SZ am Morgen Nachrichten des Tages – die Übersicht für Eilige

Lesezeit: 3 Min.

US-Präsident Donald Trump macht im Iran-Krieg eine Kehrtwende.
US-Präsident Donald Trump macht im Iran-Krieg eine Kehrtwende. Kay Nietfeld/dpa

SZ am Morgen.

Von Jens Schneider

Es gibt eine Menge Menschen auf dieser Welt, die alles schon immer vorher gewusst haben, sobald es erst mal eingetreten ist. Tatsächlich aber ist keineswegs alles vorhersehbar, gerade nicht in der Politik, was sie für Journalisten interessant macht. Manchmal verlaufen Ereignisse in Nuancen anders, gelegentlich gibt es Überraschungen, die dann viel Neugier auslösen.

Da wird ein 35 Jahre alter Grüner im seit Jahrzehnten von der SPD regierten München zum Oberbürgermeister gewählt, und man möchte einfach wissen, was dieser Dominik Krause für einer ist, der im Interview mit der SZ von einer Aufbruchstimmung in München spricht. Und was der Erfolg des Grünen über diese Stadt sagt, über ihr Lebensgefühl. Dass München als erste deutsche Millionenstadt einen grünen Oberbürgermeister hat, komme nicht aus dem Nichts, kommentiert Anna Hoben. Claudius Seidl schreibt über „das Münchner Gefühl und seine Feinde“ und die Wirklichkeit einer Stadt, in der es immer enger, knapper, teurer werde.

Das Fiasko, das die SPD in Rheinland-Pfalz erlebt hat, werden viele als eher erwartbar einordnen. Wie die Sozialdemokraten nun nach Wegen gegen ihre weitere Verzwergung suchen, beschreiben meine Kollegen in ihrer Reportage. Begleitet wird all das von recht kühlen Abrechnungen aus den eigenen Reihen, etwa vom früheren Münchner OB Christian Ude, der im SZ-Interview von einer politisch entleerten Partei spricht.

Und es gibt Resultate, die in diesen Tagen nicht mehr überraschen, aber an die man sich nicht gewöhnen sollte. Die AfD hat in Rheinland-Pfalz ihr bisher bestes Ergebnis in Westdeutschland erzielt und will nun noch mehr. Gibt es wirklich kein Gegenmittel? Die sich seit Monaten selbst suchende Bundesregierung unter Friedrich Merz will als Antwort klare Akzente setzen. Henrike Roßbach kommentiert: Achtung, ab jetzt wird’s wehtun. Nicht um den Schmerz geht es hier, sondern um wichtige Reformen, für die bis zur nächsten Wahl nur wenig Zeit bleibt.

Was heute wichtig ist

Krieg in Iran: Widersprüchliche Signale zu möglichen Friedensverhandlungen. US-Präsident Trump setzt Angriffe auf iranische Kraftwerke aus – doch Raketen und Drohnen fliegen weiter. Kommen Verhandlungen über ein Ende des Krieges zustande? Trump spricht von „sehr guten und produktiven Gesprächen“, Teheran dementiert. Zum Liveblog zum Krieg in Nahost

  • Krieg in Nahost: Wird Südlibanon ein Teil Israels?
  • Liveblog zum Krieg in der Ukraine: Kiew fordert Waffen für Angriffe auf russische Drohnenfabriken – um Teheran zu schwächen

Nacht acht Jahren: Europa und Australien einigen sich auf Freihandelsabkommen. Druck aus den USA, Druck aus China: Inmitten von Turbulenzen im Welthandel einigen sich die EU und Australien auf ein umfassendes Freihandelsabkommen. Unternehmen sollen dadurch nach Angaben aus Brüssel jährlich rund eine Milliarde Euro an Zöllen sparen. Es soll auch der deutschen Autoindustrie helfen. Zum Artikel

Umstrittene Kredite: Die Finanzbranche fürchtet den Crash. Das Geschäft mit „Private Debt“ floriert: Darlehen an Unternehmen, die von Hedgefonds, Versicherungen, Pensionsfonds und Private-Equity-Fonds vergeben werden. Sie vergeben Kredite in Billionenhöhe. Der Markt ist intransparent, Bafin-Chef Mark Branson warnt: Irgendwann könne es „knallen“. Zum Artikel

Die SPD ist in der Krise – aber hat dagegen kein klares Konzept. Die Parteichefs Klingbeil und Bas wollen bleiben – trotz der miserablen Wahlergebnisse in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Sie suchen die Flucht nach vorn, Klingbeil will den pragmatischen Kurs durchsetzen, auch bei den anstehenden Reformen. Doch die Frage ist: Haben die Vorsitzenden dazu noch die Kraft? Zum Artikel

Volksabstimmung: Italien sagt Nein zu Melonis Reform. Es ist ein schwerer Schlag für die Regierung unter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni: In einer Volksabstimmung in Italien spricht sich die Mehrheit gegen einen grundlegenden Umbau der Justiz aus. Kritiker sahen die Gewaltenteilung in Gefahr. Zum Artikel

Weitere wichtige Themen

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Dossier Digitalwende: Gegen Deepfakes und Voyeurismus im Netz. Mit einem neuen Straftatbestand will das Bundesjustizministerium gegen die Erstellung und Verbreitung sexualisierter Deepfakes vorgehen. Der Entwurf für ein digitales Gewaltschutzgesetz erweitert das Strafrecht zudem um digitale Formen von Voyeurismus und Überwachung. Zum Briefing

Dossier Geoökonomie: Billiger Strom ist Chinas großer Trumpf im KI‑Wettlauf. Im globalen KI-Rennen zählt nicht nur Chipqualität, sondern auch günstiger Strom. Während US- und EU-Rechenzentren unter Kosten und Engpässen leiden, baut China im Rekordtempo aus, subventioniert und verlagert Datenzentren in energiereiche Regionen. Doch Kohleabhängigkeit und Fachkräftemangel bremsen den Vorsprung. Zum Briefing

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