Dieser Liveblog ist archiviert und wird nicht mehr aktualisiert. Die aktuelle Berichterstattung finden Sie auf unserer Themenseite zum Krieg in der Ukraine.
Wichtige Updates
Ukraine will chinesische Drohnen ersetzen
Selenskij: Mehr als eine Million Verbraucher in Kiew ohne Strom
Ukraine will Drohnenabwehr neu organisieren
Ukrainischer Oberbefehlshaber kündigt neue Offensive an
Menschen in Kiew leiden unter Kälte, Kindern droht Unterkühlung
Viktoria Spinrad
Putin will angeblich eingefrorene Vermögen für Israel-Friedensgremium und Ukraine-Wiederaufbau nutzen
Russlands Präsident Wladimir Putin hat behauptet, nach einem Friedensvertrag eingefrorene russische Vermögenswerte in den USA für den Wiederaufbau der Ukraine einsetzen zu wollen. Eine Milliarde davon wolle er zudem Trumps Friedensrat für Israel zugutekommen lassen. Die übrig bleibenden Mittel der in den USA eingefrorenen Vermögenswerte könnten dann „nach einem Friedensschluss zwischen Russland und der Ukraine auch zur Wiederherstellung der Territorien genutzt werden, die von den Kampfhandlungen in Mitleidenschaft gezogen wurden“, so Putin. Bei der Formulierung blieb unklar, ob es sich um Zahlungen an Kiew handeln soll oder ob damit Aufbauarbeiten in jenen ukrainischen Territorien bezahlt werden sollen, die Russland für sich beansprucht.
Putins Angebot kommt vor einem für diesen Donnerstag geplanten Treffen des Kremlchefs mit Trumps Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Moskau. Putin will auch mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas über die mögliche Spende sprechen. Trump hatte von den Nationen mindestens eine Milliarde Dollar für die Mitgliedschaft in seinem 20-Punkte-Plan für einen dauerhaften Frieden im Gazastreifen verlangt.
Das Angebot soll offenbar den amerikanischen Präsidenten ansprechen und weitere Wirtschaftssanktionen vermeiden – bezahlt mit Geld, das der Kreml derzeit nicht kontrolliert. Derzeit liegen von den geschätzten 300 Milliarden Dollar eingefrorenem russischem Vermögen etwa vier bis fünf Milliarden Dollar in den USA. Das ist ein Bruchteil der geschätzten 524 Milliarden Dollar, die die Ukraine für den Wiederaufbau über die nächsten zehn Jahre benötigt.
Putins Angebot kommt vor einem für diesen Donnerstag geplanten Treffen des Kremlchefs mit Trumps Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Moskau. Putin will auch mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas über die mögliche Spende sprechen. Trump hatte von den Nationen mindestens eine Milliarde Dollar für die Mitgliedschaft in seinem 20-Punkte-Plan für einen dauerhaften Frieden im Gazastreifen verlangt.
Das Angebot soll offenbar den amerikanischen Präsidenten ansprechen und weitere Wirtschaftssanktionen vermeiden – bezahlt mit Geld, das der Kreml derzeit nicht kontrolliert. Derzeit liegen von den geschätzten 300 Milliarden Dollar eingefrorenem russischem Vermögen etwa vier bis fünf Milliarden Dollar in den USA. Das ist ein Bruchteil der geschätzten 524 Milliarden Dollar, die die Ukraine für den Wiederaufbau über die nächsten zehn Jahre benötigt.
Die beiden Kriegsparteien liegen bei Trumps vorgeschlagenem Friedensplan weiterhin weit auseinander. Russland besteht darauf, dass die Ukraine Gebiete aufgeben muss, die sie derzeit nicht kontrolliert. Währenddessen verstärkt Putin seine Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur, wodurch Millionen Menschen ohne Heizung und Wasser bei Minustemperaturen auskommen müssen.
Dimitri Taube
Witkoff: Große Fortschritte bei Ukraine-Verhandlungen
Bei den Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Krieges gibt es nach den Worten des US-Sondergesandten Steve Witkoff große Fortschritte. Er werde noch am Donnerstag nach Moskau reisen, um über eine Lösung zu sprechen, kündigte Witkoff auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos an.
