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Krieg in Libyen:Nato bombardiert Kommandostellungen nahe Tripolis

Zuvor war bekanntgeworden, dass Deutschland zusätzliche Finanmittel für die Menschen in der libyschen Stadt Misrata bereitstelle: Die Bundesregierung werde ihre humanitäre Hilfe für Libyen insgesamt um zwei Millionen Euro auf sieben Millionen Euro aufstocken, teilte das Auswärtige Amt in Berlin mit.

A weapon and bullets are seen as rebel fighters pray near the front line along the western entrance gate of Ajdabiyah

Libysche Rebellenkämpfer beim Gebet: In der Nato wächst die Sorge vor einem lange andauernden Krieg. Großbritannien will die Aufständischen nun von Militärexperten beraten lassen.

(Foto: REUTERS)

Von den zusätzlichen Mitteln solle eine Million Euro an die Internationale Organisation für Migration (IOM) gehen. Damit könnten in den kommenden Tagen insgesamt 2000 Menschen durch die Hilfe der Bundesregierung aus Misrata evakuiert und nach Bengasi gebracht werden. Gleichzeitig würden rund 900 Tonnen Hilfsgüter nach Misrata geliefert.

Eine weitere Million Euro gehe je zur Hälfte an das UN-Ernährungsprogramm (WFP) und an das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR). Davon würden Notmaßnahmen zur Versorgung der Bevölkerung in Misrata sowie die Versorgung von libyschen Flüchtlingen an der ägyptischen und der tunesischen Grenze finanziert, erklärte das Auswärtige Amt weiter.

Die Nato hat unterdessen nahe der libyschen Hauptstadt Tripolis nach eigenen Angaben Kommandostellungen von Gaddafis Armee bombardiert. Ziele der nächtlichen Angriffe seien unter anderem "Kommando- und Kontrollanlagen inklusive Kommunikationsinfrastruktur" gewesen, von denen Angriffe auf die libysche Zivilbevölkerung gesteuert worden seien, teilte die Nato mit. Auch das Hauptquartier der 32. Brigade Gaddafis etwa zehn Kilometer südlich von Tripolis wurde demnach angegriffen.

Die Nato werde ihre Angriffe auf die Gaddafi-Truppen fortsetzen, um im Einklang der UN-Sicherheitsratsresolution 1973 das Leben von Zivilisten zu schützen, erklärte Nato-General Bouchard. Nach Verabschiedung der UN-Resolution war der internationale Militäreinsatz in Libyen zunächst von einer Koalition um die USA, Großbritannien und Frankreich begonnen worden. Doch mit Blick auf die Berichte über Gaddafis Heckenschützen in Misrata sind die Nato-Kampfpiloten hilflos. Die Resolution 1973 schließt einen Einsatz von Bodentruppen aus.

Seit Beginn des Aufstandes gegen das Gaddafi-Regime wurden nach Angaben der Rebellen bereits Zehntausende Menschen getötet oder verletzt. "Präsident Dschalil hat uns von 10.000 Toten berichtet und bis zu 55 000 Verletzten", sagte der italienische Außenminister Franco Frattini nach einem Treffen mit dem Vorsitzenden des libyschen Übergangsrates, Mustafa Abdul Dschalil, in Rom.