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Krieg in Syrien:Es braucht eine politische Lösung

Ein Militärschlag löst jedoch nicht das ursächliche Problem in Syrien. In den Rebellengebieten in Idlib, zwischen Homs und Hama und im Süden werden sich ähnliche Szenen wiederholen, wenn die syrische Armee und ihre Verbündeten der von Iran unterstützten schiitischen Söldnerheere anrücken. Für die Syrer macht es überdies keinen Unterschied, ob sie durch russische Bomben sterben oder durch syrisches Chlor. In Ost-Ghouta wurden 2000 Zivilisten mit konventionellen Waffen getötet, ohne dass Trump dadurch die Menschlichkeit dermaßen verletzt sah, dass er nicht noch den Abzug der US-Truppen aus Syrien angekündigt hätte.

Was es in Syrien braucht, ist eine Strategie, den Krieg mit einer politischen Lösung zu beenden. Das ist zugegeben nicht simpel, aber bisher zeigt Trump null Interesse, und auch Europa hat sich in der Rolle des Zuschauers eingerichtet, obwohl es angesichts der Flüchtlinge direkt betroffen ist, anders als die USA oder Russland. Moskau aber hat Zeit, Iran noch mehr. Assad spielt sie gegeneinander aus. So kann ihn keiner kontrollieren, auch wenn er auf beide angewiesen ist. Genüsslich beobachtet man im Kreml derweil, wie sich der Nato-Staat Türkei mit den USA überwirft. Und Israel muss feststellen, dass weder Trump noch Putin Anstalten machen, Iran und der Hisbollah in Syrien Einhalt zu gebieten oder sie vom Golan fernzuhalten.

Iran und Assad haben ein Interesse daran, die Spannungen zwischen Russland und den USA anzuheizen. Es dient ihren Zielen in Syrien und der Region. US-Soldaten und iranische Milizionäre haben sich mehrmals Gefechte geliefert, Irans Revolutionsgarden provozierten den heftigsten Schlagabtausch zwischen Israel und Syrien seit 35 Jahren.

Die Auseinandersetzung wird sich verschärfen, wenn Trump seinen dumpfen Instinkten folgt und das Atomabkommen mit Teheran kündigt und die von Iran unterstützten Huthi weiter aus Jemen Raketen auf Riad schießen. Das eigentliche Risiko, das von Syrien ausgeht, ist ein neuer Großkrieg im Nahen Osten, wo ohnehin die rivalisierenden Regionalmächte Iran, Saudi-Arabien und Türkei um Einfluss ringen und Israel sich existenziell bedroht sieht. Dann wird es für Trump und Putin wirklich schwierig werden, eine Eskalation zu vermeiden.

© SZ vom 13.04.2018/fued

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