„Ich denke, wir haben eine Menge Fortschritte gemacht“, sagte er. Die Verhandlungen seien auf eine letzte Frage reduziert. „Wenn also beide Seiten eine Lösung wollen, werden wir sie auch finden.“ Die Schaffung einer Freihandelszone in der Ukraine wäre Witkoff zufolge „bahnbrechend“ für die Wirtschaft des Landes.
„Ich denke, wir haben eine Menge Fortschritte gemacht“, sagte er. Die Verhandlungen seien auf eine letzte Frage reduziert. „Wenn also beide Seiten eine Lösung wollen, werden wir sie auch finden.“ Die Schaffung einer Freihandelszone in der Ukraine wäre Witkoff zufolge „bahnbrechend“ für die Wirtschaft des Landes.
Dimitri Taube
Klitschko: Etwa 3000 Wohnblöcke in Kiew weiter ohne Heizung
In der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind nach einem russischen Luftangriff in dieser Woche etwa 3000 Wohnblöcke weiter ohne Heizung. Das teilte Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram mit. In der Nacht zu Donnerstag seien jedoch 227 Gebäude wieder an die Versorgung angeschlossen worden. Klitschko hatte am Dienstag mitgeteilt, dass durch einen russischen Luftangriff die Wärmeversorgung Tausender mehrstöckiger Wohnhäuser bei eisigen Temperaturen unterbrochen wurde.
Katja Guttmann
Trump gibt sich zuversichtlich: Abkommen "ziemlich nah"
US-Präsident Donald Trump sieht weiter Chancen für ein baldiges Ende des Ukraine-Kriegs. Er habe den Eindruck, dass der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij und der russische Präsident Wladimir Putin bereit für eine Übereinkunft seien, sagte Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Ein Abkommen sei "ziemlich nah". Ähnlich hatte sich Trump bereits in den vergangenen Monaten geäußert. Sollten sie sich nicht einigen, seien beide "dumm", fügte Trump hinzu. Er kündigte an, Selenskij am Donnerstag in der Schweiz treffen zu wollen. In seiner Rede vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos nannte er den Krieg in der Ukraine ein Blutbad: "Und das ist, was ich beenden möchte", betonte er.
Christoph Heinlein

Lebenslange Haft für Mord an russischem General
Ein Militärgericht in Moskau hat einen Mann aus Usbekistan wegen des Mordes an dem ranghohen russischen General Igor Kirillow zu lebenslanger Haft verurteilt. Achmadschon Kurbonow wurde am Mittwoch des Mordes an Kirillow und dessen Assistenten bei einem von der Ukraine unterstützten Bombenanschlag im Jahr 2024 für schuldig befunden. Generalleutnant Kirillow, Chef der russischen Truppen für atomaren, biologischen und chemischen Schutz, und sein Assistent Ilja Polikarpow wurden im Dezember 2024 vor einem Wohnhaus in Moskau getötet, als eine in einem Elektroroller versteckte Bombe ferngezündet wurde.
Der ukrainische Geheimdienst SBU hatte sich zu dem Anschlag bekannt. Es war eine von mehreren gezielten Tötungen, die der SBU in Russland organisiert hat, um Personen zu treffen, die er für den Krieg Russlands in der Ukraine für verantwortlich hält. Russland bezeichnet die Tötungen als Akte des Staatsterrorismus.
Der usbekische Staatsbürger Kurbonow und drei Komplizen wurden verschiedener Verbrechen im Zusammenhang mit der Tötung Kirillows für schuldig befunden. Dazu gehörten Terrorismus und illegaler Handel mit Sprengstoff, wie russische Ermittler mitteilten. Die drei Komplizen erhielten Haftstrafen zwischen 18 und 25 Jahren in Strafkolonien mit maximaler Sicherheitsstufe. Russischen Medienberichten zufolge bekannte sich Kurbonow der Anklagepunkte für schuldig, während die anderen dies nicht taten. Das Ermittlungskomitee erklärte, der Mord an Kirillow sei in der Ukraine geplant worden. Die Täter hätten den Sprengstoff aus Polen nach Russland geschmuggelt. Kurbonow habe dann die Bombe zusammengebaut, angebracht und ferngezündet, als Kirillow und Polikarpow das Gebäude verließen.
