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Krieg in Libyen:Merkel kündigt Aufbauhilfe an

Auch Frankreich erhielt die Genehmigung der Vereinten Nationen, Gaddafi-Vermögen an den Übergangsrat zu überweisen. Die französische Regierung teilte mit, 1,5 Milliarden Euro freizugeben. Insgesamt liegen bei französischen Banken gesperrte Vermögenswerte in Höhe von 7,6 Milliarden Euro.

Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigte an, Libyen beim Aufbau einer Demokratie und der Infrastruktur zu helfen. "Libyen hat ja wegen seines Erdölreichtums kein Geldproblem", sagte die CDU-Politikerin der Berliner Morgenpost. Deutschland werde sich nach den Erwartungen der Libyer richten.

Der neue Botschafter Libyens in Berlin, Aly Masednah El-Kothany, schätzt den akuten Finanzbedarf in dem nordafrikanischen Land auf mindestens eine Milliarde Euro. Das reiche nicht, "um genügend Lebensmittel und Medikamente zu importieren, aber es würde uns etwas Luft verschaffen für die nächsten zwei Wochen", sagte El-Kothany der Financial Times Deutschland.

Nato will weiter Präsenz zeigen

El-Kothany, vom Nationalen Übergangsrat nominiert, war am Mittwoch nach Angaben des Auswärtigen Amtes als Geschäftsträger der libyschen Botschaft in Berlin akkreditiert worden. Er ist damit offizieller Ansprechpartner für die Belange Libyens in Deutschland. Die Funktion des bisherigen Botschafters Jamal El-Barag sieht das Ministerium als beendet an. Bis spätestens 15. September muss er Deutschland verlassen.

Der neue Botschafter lehnt dem Bericht zufolge Finanzhilfe aus dem Ausland ebenso ab wie internationale Friedenstruppen. "Libyen ist ein reiches Land, wir brauchen keine Geberkonferenz", sagte er. Die neue libysche Regierung wolle auch keine fremden Truppen, seien es UN-Blauhelme oder Beobachter, im Land haben. "Es ist besser, wenn Libyer das selbst machen." Anders sei es hingegen beim Wiederaufbau: "Ich bin sicher, dass Deutschland dabei seinen Platz finden wird", sagte El-Kothany, der nach eigenen Angaben seit 25 Jahren in Deutschland lebt.

Die Nato will auch nach einem Ende des Militäreinsatzes in Libyen weiter Präsenz zeigen. Nato-Soldaten könnten für eine begrenzte Zeit den Luftraum überwachen und Schiffe vor der Küste Libyens kontrollieren. Dies vereinbarten die Vertreter der 28 Nato-Staaten am Mittwoch im Nato-Rat in Brüssel. Eine Entsendung von Bodentruppen kommt dagegen für das Bündnis nicht in Frage.