Informationen vor, dass sie vom IS abtransportiert worden seien, sagte ein Sprecher des österreichischen Außenministeriums der Nachrichtenagentur Reuters. Unter den insgesamt neun vermissten Ölarbeitern befindet sich nach Angaben des Außenministeriums ein Österreicher. Die anderen Vermissten kämen aus Tschechien, den Philippinen, Bangladesch und dem Sudan.

Die Ausländer, die auf dem Ölfeld al-Ghani im Landesinneren arbeiteten, seien vergangene Woche mit mehreren Fahrzeugen weggebracht worden. Zum Zeitpunkt des Abtransportes seien die Menschen unverletzt gewesen, sagte der Sprecher weiter. Über den derzeitigen Aufenthalt der Gruppe gebe es keine Informationen.

In Libyen tobt fast vier Jahre nach dem Sturz des Diktators Muammar al-Gaddafi ein Machtkampf zwischen zwei rivalisierenden Regierungen und deren Milizen. In dem Chaos fassen radikal-muslimische Gruppen wie der Islamische Staat immer stärker Fuß. Wegen des Bürgerkriegs ist auch die Förderung von Erdöl und -gas in dem für seinen Ölreichtum bekannten nordafrikanischen Land immer wieder unterbrochen.

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