Krieg in der UkraineKreml: Produktive Gespräche, keine Annäherung an Friedenslösung

Nach fünfstündigen Gesprächen in Moskau mit Witkoff und Kushner habe es noch keine Bewegung gegeben, berichten die russischen Unterhändler.  Die EU einigt sich unterdessen darauf, komplett auf russisches Gas zu verzichten.

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Wichtige Updates
Rutte: Mehr Arktis-Sicherheit nicht auf Kosten der Ukraine
Witkoff: Große Fortschritte bei Ukraine-Verhandlungen – Kreml zurückhaltend
Klitschko: Etwa 3000 Wohnblöcke in Kiew weiter ohne Heizung
Putin will angeblich eingefrorene Vermögen für Israel-Friedensgremium und Ukraine-Wiederaufbau nutzen  
Ukraine will chinesische Drohnen ersetzen
Viktoria Spinrad
Viktoria Spinrad

Territorialfrage bleibt zentraler Streitpunkt

Eine Friedenslösung zwischen Russland und der Ukraine wird weiter vom zentralen Kernstreitpunkt blockiert: Putins Forderung nach Kontrolle über ukrainische Gebiete. Das zeigt sich nach mehr als dreieinhalb Stunden Verhandlungen zwischen dem russischen Präsidenten und den US-Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner in der Nacht zu Freitag in Moskau.

Es war bereits Witkoffs siebter Besuch bei Putin seit Trumps Amtsantritt. Dabei sollen "erhebliche Fortschritte" beim 20-Punkte-Plan für ein Ende des Krieges erzielt worden sein, wie US-amerikanische und ukrainische Beamte mitteilten. Kiew und Moskau befänden sich jedoch weiterhin in einer Sackgasse über die Territorialfrage.

Ein Video des Auftakts auf dem Telegram-Kanal des Kremls zeigt die Gesandten bei der Begrüßung mit Putin am bekannten langen Ovaltisch. Die Unterredungen dauerten mehr als dreieinhalb Stunden, Witkoff verließ den Kreml gegen drei Uhr Ortszeit bei Schneetreiben.

Die russische Seite bestätigte den verbleibenden Kernkonflikt. Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow bezeichnete die Verhandlungen als nützlich für beide Seiten. Putin habe betont, dass er aufrichtig an einer diplomatischen Beilegung des Konflikts interessiert sei - aber nur unter der Bedingung von Gebietsabtretungen der Ukraine. Als größter verbliebener Streitpunkt gilt seit Längerem die territoriale Frage, insbesondere der künftige Status der ostukrainischen Region Donezk. Die Regierung in Moskau fordert den vollständigen Abzug der ukrainischen Truppen aus dem ‍Gebiet. Das hat Selenskyjs Regierung bislang stets abgelehnt.

Das Treffen fand wenige Stunden statt, nachdem Trump am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos „gute" Gespräche mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij geführt hatte. Dieser hatte verkündet, dass sich die Ukraine und die USA auf Sicherheitsgarantien geeinigt hätten. Parallel zu den Verhandlungen waren in der Nacht zum Freitag bei russischen Drohnen- und Raketenangriffen ​auf zwei ⁠Ortschaften im Südosten ‌der Ukraine ukrainischen Angaben zufolge ein Mensch getötet und ​mehr als ‍20 weitere Personen verletzt ‌worden. Betroffen war demnach auch die Heimatstadt Selenskijs. 

Nach dem Moskau-Treffen will Witkoff in die Vereinigten Arabischen Emirate reisen, um dort trilaterale Arbeitsgruppen mit russischen und ukrainischen Vertretern zu leiten. Für Moskau werde der Chef des ‍Militärgeheimdienstes GRU, Admiral Igor Kostjukow, die Verhandlungen leiten, teilte das russische Präsidialamt am frühen Freitagmorgen mit.
Juri Auel
Juri Auel

Putin empfängt US-Gesandte zu Gesprächen über Ukraine-Krieg 

Der russische Präsident Wladimir Putin empfängt in Moskau drei US-Gesandte ​zu Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Kriegs. Wie der Kreml mitteilt, nehmen an dem Treffen kurz vor Mitternacht (Ortszeit) die Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner sowie der Trump-Berater Josh Gruenbaum teil. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor erklärt, eine Einigung sei "ziemlich nah". Witkoff zufolge hängt der Durchbruch nur noch an einem letzten Punkt. 
Carina Seeburg
Carina Seeburg

Selenskij kritisiert europäische Verbündete und Nato

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij hat seine europäischen Verbündeten und die Nato scharf angegriffen und ihnen zu wenig Unterstützung für sein Land im Krieg mit Russland vorgeworfen. „Europa diskutiert gern über die Zukunft, scheut sich aber davor, heute zu handeln – Handlungen, die darüber entscheiden, welche Art von Zukunft wir haben“, sagte Selenskij auf dem Weltwirtschaftsforum im Schweizer Alpenort Davos.

