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Krieg in Libyen:Preisgekrönte Kriegsfotografen in Misrata getötet

Die renommierten Kriegsfotografen und Dokumentarfilmer Tim Hetherington und Chris Hondros sterben in der heftig umkämpften Stadt Misrata. Der oscarnominierte Brite Hetherington schilderte in seiner letzten Twitternachricht die Zustände in der von Gaddafis Truppen belagerten Stadt.

In der heftig umkämpften libyschen Stadt Misrata ist der Fotograf und oscarnominierte Filmemacher Tim Hetherington getötet worden. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch bestätigte den Tod des Briten. Auch Hetheringtons Kollege Chris Hondros erlag inzwischen seinen schweren Verletzungen. Zwei weitere Fotografen wurden verletzt.

Combination photo of photographers Tim Hetherington and Chris Hondros

Chris Hondros (links) und Tim Hetherington: Die beiden Foto-Journalisten wurden in der heftig umkämpften Stadt Misrata bei einem Granatenangriff getötet.

(Foto: REUTERS)

Die Foto-Journalisten waren offenbar mit einer Gruppe Rebellen unterwegs. BBC zufolge wurden die Männer von Splittern einer Mörsergranate getroffen. CNN sprach hingegen von einer Panzerbüchsen-Granate (RPG/rocket-propelled grenade), einer massenhaft in die Dritte Welt exportierten russischen Panzerabwehrhandwaffe.

Der 41 Jahre Hetherington hatte für seinen Film Restrepo über US-Soldaten in Afghanistan erst Anfang des Jahres eine Oscar-Nominierung erhalten. Der Film, den der Brite mit dem Autoren und Journalisten Sebastian Junger (Der Sturm) machte, dreht sich um den Tod des amerikanischen Sanitäters Juan Sebastián Restrepo. Der Filmemacher hatte sich für die Dokumentation mitten ins Korengal-Tal - ein Kampfgebiet im Osten des Landes - begeben, das beim amerikanischen Militär als "Tal des Todes" bekannt ist.

Welches Projekt er in Libyen verfolgte, war zunächst nicht bekannt. "Er war diesmal nicht für uns in Libyen, aber er hat sehr oft mit uns zusammengearbeitet", sagte Human-Rights-Watch-Sprecher Abrahams. Der Kriegsberichterstatter und Filmemacher habe sich immer für die Menschenrechte eingesetzt. "Er hat einfach Fotos gemacht, berichtet und dokumentiert. Und damit hat er den Menschenrechten einen enormen Dienst erwiesen." Die Nachricht von seinem Tod habe die Mitarbeiter von Human Rights Watch erschüttert.

Inzwischen hat laut New York Times Hetheringtons Familie eine kurze Stellungnahme veröffentlicht: "Tim hielt sich in Libyen auf, um die Arbeit für sein Multimedia-Projekt fortzusetzen, mit dem er auf die humanitäre Lage in Zeiten des Kriegs aufmerksam machen wollte. Wir werden ihn für immer vermissen", zitiert die Zeitung aus der Mitteilung.

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