Der ukrainische Geheimdienst SBU hatte sich zu dem Anschlag bekannt. Es war eine von mehreren gezielten Tötungen, die der SBU in Russland organisiert hat, um Personen zu treffen, die er für den Krieg Russlands in der Ukraine für verantwortlich hält. Russland bezeichnet die Tötungen als Akte des Staatsterrorismus.
Der usbekische Staatsbürger Kurbonow und drei Komplizen wurden verschiedener Verbrechen im Zusammenhang mit der Tötung Kirillows für schuldig befunden. Dazu gehörten Terrorismus und illegaler Handel mit Sprengstoff, wie russische Ermittler mitteilten. Die drei Komplizen erhielten Haftstrafen zwischen 18 und 25 Jahren in Strafkolonien mit maximaler Sicherheitsstufe. Russischen Medienberichten zufolge bekannte sich Kurbonow der Anklagepunkte für schuldig, während die anderen dies nicht taten. Das Ermittlungskomitee erklärte, der Mord an Kirillow sei in der Ukraine geplant worden. Die Täter hätten den Sprengstoff aus Polen nach Russland geschmuggelt. Kurbonow habe dann die Bombe zusammengebaut, angebracht und ferngezündet, als Kirillow und Polikarpow das Gebäude verließen.
Dimitri Taube
Selenskij: Fast 60 Prozent von Kiew noch immer ohne Strom
Mehr als die Hälfte der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist nach dem russischen Angriff vom Dienstag noch immer ohne Strom. „Stand heute Morgen sind in Kiew noch immer rund 4000 Gebäude ohne Heizung und fast 60 Prozent der Hauptstadt ohne Strom“, schrieb der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij auf der Online-Plattform X.
Russland sorgt seit Wochen mit gezielten Angriffen auf die Energie-Infrastruktur für den härtesten Winter der Menschen in Kiew seit der russischen Großinvasion im Jahr 2022. Bei Temperaturen von bis zu minus 18 Grad Celsius sehen sich die drei Millionen Einwohnerinnen und Einwohner massiven und lang anhaltenden Ausfällen der Strom- und Wasserversorgung ausgesetzt. Um den Alltag zu bewältigen, sammeln sie Schnee als Wasserersatz, schlafen in Mänteln und Mützen und stellen Zelte in ihren Wohnungen auf.
Russland sorgt seit Wochen mit gezielten Angriffen auf die Energie-Infrastruktur für den härtesten Winter der Menschen in Kiew seit der russischen Großinvasion im Jahr 2022. Bei Temperaturen von bis zu minus 18 Grad Celsius sehen sich die drei Millionen Einwohnerinnen und Einwohner massiven und lang anhaltenden Ausfällen der Strom- und Wasserversorgung ausgesetzt. Um den Alltag zu bewältigen, sammeln sie Schnee als Wasserersatz, schlafen in Mänteln und Mützen und stellen Zelte in ihren Wohnungen auf.
Nadja Lissok
Drohnen-Schmuggel: Mutmaßliche Unterstützer prorussischer Gruppen in Brandenburg gefasst
Die Bundesanwaltschaft hat zwei mutmaßliche Unterstützer der prorussischen „Volksrepubliken Donezk und Luhansk“ festnehmen lassen. Die Karlsruher Behörde wirft den beiden Männern die Unterstützung ausländischer terroristischer Vereinigungen in mehreren Fällen vor. Beamte des Bundeskriminalamts nahmen den russischen Staatsangehörigen Suren A. und den Deutschen Falko H. heute in den Landkreisen Dahme-Spreewald und Märkisch-Oderland fest. Sie sollen am Donnerstag vor den Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof kommen, der über die Haftbefehle und eine Untersuchungshaft entscheiden wird.
Die beiden Männer sollen seit 2016 herausgehobene Stellungen in einem Verein haben, der den Transport von Versorgungsgütern und Medizinprodukten, aber auch von Drohnen in den ukrainischen Donbass zugunsten von prorussischen Milizionären der „Volksrepubliken Donezk und Lugansk“ organisierte. Suren A. soll Vereinsgelder von über 14 000 Euro weitergeleitet haben. Daneben habe er Gütertransporte für die dortigen Milizen finanziert, so die Bundesanwaltschaft. Falko H. soll Lieferaufträge entgegen genommen und an der Verteilung von Gütern vor Ort mitgewirkt haben.