Selenskij kritisierte auch die Nato. Das transatlantische Verteidigungsbündnis existiere lediglich dank des Glaubens, dass die USA im Falle eines Angriffs nicht tatenlos zusehen, sondern helfen würden. „Doch niemand hat das Bündnis bisher in Aktion erlebt“, sagte Selenskij. Er forderte eine Aufstockung der Streitkräfte. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine dauert seit fast vier Jahren an.
Carina Seeburg
Carina Seeburg

Selenskij: Treffen zwischen USA, Russland und Ukraine

Vertreter der USA, der Ukraine und Russlands wollen nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij über Bedingungen für ein Ende des Ukraine-Krieges reden. Die Gespräche auf Expertenebene sollen an diesem Freitag und Samstag in den Vereinigten Arabischen Emiraten stattfinden, wie Selenskij auf dem Weltwirtschaftsforum im Schweizer Alpenort Davos sagte. 

Der US-Sondergesandte Steve Witkoff hatte zuvor angekündigt, von Moskau direkt nach Abu Dhabi fliegen zu wollen. Er befindet sich derzeit wie Selenskij auf dem Wirtschaftsgipfel im schweizerischen Davos. Von dort werde er noch am Donnerstag nach Moskau reisen. Witkoff und der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, sollen noch am Abend mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zusammenkommen. 

Direkte offizielle Treffen zwischen den beiden Kriegsparteien hat es seit mehreren Monaten nicht mehr gegeben, zuletzt war dafür Istanbul Schauplatz. Russische und ukrainische Militärs haben aber Abu Dhabi für informelle Treffen genutzt, bei denen es um den Austausch von Kriegsgefangenen ging. 

Zum kurzfristig angesetzten etwa einstündigen Treffen zwischen Trump und Selenskij in Davos machten beide Seiten nur spärliche Angaben. Es sei ein gutes Gespräch mit Selenskij gewesen, sagte Trump. Man müsse sehen, wie das Gespräch seiner Unterhändler Witkoff und Jared Kushner mit Kremlchef Putin verlaufe. Dabei sei die Botschaft an Putin: „Der Krieg muss aufhören.“ Auch Selenskij sprach von einem guten Treffen.
US-Präsident Donald Trump und sein ukrainischer Amtskollege Wolodimir Selenskij auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos.
US-Präsident Donald Trump und sein ukrainischer Amtskollege Wolodimir Selenskij auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. AFP
Dimitri Taube

Rutte: Mehr Arktis-Sicherheit nicht auf Kosten der Ukraine

Die geplante Verstärkung der Nato-Präsenz in der Arktis wird nach Darstellung von Generalsekretär Mark Rutte die Unterstützung für die Ukraine nicht beeinträchtigen. Die Rahmenvereinbarung mit US-Präsident Donald Trump bedeute zwar, dass die Verbündeten mehr für die Sicherheit im hohen Norden tun müssten, sagt Rutte der Nachrichtenagentur Reuters beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Er versicherte jedoch, dass diese Anstrengungen keine Ressourcen binden ‍würden, die für die Ukraine benötigt würden.
Dimitri Taube

Witkoff: Große Fortschritte bei Ukraine-Verhandlungen – Kreml zurückhaltend

Bei den Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Krieges gibt es nach den Worten des US-Sondergesandten Steve Witkoff große Fortschritte. Er werde ‍noch am Donnerstag nach Moskau reisen, um über eine Lösung zu sprechen, kündigte Witkoff auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos ‌an.

„Ich denke, wir haben eine Menge Fortschritte gemacht“, sagte er. Die Verhandlungen seien auf eine letzte Frage reduziert. „Wenn also beide Seiten eine Lösung wollen, werden wir sie auch finden.“ Die Schaffung einer Freihandelszone in der Ukraine ‌wäre Witkoff zufolge „bahnbrechend“ für die Wirtschaft des Landes.

Der Kreml reagierte derweil zurückhaltend auf Witkoffs optimistische Aussagen. Russland schätze die Friedensbemühungen von US-Präsident Donald Trump und seiner Regierung zwar sehr, wolle sich aber zum derzeitigen Stand der Verhandlungen ‍nicht äußern, sagte Kremlsprecher Dmitrij Peskow. Dies gelte insbesondere kurz vor Witkoffs Ankunft in Moskau und seinem Treffen mit Präsident Wladimir Putin.

Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner ‌würden wohl etwa zwischen 17 und 18 Uhr eintreffen und dann mit Putin zusammenkommen. Nach dem Treffen werde sich der Kreml dazu äußern.
Dimitri Taube

Klitschko: Etwa 3000 Wohnblöcke in Kiew weiter ohne Heizung

In der ‍ukrainischen Hauptstadt Kiew sind nach einem russischen Luftangriff in dieser ‌Woche etwa 3000 Wohnblöcke weiter ohne Heizung. Das teilte Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram ⁠mit. In der Nacht zu ‌Donnerstag seien jedoch 227 Gebäude wieder an die Versorgung angeschlossen worden. Klitschko hatte am Dienstag mitgeteilt, dass durch einen ​russischen Luftangriff ‍die Wärmeversorgung Tausender mehrstöckiger Wohnhäuser ‌bei eisigen Temperaturen unterbrochen wurde.
Viktoria Spinrad
Viktoria Spinrad

Putin will angeblich eingefrorene Vermögen für Israel-Friedensgremium und Ukraine-Wiederaufbau nutzen  

Russlands Präsident Wladimir Putin hat behauptet, nach einem Friedensvertrag eingefrorene russische Vermögenswerte in den USA für den Wiederaufbau der Ukraine einsetzen zu wollen. Eine Milliarde davon wolle er zudem Trumps Friedensrat für Israel zugutekommen lassen. Die übrig bleibenden Mittel der in den USA eingefrorenen Vermögenswerte könnten dann „nach einem Friedensschluss zwischen Russland und der Ukraine auch zur Wiederherstellung der Territorien genutzt werden, die von den Kampfhandlungen in Mitleidenschaft gezogen wurden“, so Putin. Bei der Formulierung blieb unklar, ob es sich um Zahlungen an Kiew handeln soll oder ob damit Aufbauarbeiten in jenen ukrainischen Territorien bezahlt werden sollen, die Russland für sich beansprucht.

Putins Angebot kommt vor einem für diesen Donnerstag geplanten Treffen des Kremlchefs mit Trumps Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Moskau. Putin will auch mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas über die mögliche Spende sprechen. Trump hatte von den Nationen mindestens eine Milliarde Dollar für die Mitgliedschaft in seinem 20-Punkte-Plan für einen dauerhaften Frieden im Gazastreifen verlangt.

Das Angebot soll offenbar den amerikanischen Präsidenten ansprechen und weitere Wirtschaftssanktionen vermeiden – bezahlt mit Geld, das der Kreml derzeit nicht kontrolliert. Derzeit liegen von den geschätzten 300 Milliarden Dollar eingefrorenem russischem Vermögen etwa vier bis fünf Milliarden Dollar in den USA. Das ist ein Bruchteil der geschätzten 524 Milliarden Dollar, die die Ukraine für den Wiederaufbau über die nächsten zehn Jahre benötigt.

Die beiden Kriegsparteien liegen bei Trumps vorgeschlagenem Friedensplan weiterhin weit auseinander. Russland besteht darauf, dass die Ukraine Gebiete aufgeben muss, die sie derzeit nicht kontrolliert. Währenddessen verstärkt Putin seine Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur, wodurch Millionen Menschen ohne Heizung und Wasser bei Minustemperaturen auskommen müssen. 
Katja Guttmann
Katja Guttmann

Trump gibt sich zuversichtlich: Abkommen "ziemlich nah"

US-Präsident Donald Trump sieht weiter Chancen für ein baldiges Ende des Ukraine-Kriegs. Er habe den Eindruck, dass der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij und der russische Präsident Wladimir Putin bereit für eine Übereinkunft seien, sagte Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Ein Abkommen sei "ziemlich nah". Ähnlich hatte sich Trump bereits in den vergangenen Monaten geäußert. Sollten sie sich nicht einigen, seien beide "dumm", fügte Trump hinzu. Er kündigte an, Selenskij am Donnerstag in der Schweiz treffen zu wollen. In seiner Rede vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos nannte er den Krieg in der Ukraine ein Blutbad: "Und das ist, was ich beenden möchte", betonte er.
Christoph Heinlein
Christoph Heinlein

Lebenslange Haft für Mord an russischem General 

Ein Militärgericht in Moskau hat ​einen Mann aus Usbekistan wegen des Mordes an dem ranghohen russischen General Igor Kirillow zu lebenslanger Haft verurteilt. Achmadschon Kurbonow wurde am Mittwoch des Mordes an Kirillow und dessen Assistenten bei einem von ‍der Ukraine unterstützten Bombenanschlag im Jahr 2024 für schuldig befunden. Generalleutnant Kirillow, Chef der russischen Truppen für atomaren, biologischen ‌und chemischen Schutz, und sein Assistent Ilja Polikarpow wurden im Dezember 2024 vor einem Wohnhaus in Moskau getötet, als eine in einem Elektroroller versteckte ​Bombe ferngezündet ⁠wurde.

