Vor knapp einer Woche haben Israel und die USA den Krieg gegen Iran begonnen, und sowohl die Schauplätze als auch die politischen Ziele der militärischen Auseinandersetzung sind seither immer unübersichtlicher geworden.
Die Iraner beschießen die Golfstaaten, damit in den Emiraten der Druck auf Donald Trump wächst, den Krieg zu beenden. Gleichzeitig treten die USA und Israel offenbar an die Kurden heran, damit diese das Teheraner Regime angreifen. Warum es an diesem Punkt wirklich gefährlich werden könnte und warum Trump sein „Venezuela-Szenario“ in Iran nur schwer wird umsetzen können, erklärt Tomas Avenarius.
Während der US-Präsident zu Beginn der Angriffe noch das Atomprogramm als Grund für den Krieg nannte und die Iraner aufforderte, das Regime zu stürzen, werden seine Ziele im Laufe der Woche immer vager; am Dienstag räumte Trump ein, dass Irans Zukunft ungewiss sei.
Aber wie kam es eigentlich dazu, dass ausgerechnet Trump, der America-First-Präsident, der mit dem Versprechen Wahlen gewann, sein Land aus riskanten Auslandseinsätzen herauszuhalten, als Kriegsherr nun kaum noch zu bremsen ist? Nicolas Richter, Charlotte Walser und Hubert Wetzel gehen der Frage nach, was Donald Trump eigentlich mehr antreibt: die Sorge vor Irans Atomprogramm oder die eigene Eitelkeit.
Was heute sonst noch wichtig ist? In Baden-Württemberg geht der Wahlkampf an diesem Wochenende zu Ende. Ein Reporter-Team hat sich aus diesem Anlass in einer großen Recherche mit dem AfD-Spitzenkandidaten im Ländle, Markus Frohnmaier, beschäftigt. Der will Ministerpräsident werden und hat dafür, so berichten sie, seine Biografie geschönt. Es geht um Russland, rechtsextreme Kontakte und ein angebliches Familienleben in der schwäbischen Provinz.
Krieg im Nahen Osten
Vom ersten Luftschlag zum Flächenbrand. Ein Angriff, viele Fronten: Wie aus einem Militärschlag binnen Tagen eine regionale Krise wurde, in die immer mehr Länder hineingezogen werden. Eine visuelle Dokumentation in Karten, Satellitenbildern und Videos. Zum Artikel
Logistik: DHL trotzt Iran-Krieg und Trumps Zöllen. Beim Bonner Dax-Mitglied sinken die Umsätze, doch der Gewinn steigt. Der weltweit größte Logistikkonzern will in der Golfregion investieren, mit den Konflikten dort könne die Firma umgehen, sagt Vorstandschef Meyer. Zum Artikel
Was heute wichtig ist
EXKLUSIV AfD Baden-Württemberg: Wie Markus Frohnmaier seinen Lebenslauf schönt. Der AfD-Mann nutzt den Wahlkampf in Baden-Württemberg offenbar, um seine Karriere in Berlin voranzutreiben – und dabei glatter zu wirken als er ist. Außerdem war sein Mitarbeiter, wie Frohnmaier selbst, bei der islamfeindlichen und gewaltbereiten „German Defence League“ aktiv. Zum Artikel
- Landtagswahl: Baden-Württemberg bangt um Wirtschaft – Grüne holen trotzdem auf
- Haustürwahlkampf: Klinkenputzen für die Partei
Trump entlässt Heimatschutzministerin Kristi Noem. Berichten zufolge war der US-Präsident unzufrieden mit Aussagen von Noem vor den Justizausschüssen von Kongress und Senat. Sie war verantwortlich für die umstrittene Einwanderungspolitik von Trump. Die Erschießungen durch Agenten der Einwanderungsbehörde ICE in Minneapolis verteidigte sie bis zuletzt, die Zivilisten Renée Nicole Good und Alex Pretti seien „Terroristen“ gewesen. Zum Artikel
Länder ringen um Social-Media-Altersgrenze – Bayern bremst. Auf der Ministerpräsidentenkonferenz haben sich die Bundesländer erstmals auf eine gemeinsame Position zur Regulierung sozialer Medien geeinigt. Ein konkret angedachtes Verbot für Jugendliche unter 14 Jahren geht aber vor allem Markus Söder zu weit. Für eine grundsätzliche Regulierung zeigt er sich dennoch offen. Zum Artikel
EU-Namensstreit: „Veggie-Burger“-Verbot ist gescheitert. Die EU nimmt Pläne zur Namensänderung zurück. Somit bleiben Produktbezeichnungen wie „Veggie-Burger“ oder „vegetarische Bratwurst“ erlaubt. Abgeordnete konnten in Verhandlungen mit Vertretern der EU-Staaten ein Verbot nicht durchsetzen. Zum Artikel
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Dossier Digitalwende: Cybersicherheitsrichtlinie NIS-2 – Registrierungspflicht läuft aus- Für rund 29 500 Unternehmen endet heute nach Inkrafttreten des NIS-2-Umsetzungsgesetzes die Frist zur Registrierung beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Unternehmen, die als wichtige Einrichtungen gelten, müssen sich anmelden – die Branche erwartet aber, dass die tatsächliche Beteiligung von Unternehmen deutlich darunter bleibt. Zum Briefing
Dossier Geoökonomie: Wie Chinas Wirtschaft zur Kriegsmaschine wird. Chinas wahre Militärmacht liegt nicht in Panzern oder Raketen, sondern in seinen Fabriken. Der neue Fünfjahresplan stärkt jene Industrien, die zivile und militärische Produktion vereinen – von Schiffbau bis KI. Während die USA Materialknappheit erleben, kann China nahezu unbegrenzt Waffen und Roboter aus den Werkhallen rollen lassen. Zum Briefing