Im Frühjahr 2014 übernahmen von Moskau gesteuerte Kräfte die Macht in den ostukrainischen Großstädten Donezk und Luhansk und betrieben die Abspaltung dieser Region von Kiew. Die Bundesanwaltschaft stuft die prorussischen „Volksrepubliken“ als ausländische terroristische Vereinigungen ein.
Die beiden Männer sollen seit 2016 herausgehobene Stellungen in einem Verein haben, der den Transport von Versorgungsgütern und Medizinprodukten, aber auch von Drohnen in den ukrainischen Donbass zugunsten von prorussischen Milizionären der „Volksrepubliken Donezk und Lugansk“ organisierte. Suren A. soll Vereinsgelder von über 14 000 Euro weitergeleitet haben. Daneben habe er Gütertransporte für die dortigen Milizen finanziert, so die Bundesanwaltschaft. Falko H. soll Lieferaufträge entgegen genommen und an der Verteilung von Gütern vor Ort mitgewirkt haben.
Im Frühjahr 2014 übernahmen von Moskau gesteuerte Kräfte die Macht in den ostukrainischen Großstädten Donezk und Luhansk und betrieben die Abspaltung dieser Region von Kiew. Die Bundesanwaltschaft stuft die prorussischen „Volksrepubliken“ als ausländische terroristische Vereinigungen ein.
Julia Daniel
US-Gesandter Witkoff reist Donnerstag zu Treffen mit Putin nach Moskau
Der US-Sondergesandte Steve Witkoff reist nach eigenen Angaben am Donnerstag zu einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin nach Moskau. Der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, werde ihn begleiten, sagt Witkoff dem Sender CNBC. Das Treffen finde auf Wunsch der russischen Seite statt. „Ich denke, das ist eine wichtige Aussage von ihrer Seite.“ Nach dem Treffen am Donnerstag will Witkoff auch Gespräche mit der ukrainischen Seite führen. Wann er sich mit der ukrainischen Seite beraten will, sagt Witkoff vor der Presse in Davos nicht.
Auch Moskau rechnet nach Kreml-Angaben mit einem Treffen zwischen Putin und Witkoff. Am Donnerstag werde ein solcher Kontakt erwartet, er stehe in Putins Kalender, sagte Kremlsprecher Dmitrij Peskow der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge.
Auch Moskau rechnet nach Kreml-Angaben mit einem Treffen zwischen Putin und Witkoff. Am Donnerstag werde ein solcher Kontakt erwartet, er stehe in Putins Kalender, sagte Kremlsprecher Dmitrij Peskow der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge.
Dimitri Taube
Ukraine will chinesische Drohnen ersetzen
Die ukrainischen Streitkräfte arbeiten daran, chinesische Drohnen durch inländisch produzierte Modelle zu ersetzen, um die Abhängigkeit von Importen und sanktionierten Lieferketten zu verringern. Das hat der neue Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow jetzt erklärt. Er sagte vor Journalisten in Kiew, dass die Ukraine bei der Verteidigung gegen Russland weiterhin auf Drohnen als Instrument asymmetrischer Kriegsführung setzen werde – also auf neue Waffen und Methoden gegen einen überlegenen Gegner.
Sowohl Kiew als auch Moskau haben die Drohnenproduktion massiv ausgeweitet. Die Ukraine erklärte im vergangenen Jahr, sie könne bis zu vier Millionen Drohnen pro Jahr herstellen. Dennoch bleiben importierte Drohnen und Komponenten entscheidend, wobei viele aus China stammen, das westlichen Sanktionen unterliegt und als russlandfreundlich gilt.
„Es ist wichtig, einen Ersatz für Mavics und andere chinesische Drohnen zu finden“, sagte Fedorow mit Blick auf ein Modell des chinesischen Herstellers DJI. „Diese Richtung muss weiterverfolgt werden.“ Er kündigte an, dass die Ukraine plant, eine eigene Variante mit der gleichen Kamera, aber größerer Reichweite zu entwickeln; erste Tests könnten bereits in diesem Monat beginnen.