Der ukrainische Geheimdienst SBU hatte sich zu dem Anschlag bekannt. ‌Es war eine von mehreren gezielten Tötungen, die der SBU in Russland organisiert hat, um Personen zu treffen, die er für den Krieg Russlands in der Ukraine für verantwortlich hält. Russland ​bezeichnet die Tötungen ‍als Akte des Staatsterrorismus.

Der usbekische Staatsbürger Kurbonow und ‌drei Komplizen wurden verschiedener Verbrechen im Zusammenhang mit der Tötung Kirillows für schuldig befunden. Dazu gehörten Terrorismus und illegaler Handel mit Sprengstoff, wie russische Ermittler mitteilten. Die drei Komplizen erhielten Haftstrafen zwischen 18 und 25 Jahren in Strafkolonien mit maximaler Sicherheitsstufe. Russischen Medienberichten zufolge bekannte sich Kurbonow der Anklagepunkte ⁠für schuldig, während die ​anderen dies nicht taten. Das Ermittlungskomitee erklärte, der Mord an Kirillow sei in der Ukraine geplant worden. Die Täter hätten den Sprengstoff aus Polen nach Russland geschmuggelt. ‍Kurbonow habe dann die Bombe zusammengebaut, angebracht und ferngezündet, als Kirillow und ‌Polikarpow das Gebäude verließen.
Dimitri Taube

Selenskij: Fast 60 Prozent von Kiew noch immer ohne Strom

Mehr als die Hälfte der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist nach dem russischen Angriff vom Dienstag noch immer ohne Strom. „Stand heute Morgen sind in Kiew noch immer rund 4000 Gebäude ohne Heizung und fast 60 Prozent der Hauptstadt ohne Strom“, schrieb der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij auf der Online-Plattform X. Er rügte erneut die Stadtregierung und verlangte, die Reparaturarbeiten zu beschleunigen. Ausgehend von Handydaten haben Bürgermeister Vitali Klitschko zufolge gut 600 000 Einwohner die Stadt vorübergehend verlassen.

Russland sorgt seit Wochen mit gezielten Angriffen auf die Energie-Infrastruktur für ​den härtesten Winter der Menschen in Kiew seit der russischen Großinvasion im Jahr 2022. Bei Temperaturen von bis zu minus 18 Grad Celsius sehen sich die drei Millionen Einwohnerinnen und Einwohner massiven und lang anhaltenden Ausfällen der Strom- und Wasserversorgung ausgesetzt. Um den Alltag zu bewältigen, sammeln sie Schnee als Wasserersatz, schlafen in Mänteln und Mützen und stellen Zelte in ihren Wohnungen auf.

Auch in anderen Teilen des Landes wie Odessa und Dnipropetrowsk und den Grenzgebieten Sumy und Tschernihiw kommt es infolge russischer Angriffe zu Stromausfällen. In der ostukrainischen Großstadt Charkiw und der angrenzenden Region waren nach Angaben von Gouverneur Oleh Synjehubow am Dienstag fast 90 Prozent der Haushalte ohne Strom. Über eine halbe Million Haushalte sei weiter ohne Elektroenergie.
Nadja Lissok
Nadja Lissok

Drohnen-Schmuggel: Mutmaßliche Unterstützer prorussischer Gruppen in Brandenburg gefasst

Die Bundesanwaltschaft hat zwei mutmaßliche Unterstützer der prorussischen „Volksrepubliken Donezk und Luhansk“ festnehmen lassen. Die Karlsruher Behörde wirft den beiden Männern die Unterstützung ausländischer terroristischer Vereinigungen in mehreren Fällen vor. Beamte des Bundeskriminalamts nahmen den russischen Staatsangehörigen Suren A. und den Deutschen Falko H. heute in den Landkreisen Dahme-Spreewald und Märkisch-Oderland fest. Sie sollen am Donnerstag vor den Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof kommen, der über die Haftbefehle und eine Untersuchungshaft entscheiden wird.