Russland setzt beinahe täglich zahlreiche Geran-2-Einweg-Angriffsdrohnen gegen die Ukraine ein. Luftabwehrraketen können diese zwar orten und zerstören, jedoch liegen die Kosten für die Verteidigung durch solche Systeme deutlich über den Kosten der Drohnen selbst. Um dieses Ungleichgewicht auszugleichen, bot die Ukraine allen Rüstungsunternehmen die Möglichkeit, günstige Abfangdrohnen an der Front gegen die Geran-2 einzusetzen, und zahlte für jede abgeschossene russische Drohne 20 000 Dollar. Diese Anreize haben dazu beigetragen, dass im Januar fast 40 000 Abfangdrohnen zur Verfügung standen, wie Fedorow mitteilte.
Sowohl Kiew als auch Moskau haben die Drohnenproduktion massiv ausgeweitet. Die Ukraine erklärte im vergangenen Jahr, sie könne bis zu vier Millionen Drohnen pro Jahr herstellen. Dennoch bleiben importierte Drohnen und Komponenten entscheidend, wobei viele aus China stammen, das westlichen Sanktionen unterliegt und als russlandfreundlich gilt.
„Es ist wichtig, einen Ersatz für Mavics und andere chinesische Drohnen zu finden“, sagte Fedorow mit Blick auf ein Modell des chinesischen Herstellers DJI. „Diese Richtung muss weiterverfolgt werden.“ Er kündigte an, dass die Ukraine plant, eine eigene Variante mit der gleichen Kamera, aber größerer Reichweite zu entwickeln; erste Tests könnten bereits in diesem Monat beginnen.
Russland setzt beinahe täglich zahlreiche Geran-2-Einweg-Angriffsdrohnen gegen die Ukraine ein. Luftabwehrraketen können diese zwar orten und zerstören, jedoch liegen die Kosten für die Verteidigung durch solche Systeme deutlich über den Kosten der Drohnen selbst. Um dieses Ungleichgewicht auszugleichen, bot die Ukraine allen Rüstungsunternehmen die Möglichkeit, günstige Abfangdrohnen an der Front gegen die Geran-2 einzusetzen, und zahlte für jede abgeschossene russische Drohne 20 000 Dollar. Diese Anreize haben dazu beigetragen, dass im Januar fast 40 000 Abfangdrohnen zur Verfügung standen, wie Fedorow mitteilte.
Julia Daniel
Vertreter der USA und Russlands verhandeln in Davos
Vertreter Russlands und der USA haben am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos über bilaterale Beziehungen und eine Friedensregelung für die Ukraine gesprochen. An dem Treffen am Dienstagabend nahmen nach Moskauer Medienberichten der US-Sondergesandte Steve Witkoff, der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, und der russische Unterhändler Kirill Dmitrijew teil. Ergebnisse wurden nicht mitgeteilt. Witkoff äußerte sich nicht über seine sonst üblichen Kanäle. Vor einer Kamera der russischen Zeitung Iswestija sprach er von einem „sehr positiven Treffen“.
Dimitri Taube
Mehrere Verletzte nach Hausbrand in Südrussland gemeldet
Bei einem Hochhausbrand nach mutmaßlichen Explosionen in der russischen Teilrepublik Adygeja östlich des Schwarzen Meers sind nach Behördenangaben mindestens acht Menschen verletzt worden. Republikchef Murat Kumpilow sprach von einem Drohnenangriff und einem Feuer, das in der Siedlung Nowaja Adygeja ausgebrochen sei. Sieben Menschen seien ins Krankenhaus gebracht worden, 15 Autos ausgebrannt und 25 weitere beschädigt worden. Tote gebe es nicht.
In sozialen Medien kursierten zahlreiche Videos, auf denen ein beschädigtes mehrstöckiges Wohnhaus und brennende Autos zu sehen sind. Mehrere Nachrichtenkanäle auf Telegram berichteten, dass Augenzeugen Explosionen gehört hätten. Der unabhängige Militäranalyst Jan Matwejew schloss angesichts des Ausmaßes der Zerstörung einen Drohneneinschlag als Ursache aus. Im Netz wurde gemutmaßt, dass es sich um eine fehlgeleitete russische Flugabwehrrakete gehandelt haben könnte.
In sozialen Medien kursierten zahlreiche Videos, auf denen ein beschädigtes mehrstöckiges Wohnhaus und brennende Autos zu sehen sind. Mehrere Nachrichtenkanäle auf Telegram berichteten, dass Augenzeugen Explosionen gehört hätten. Der unabhängige Militäranalyst Jan Matwejew schloss angesichts des Ausmaßes der Zerstörung einen Drohneneinschlag als Ursache aus. Im Netz wurde gemutmaßt, dass es sich um eine fehlgeleitete russische Flugabwehrrakete gehandelt haben könnte.
Philipp Saul
Selenskij: Mehr als eine Million Verbraucher in Kiew ohne Strom
Nach schweren russischen Angriffen sind dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij zufolge mehr als eine Million Verbraucher allein in Kiew ohne Strom. Mehr als 4000 Hochhäuser in der Dreimillionenstadt seien ohne Heizung, sagte er in seiner abendlichen Videobotschaft. Er forderte den Energieversorger Ukrenergo, die Regierung, regionale Behörden und Stadtverwaltungen – dabei explizit die der Hauptstadt – auf, jede Stunde an der Energieversorgung zu arbeiten.
Selenskij kritisierte außerdem erneut die Flugabwehr. Die Arbeit der Luftstreitkräfte gegen die Kampfdrohnen der ursprünglich iranischen Bauart Shahed sei unbefriedigend, sagte er. Die Arbeit der Luftstreitkräfte müsse anders organisiert werden. Darüber sei mit Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow gesprochen worden, führte er aus und kündigte Konsequenzen an.
Bereits am Vortag hatte Selenskij die Neuorganisation der Flugabwehr angekündigt und den erfolgreichen Kommandeur einer Drohneneinheit, Pawlo Jelisarow, zum Vizekommandeur der Luftwaffe gemacht.
Selenskij kritisierte außerdem erneut die Flugabwehr. Die Arbeit der Luftstreitkräfte gegen die Kampfdrohnen der ursprünglich iranischen Bauart Shahed sei unbefriedigend, sagte er. Die Arbeit der Luftstreitkräfte müsse anders organisiert werden. Darüber sei mit Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow gesprochen worden, führte er aus und kündigte Konsequenzen an.
Bereits am Vortag hatte Selenskij die Neuorganisation der Flugabwehr angekündigt und den erfolgreichen Kommandeur einer Drohneneinheit, Pawlo Jelisarow, zum Vizekommandeur der Luftwaffe gemacht.
Christoph Heinlein

Tausende Wohnhäuser in Kiew nach russischen Angriffen ohne Heizung
Russland hat erneut mit massiven Luftangriffen die Energieversorgung in der Ukraine attackiert. Dabei wurde in der Region um Kiew ein Mann getötet, wie Regionalgouverneur Mykola Kalaschnyk mitteilt. Zudem seien dort zwei Tankstellen beschädigt worden. In der Hauptstadt selbst fiel nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko in Tausenden Gebäuden die Heizung aus – bei eisigen Temperaturen. Davon seien fast 6000 mehrstöckige Wohnhäuser betroffen. Bei dem Großteil der Gebäude sei die Wärmeversorgung nach einem früheren Angriff vom 9. Januar gerade erst wiederhergestellt worden. Eine Person sei verletzt, ein Schulgebäude durch Trümmer beschädigt und die Wasserversorgung auf dem linken Ufer der Stadt mit mehr als drei Millionen Einwohnern unterbrochen worden.
Nach Angaben von Präsident Wolodimir Selenskij setzte Russland bei den Angriffen mehr als 300 Drohnen sowie eine erhebliche Zahl ballistischer Raketen und Marschflugkörper ein. Auch in der südlichen Schwarzmeer-Region Odessa wurde den Behörden zufolge eine Energieanlage beschädigt. In der Hafenstadt Tschornomorsk habe zudem eine Drohne ein mehrstöckiges Wohngebäude getroffen. Zu Opfern gab es zunächst keine Angaben. In der westlichen Region Winnyzja wurde demnach ebenfalls eine Anlage der kritischen Infrastruktur attackiert.