Die beiden Männer sollen seit 2016 herausgehobene Stellungen in einem Verein haben, der den Transport von Versorgungsgütern und Medizinprodukten, aber auch von Drohnen in den ukrainischen Donbass zugunsten von prorussischen Milizionären der „Volksrepubliken Donezk und Lugansk“ organisierte. Suren A. soll Vereinsgelder von über 14 000 Euro weitergeleitet haben. Daneben habe er Gütertransporte für die dortigen Milizen finanziert, so die Bundesanwaltschaft. Falko H. soll Lieferaufträge entgegen genommen und an der Verteilung von Gütern vor Ort mitgewirkt haben.

Im Frühjahr 2014 übernahmen von Moskau gesteuerte Kräfte die Macht in den ostukrainischen Großstädten Donezk und Luhansk und betrieben die Abspaltung dieser Region von Kiew. Die Bundesanwaltschaft stuft die prorussischen „Volksrepubliken“ als ausländische terroristische Vereinigungen ein. 
Julia Daniel
Julia Daniel

US-Gesandter Witkoff reist Donnerstag zu Treffen mit Putin nach Moskau 

Der US-Sondergesandte Steve Witkoff reist nach eigenen Angaben am Donnerstag zu ​einem ⁠Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir ‌Putin nach Moskau. Der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, werde ihn begleiten, sagt Witkoff dem ​Sender CNBC. ‍Das Treffen finde auf Wunsch der ‌russischen Seite statt. „Ich denke, das ist eine wichtige Aussage von ihrer Seite.“  Nach dem Treffen am Donnerstag will Witkoff auch Gespräche mit der ukrainischen Seite führen. Wann er sich mit der ukrainischen Seite beraten will, sagt Witkoff vor der Presse in Davos nicht.

Auch Moskau rechnet nach Kreml-Angaben mit einem Treffen zwischen Putin und Witkoff. Am Donnerstag werde ein solcher Kontakt erwartet, er stehe in Putins Kalender, sagte Kremlsprecher Dmitrij Peskow der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge.
Dimitri Taube

Ukraine will chinesische Drohnen ersetzen

Die ukrainischen Streitkräfte arbeiten daran, chinesische Drohnen durch inländisch produzierte Modelle zu ersetzen, um die Abhängigkeit von Importen und sanktionierten Lieferketten zu verringern. Das hat der neue Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow jetzt erklärt. Er sagte vor Journalisten in Kiew, dass die Ukraine bei der Verteidigung gegen Russland weiterhin auf Drohnen als Instrument asymmetrischer Kriegsführung setzen werde – also auf neue Waffen und Methoden gegen einen überlegenen Gegner.

Sowohl Kiew als auch Moskau haben die Drohnenproduktion massiv ausgeweitet. Die Ukraine erklärte im vergangenen Jahr, sie könne bis zu vier Millionen Drohnen pro Jahr herstellen. Dennoch bleiben importierte Drohnen und Komponenten entscheidend, wobei viele aus China stammen, das westlichen Sanktionen unterliegt und als russlandfreundlich gilt.

„Es ist wichtig, einen Ersatz für Mavics und andere chinesische Drohnen zu finden“, sagte Fedorow mit Blick auf ein Modell des chinesischen Herstellers DJI. „Diese Richtung muss weiterverfolgt werden.“ Er kündigte an, dass die Ukraine plant, eine eigene Variante mit der gleichen Kamera, aber größerer Reichweite zu entwickeln; erste Tests könnten bereits in diesem Monat beginnen.

Russland setzt beinahe täglich zahlreiche Geran-2-Einweg-Angriffsdrohnen gegen die Ukraine ein. Luftabwehrraketen können diese zwar orten und zerstören, jedoch liegen die Kosten für die Verteidigung durch solche Systeme deutlich über den Kosten der Drohnen selbst. Um dieses Ungleichgewicht auszugleichen, bot die Ukraine allen Rüstungsunternehmen die Möglichkeit, günstige Abfangdrohnen an der Front gegen die Geran-2 einzusetzen, und zahlte für jede abgeschossene russische Drohne 20 000 Dollar. Diese Anreize haben dazu beigetragen, dass im Januar fast 40 000 Abfangdrohnen zur Verfügung standen, wie Fedorow mitteilte.
Julia Daniel
Julia Daniel

Vertreter der USA und Russlands verhandeln in Davos 

Vertreter Russlands und der USA haben am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos über bilaterale Beziehungen und eine Friedensregelung für die Ukraine gesprochen. An dem Treffen am Dienstagabend nahmen nach Moskauer Medienberichten der US-Sondergesandte Steve Witkoff, der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, und der russische Unterhändler Kirill Dmitrijew teil. Ergebnisse wurden nicht mitgeteilt. Witkoff äußerte sich nicht über seine sonst üblichen Kanäle. Vor einer Kamera der russischen Zeitung Iswestija sprach er von einem „sehr positiven Treffen“.
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