Nach Angaben von Präsident Wolodimir Selenskij setzte Russland bei den Angriffen mehr als 300 Drohnen sowie eine erhebliche Zahl ballistischer Raketen und Marschflugkörper ein. Auch in der südlichen Schwarzmeer-Region Odessa wurde den Behörden zufolge eine Energieanlage beschädigt. In der Hafenstadt Tschornomorsk habe zudem eine Drohne ein mehrstöckiges Wohngebäude getroffen. Zu Opfern gab es zunächst keine Angaben. In der westlichen Region Winnyzja wurde demnach ebenfalls eine Anlage der kritischen Infrastruktur attackiert.
Christoph Heinlein

Ukraine will Drohnenabwehr neu organisieren
Nach wochenlangen, verheerenden russischen Luftangriffen auf Infrastruktur und Energieversorgung will die Ukraine ihre Luftabwehr umbauen. Dabei werde großes Gewicht auf Abfangdrohnen gelegt, kündigte Präsident Wolodimir Selenskij am Montag in seiner abendlichen Videoansprache an. Es gehe um einen neuen Ansatz, der mobile Einheiten, Abfangdrohnen und andere Abwehrmaßnahmen mit kurzer Reichweite umfasse. Federführend bei der Entwicklung solle Pawlo Jelisarow werden, bisher Kommandeur einer Drohneneinheit, der deswegen zum neuen stellvertretenden Befehlshaber der Luftwaffe ernannt wurde.
„Unsere Aufgabe ist es, einen Anti-Drohnen-Schutzschild über der Ukraine zu errichten“, erläuterte Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow. „Ein System, das nicht erst nachträglich reagiert, sondern die Bedrohung bereits im Anflug zerstört.“ Die Luftabwehr dürfe nicht nur punktuell wirken, sie müsse als Netz über das ganze Land gespannt werden. Der Minister, selbst erst seit Kurzem im Amt, lobte die militärischen Erfolge Jelisarows, der vor dem Krieg Geschäftsmann und Produzent einer Polit-Talkshow im Fernsehen war. Die von Jelisarow aufgebaute Drohnentruppe habe russisches Kriegsgerät im Wert von elf Milliarden Euro zerstört, schrieb Fedorow auf Telegram. Jeder fünfte ausgeschaltete russische Panzer gehe auf das Konto dieser Einheit.
„Unsere Aufgabe ist es, einen Anti-Drohnen-Schutzschild über der Ukraine zu errichten“, erläuterte Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow. „Ein System, das nicht erst nachträglich reagiert, sondern die Bedrohung bereits im Anflug zerstört.“ Die Luftabwehr dürfe nicht nur punktuell wirken, sie müsse als Netz über das ganze Land gespannt werden. Der Minister, selbst erst seit Kurzem im Amt, lobte die militärischen Erfolge Jelisarows, der vor dem Krieg Geschäftsmann und Produzent einer Polit-Talkshow im Fernsehen war. Die von Jelisarow aufgebaute Drohnentruppe habe russisches Kriegsgerät im Wert von elf Milliarden Euro zerstört, schrieb Fedorow auf Telegram. Jeder fünfte ausgeschaltete russische Panzer gehe auf das Konto dieser Einheit.
Katja Guttmann
Selenskij warnt vor massivem russischem Angriff
Der Präsident der Ukraine hat die Bevölkerung zu höchster Wachsamkeit aufgerufen: "Russland hat einen Angriff vorbereitet, einen massiven Schlag, und wartet auf den Moment, ihn auszuführen", sagte Wolodimir Selenskij. Jede Region müsse bereit sein, so schnell wie möglich zu reagieren und den Menschen zu helfen. Bereits am Wochenende hatte Selenskij gewarnt, der ukrainische Geheimdienst habe festgestellt, dass Russland neue Angriffsziele auskundschafte. Im Fokus seien Ziele wie Umspannwerke, die Kernkraftwerke mit Strom versorgen.